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Heimwerker-Berater

Herd anschließen - so geht's

Haushaltvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Herd anschließen - so geht's
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wer den Herd anschließen darf
  2. Die Anschlussarten
  3. Die Leiter und ihre Farben
  4. Warum der Herd Brücken hat
  5. Was die Fachkraft macht
  6. Was Sie selbst vorbereiten können
  7. Typische Fehler
  8. Neuen Herd ohne Drehstrom anschließen
  9. Sicherheit beim Herdwechsel
  10. Häufige Fragen

Einen Elektroherd anzuschließen sieht nach fünf Drähten und ein paar Klemmen aus. Tatsächlich ist es eine Arbeit am Stromnetz, und die gehört in Deutschland in die Hände einer Elektrofachkraft. Was Sie selbst tun können: den Herd einbauen, die Anschlussart klären und alles so vorbereiten, dass der Elektriker in einer halben Stunde fertig ist.

Wer den Herd anschließen darf

Der Herd wird fest an die Herdanschlussdose angeschlossen, und die Dose hängt an einem eigenen Stromkreis mit bis zu 400 V. Arbeiten an der elektrischen Anlage hinter dem Hausanschluss dürfen nach den Anschlussbedingungen der Netzbetreiber nur eingetragene Installationsbetriebe ausführen. Hersteller schreiben den Anschluss durch eine Fachkraft ebenfalls vor, sonst erlischt oft die Garantie.

Dazu kommt die Versicherung: Brennt es wegen eines falsch angeklemmten Herdes, prüft die Versicherung, wer angeschlossen hat. Die Kosten für den Elektriker liegen dagegen meist bei 50 bis 150 Euro.

Ausnahme sind Geräte mit Schukostecker, etwa manche Kochfelder mit zwei Zonen oder kleine Standherde bis etwa 3,6 kW. Die werden einfach eingesteckt.

Die Anschlussarten

AnschlussLeiterTypisch für
Drehstrom 400 V, 3-phasigL1, L2, L3, N, PEStandard in Deutschland
Zweiphasig 400 VL1, L2, N, PEAltbau, einzelne Anlagen
Wechselstrom 230 VL, N, PEWohnungen ohne Drehstrom, Ausland

Welche Art bei Ihnen anliegt, zeigt die Herdanschlussdose und der Sicherungskasten. Drei Sicherungen mit gemeinsamem Bügel oder ein dreipoliger Leitungsschutzschalter mit 16 A bedeuten Drehstrom.

Die Leiter und ihre Farben

L1Außenleiter, braun
L2Außenleiter, schwarz
L3Außenleiter, grau
NNeutralleiter, blau
PESchutzleiter, grün-gelb

Zwischen zwei Außenleitern liegen 400 V an, zwischen einem Außenleiter und dem Neutralleiter 230 V. Zwischen Neutralleiter und Schutzleiter darf dagegen keine nennenswerte Spannung anliegen. In älteren Anlagen können die Farben abweichen – ein weiterer Grund für die Fachkraft.

Warum der Herd Brücken hat

Auf der Anschlussklemme am Herd sitzen kleine Kupfer- oder Messingbrücken. Sie verbinden Klemmen miteinander und passen den Herd an die Anschlussart an. Beim Drehstromanschluss sind meist die Klemmen für N verbunden, beim Wechselstromanschluss auch die Klemmen für L1, L2 und L3.

Werkseitig ist der Herd oft für eine bestimmte Anschlussart vorbereitet. Welche Brücken für welche Art gesetzt werden, zeigt der Plan auf der Rückseite oder in der Montageanleitung. Eine falsch gesetzte Brücke kann einen Kurzschluss zwischen zwei Außenleitern verursachen.

Was die Fachkraft macht

  1. Stromkreis freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern und Spannungsfreiheit an allen Leitern prüfen.
  2. Anschlussart feststellen und die Brücken am Herd entsprechend setzen.
  3. Anschlussleitung anklemmen, meist eine fünfadrige Leitung mit 2,5 mm² Querschnitt, erst am Herd, dann in der Herdanschlussdose.
  4. Zugentlastung festziehen, damit die Leitung beim Verschieben des Herdes nicht an den Klemmen zieht.
  5. Prüfen und messen: Schutzleiterverbindung, Isolation, Spannung an den Kochzonen. Danach wird der Herd eingeschaltet und jede Zone getestet.

Was Sie selbst vorbereiten können

  • Anschlussart klären und dem Elektriker vorab mitteilen.
  • Montageanleitung bereitlegen, damit der Brückenplan zur Hand ist.
  • Nische vorbereiten: Einbaumaße prüfen, Unterschränke und Arbeitsplatte fertigstellen, den Ausschnitt für das Kochfeld sägen. Tipps dazu im Beitrag Küchenarbeitsplatte.
  • Herd und Kochfeld verbinden, wenn es sich um eine Einbaukombination handelt: Das Kochfeld wird bei vielen Modellen über Steckverbindungen mit dem Backofen verbunden. Das ist keine Netzarbeit und in der Anleitung beschrieben.
  • Anschlussleitung ausreichend lang lassen, damit der Herd vor die Nische gezogen werden kann.

Typische Fehler

  • Brücken nicht angepasst. Einige Kochzonen bleiben kalt oder, schlimmer, es kommt zum Kurzschluss.
  • Neutralleiter und Schutzleiter vertauscht. Der Herd funktioniert zunächst, der Fehlerstromschutz löst aber aus oder schützt nicht mehr richtig.
  • Leitung zu kurz oder ohne Zugentlastung. Beim ersten Hervorziehen reißt eine Klemme.
  • Sicherung nur ausgeschaltet, nicht gesichert. Jemand schaltet sie wieder ein, während gearbeitet wird.

Neuen Herd ohne Drehstrom anschließen

Hat die Wohnung keinen Drehstrom, kann der Herd meist an 230 V betrieben werden. Die Fachkraft setzt die Brücken für Wechselstrom. Allerdings stehen dann weniger Leistung und Gleichzeitigkeit zur Verfügung; Kochfeld und Backofen gleichzeitig auf voller Leistung sind oft nicht möglich. Bei Induktion regelt die Elektronik das über eine Leistungsbegrenzung.

Sicherheit beim Herdwechsel

Auch das Abklemmen des alten Herdes ist Netzarbeit. Messen Sie nie mit einem einpoligen Phasenprüfer und verlassen sich darauf. Ein zweipoliger digitaler Spannungsprüfer zeigt zuverlässig an, ob Spannung anliegt. Wer das nicht einordnen kann, überlässt auch das Abklemmen der Fachkraft.

Häufige Fragen

Was kostet das Anschließen eines Herdes?

Meist 50 bis 150 Euro, abhängig von Anfahrt und Aufwand. Viele Händler bieten den Anschluss bei Lieferung an.

Kann ich eine Leitung mit 1,5 mm² nehmen?

Nein. Für Herde bis 16 A Absicherung je Außenleiter ist 2,5 mm² üblich. Die Fachkraft wählt den Querschnitt nach Leistung und Verlegeart.

Warum funktionieren zwei Kochzonen nicht?

Häufig fehlt ein Außenleiter: eine ausgelöste Sicherung, eine lose Klemme oder falsch gesetzte Brücken. Das prüft die Fachkraft.

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3 Leserkommentare

  1. Gereon Schneider

    Wer keine Ahnung von der Materie hat, sollte nicht auch noch Anderen sagen wollen, wie Elektrogeräte angeschlossen werden! Für mich hört der Spass hier auf. Freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern, auf Spannungsfreiheit prüfen gehören zu den fünf Sicherheitsregeln. Das ist auch so beschrieben. Wenn aber dann von den "fünf Kabeln" L1, L2, L3, N und PE die Rede ist, hört es auf. Zum Anschluss wird genau ein Kabel (richtig: Leitung) benötigt. Diese hat 5 farbcodierte Adern: braun, schwarz und grau für L1, L2 und L3 für die Außenleiter (früher zweimal schwarz und einmal braun), blau für N und Grüngelb für PE. am besten verwendet man ein fertig konfektioniertes Herdanschlusskabel, welches man in verschiedenen Längen kaufen kann. Hier entfällt die richtige Vorbereitung der Leitungsenden. Sonst muss zunächst der Mantel (äußere gemeinsame Umhüllung) auf die richtige Länge entfernt werden. Hierbei dürfen die Isolierungen der Einzeladern nicht beschädigt werden. Danach werden die Aderenden abisoliert. Auch hier vorsichtig vorgehen, um nicht die feinen Drähte, aus welchen die Adern bestehen, zu verletzen. Jetzt werden passende Aderendhülsen aufgeschoben und mit einer Aderendhülsenzange verpresst. Beim Anschluss der Leitung in der Herdanschlussdose wird Farbe auf Farbe aufgelegt, nachdem mit einem zweipoligen (!!!) Spannungsprüfer überprüft wurde, dass keine Spannung anliegt. Auf der Herdseite wird entsprechend angeschlossen, wobei darauf zu achten ist, dass alle Brücken an den Anschlussklemmen richtig eingelegt bzw. entfernt wurden. Der Herd kann nämlich nicht nur an "Starkstrom" sondern auch an nur einem oder zwei Außenleitern angeschlossen werden, wofür die entsprechenden Anschlussklemmen gerbrückt werden müssen. Bei einem gebrauchten Herd kann es daher sein, dass solche Brücken eingelegt sind, dann kommt es ohne deren Entfernung zum Kurzschluss. Für den Neutralleiter (= N) gibt es i.d.R. zwei Anschlüsse. Zwischen diesen muss bei einem normalen Anschluss eine Brücke eingelegt sein. In einem Altbau findet sich möglicherweise in der Anschlussdose eine Leitung mit den Farben schwarz, blau, grau und rot. Hier stehen schwarz und blau für die Außenleiter, grau für N und rot für PE, entsprechend werden braun, schwarz und grau der neuen Leitung auf schwarz, blau und schwarz der alten Leitung aufgelegt, blau der neuen Leitung an grau der alten Leitung und grüngelb auf rot.

    Nach dem Wiedereinschalten der Sicherungen ist Vorsicht geboten, wenn der Anschlussraum zwecks Messung offengelassen wurde. Zwischen jeweils zwei Außenleitern soll die Spannung 400 Volt betragen, zwischen Außenleiter und N 230 Volt. Auch zwischen Außenleiter und PE müssen 230 Volt zu messen sein. Fehlt diese Spannung, deutet dies auf einen fehlenden Schutzleiteranschluss hin. Spätestens jetzt sollte eine Fachkraft zu Rate gezogen werden. Die oben gemachte Aussage, dass zwischen N und PE 230 Volt "anliegen und auch fließen" müssen, ist lebensgefährlicher Unsinn.

  2. Helga

    Einen Elektroherd hat mir die Tante nach ihrem Umzug geschenkt! Ich wohne aber in einem Altbau und fürchte mich um die Leitung. Vielen Dank für die nüchternen Hinweise dazu!

  3. Neeltje

    Ich habe es nun versucht meinen Herd selbst anzuschließen. Nur habe ich die Zugentlastungsklemme nicht gefunden, von der Sie schreiben. Vielleicht sollte ich doch lieber einen Fachbetrieb für Elektrotechnik dafür rufen. Denn ich will auf keinen Fall einen Fehler beim Starkstrom machen.

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