Herd anschließen - so geht's

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Einen Elektroherd anzuschließen sieht nach fünf Drähten und ein paar Klemmen aus. Tatsächlich ist es eine Arbeit am Stromnetz, und die gehört in Deutschland in die Hände einer Elektrofachkraft. Was Sie selbst tun können: den Herd einbauen, die Anschlussart klären und alles so vorbereiten, dass der Elektriker in einer halben Stunde fertig ist.
Wer den Herd anschließen darf
Der Herd wird fest an die Herdanschlussdose angeschlossen, und die Dose hängt an einem eigenen Stromkreis mit bis zu 400 V. Arbeiten an der elektrischen Anlage hinter dem Hausanschluss dürfen nach den Anschlussbedingungen der Netzbetreiber nur eingetragene Installationsbetriebe ausführen. Hersteller schreiben den Anschluss durch eine Fachkraft ebenfalls vor, sonst erlischt oft die Garantie.
Dazu kommt die Versicherung: Brennt es wegen eines falsch angeklemmten Herdes, prüft die Versicherung, wer angeschlossen hat. Die Kosten für den Elektriker liegen dagegen meist bei 50 bis 150 Euro.
Ausnahme sind Geräte mit Schukostecker, etwa manche Kochfelder mit zwei Zonen oder kleine Standherde bis etwa 3,6 kW. Die werden einfach eingesteckt.
Die Anschlussarten
| Anschluss | Leiter | Typisch für |
| Drehstrom 400 V, 3-phasig | L1, L2, L3, N, PE | Standard in Deutschland |
| Zweiphasig 400 V | L1, L2, N, PE | Altbau, einzelne Anlagen |
| Wechselstrom 230 V | L, N, PE | Wohnungen ohne Drehstrom, Ausland |
Welche Art bei Ihnen anliegt, zeigt die Herdanschlussdose und der Sicherungskasten. Drei Sicherungen mit gemeinsamem Bügel oder ein dreipoliger Leitungsschutzschalter mit 16 A bedeuten Drehstrom.
Die Leiter und ihre Farben
| L1 | Außenleiter, braun |
| L2 | Außenleiter, schwarz |
| L3 | Außenleiter, grau |
| N | Neutralleiter, blau |
| PE | Schutzleiter, grün-gelb |
Zwischen zwei Außenleitern liegen 400 V an, zwischen einem Außenleiter und dem Neutralleiter 230 V. Zwischen Neutralleiter und Schutzleiter darf dagegen keine nennenswerte Spannung anliegen. In älteren Anlagen können die Farben abweichen – ein weiterer Grund für die Fachkraft.
Warum der Herd Brücken hat
Auf der Anschlussklemme am Herd sitzen kleine Kupfer- oder Messingbrücken. Sie verbinden Klemmen miteinander und passen den Herd an die Anschlussart an. Beim Drehstromanschluss sind meist die Klemmen für N verbunden, beim Wechselstromanschluss auch die Klemmen für L1, L2 und L3.
Werkseitig ist der Herd oft für eine bestimmte Anschlussart vorbereitet. Welche Brücken für welche Art gesetzt werden, zeigt der Plan auf der Rückseite oder in der Montageanleitung. Eine falsch gesetzte Brücke kann einen Kurzschluss zwischen zwei Außenleitern verursachen.
Was die Fachkraft macht
- Stromkreis freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern und Spannungsfreiheit an allen Leitern prüfen.
- Anschlussart feststellen und die Brücken am Herd entsprechend setzen.
- Anschlussleitung anklemmen, meist eine fünfadrige Leitung mit 2,5 mm² Querschnitt, erst am Herd, dann in der Herdanschlussdose.
- Zugentlastung festziehen, damit die Leitung beim Verschieben des Herdes nicht an den Klemmen zieht.
- Prüfen und messen: Schutzleiterverbindung, Isolation, Spannung an den Kochzonen. Danach wird der Herd eingeschaltet und jede Zone getestet.
Was Sie selbst vorbereiten können
- Anschlussart klären und dem Elektriker vorab mitteilen.
- Montageanleitung bereitlegen, damit der Brückenplan zur Hand ist.
- Nische vorbereiten: Einbaumaße prüfen, Unterschränke und Arbeitsplatte fertigstellen, den Ausschnitt für das Kochfeld sägen. Tipps dazu im Beitrag Küchenarbeitsplatte.
- Herd und Kochfeld verbinden, wenn es sich um eine Einbaukombination handelt: Das Kochfeld wird bei vielen Modellen über Steckverbindungen mit dem Backofen verbunden. Das ist keine Netzarbeit und in der Anleitung beschrieben.
- Anschlussleitung ausreichend lang lassen, damit der Herd vor die Nische gezogen werden kann.
Typische Fehler
- Brücken nicht angepasst. Einige Kochzonen bleiben kalt oder, schlimmer, es kommt zum Kurzschluss.
- Neutralleiter und Schutzleiter vertauscht. Der Herd funktioniert zunächst, der Fehlerstromschutz löst aber aus oder schützt nicht mehr richtig.
- Leitung zu kurz oder ohne Zugentlastung. Beim ersten Hervorziehen reißt eine Klemme.
- Sicherung nur ausgeschaltet, nicht gesichert. Jemand schaltet sie wieder ein, während gearbeitet wird.
Neuen Herd ohne Drehstrom anschließen
Hat die Wohnung keinen Drehstrom, kann der Herd meist an 230 V betrieben werden. Die Fachkraft setzt die Brücken für Wechselstrom. Allerdings stehen dann weniger Leistung und Gleichzeitigkeit zur Verfügung; Kochfeld und Backofen gleichzeitig auf voller Leistung sind oft nicht möglich. Bei Induktion regelt die Elektronik das über eine Leistungsbegrenzung.
Sicherheit beim Herdwechsel
Auch das Abklemmen des alten Herdes ist Netzarbeit. Messen Sie nie mit einem einpoligen Phasenprüfer und verlassen sich darauf. Ein zweipoliger digitaler Spannungsprüfer zeigt zuverlässig an, ob Spannung anliegt. Wer das nicht einordnen kann, überlässt auch das Abklemmen der Fachkraft.
Häufige Fragen
Was kostet das Anschließen eines Herdes?
Meist 50 bis 150 Euro, abhängig von Anfahrt und Aufwand. Viele Händler bieten den Anschluss bei Lieferung an.
Kann ich eine Leitung mit 1,5 mm² nehmen?
Nein. Für Herde bis 16 A Absicherung je Außenleiter ist 2,5 mm² üblich. Die Fachkraft wählt den Querschnitt nach Leistung und Verlegeart.
Warum funktionieren zwei Kochzonen nicht?
Häufig fehlt ein Außenleiter: eine ausgelöste Sicherung, eine lose Klemme oder falsch gesetzte Brücken. Das prüft die Fachkraft.



