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Herd anschließen – so geht’s

Ein mehr oder minder komfortabel ausgerüsteter Elektroherd oder auch E-Herd gehört heutzutage zur Grundausstattung vieler moderner Haushalte in Stadt und Land. Während man zum Anschließen von einem Gasherd unbedingt einen entsprechend geschulten, autorisierten und dadurch dann auch sachkundigen Monteur und Installateur heran ziehen muss, kann man den Elektroherd letztendlich auch in Eigenregie anschließen und in der heimischen Küche mit entsprechendem Erfolg installieren. Der nun folgende Beitrag widmet sich daher ganz dem zentralen Thema: Herd anschließen – so geht’s.

Wichtiger Hinweis: dieser Artikel stellt lediglich eine Einführung in die Thematik dar und dient reininformativen Zwecken. Die hier beschriebenen Arbeitsvorgänge können lebensgefährlich sein. Ziehen Sie in jedem Fall einen Fachmann zurate, nur dieser kann die hier beschriebenen Arbeiten sicher und fachgerecht ausführen!

Darf ein Heimwerker seinen E-Herd überhaupt selbst anschließen?

Im Gegensatz zu einem Gasherd, wird ein E-Herd bekanntlich nicht mit Stadtgas betrieben, sondern mit dem weitaus weniger gefährlichen Betriebsmittel des elektrischen Stroms. Dennoch ist de zum Betrieb von solch einem modernen Elektroherd stets auch erforderliche Starkstrom bei unsachgemäßer oder gar bei extrem fahrlässiger Handhabung gut geeignet, um zu tödlichen Verletzungen oder dann im Extremfall auch zu entsprechenden Arten von Wohnungsbränden führen zu können.

Generell kann also ein Heimwerker seinen frisch im nächsten Baumarkt eingekauften E-Herd also durchaus selbst anschließen, sofern er sich dies überhaupt zutraut. Derzeit kursieren auch viele Anleitungen im Internet, die sich analog der Thematik widmen: Einen Herd anschließen – so geht’s.

Grundsätzlich ist jedoch zu erwähnen, dass es zum erfolgreichen und fehlerfreien Anschließen von solch einem modernen Elektroherd in der heimischen Küche heute vor allem zweier Arten von ganz wesentlichen Voraussetzungen bedarf.

Einerseits sollte derjenige hobbymäßige Heimwerker, der sich dazu entschlossen hat, seinen neuen Elektroherd selbst und ganz ausschließlich nur in Eigenregie in der heimischen Küche zu installieren und anzuschließen, schon über einiges an Erfahrung im Handling von entsprechend mit Starkstrom betrieben Geräten und Anlagen verfügen.

Andererseits ist jedoch gerade ach für das erfolgreiche Anschließen und Installieren von einem Elektroherd in der heimischen Küche stets eine umfangreiche Ausrüstung mit den entsprechend geeigneten Werkzeugen und Spezialwerkzeugen vonnöten, um am Ende dann das gewünschte Ergebnis erzielen zu können.

Die Frage, ob der Heimwerker sich seinen Elektroherd zu Hause selbst und in Eigenregie anschließen darf, lässt sich also definitiv mit Ja beantworten, sofern es sich nicht um einen Herd handelt, der in einer öffentlichen Einrichtung oder Institution, beziehungsweise auch in einer Mietwohnung, zum Einsatz gebracht werden soll.

Elektroherde in öffentlichen Einrichtungen, wie zum Beispiel Schulen, Gaststätten, Krankenhäusern und Pflegeheimen, gelten nämlich als sogenannte Sonderbauten und dürfen daher nur von dem entsprechend autorisierten Fachpersonal installiert und angeschlossen werden.

Bei normalen Mietwohnungen ist jeder Vermieter hingegen dazu durch den Gesetzgeber eigens verpflichtet worden, alle erforderlichen Arten von notwendig werdenden Elektroinstallationen, zu denen ja bekanntlich auch der Anschluss von solch einem Elektroherd gehört, ausschließlich nur durch autorisiertes Fachpersonal durchführen und realisieren zu lassen, um eine Gefährdung von Menschen und von Sachwerten definitiv ausschließen zu können.

Für den Einbau von Elektroherden in privaten Häusern oder Wohnungen hat der Gesetzgeber dann jedoch explizit keine Regelungen oder Vorschriften getroffen, beziehungsweise erlassen. Ob er sich nun den Anforderungen eines solchen nicht ungefährlichen Starkstromanschlusses ganz allein stellen möchte oder kann, bleibt damit in jedem Fall dem jeweiligen Hausbesitzer, beziehungsweise auch Wohnungsinhaber, selbst überlassen.

Welches Werkzeug wird zum Anschließen eines solchen Elektroherdes überhaupt benötigt?

Um es noch einmal zu verdeutlichen: Bei dem Anschluss und bei der Installation von einem modernen Elektroherd handelt es sich heute nicht um das Eindrehen einer Glühbirne oder um das Installieren einer Lampe oder eines Deckenstrahlers! Hier wird nämlich dann ganz explizit mit Starkstrom gearbeitet!

Entsprechend umfangreich ist dann auch das für die Prozedur stets benötigte Equipment. Hierbei handelt es sich, wie eingangs auch schon erwähnt worden ist, nicht nur um das rein standardmäßige Universalwerkzeug, wie es wohl in jeder Werkzeugtasche anzutreffen ist, sondern dann auch um diverses Spezialwerkzeug.

Zum Anschließen von solch einem E-Herd werden heute im Allgemeinen durch den jeweiligen Heimwerker benötigt: der obligatorische Spannungsprüfer, der VDE-Seitenschneider, die VDE-Abisolierzange, der VDE-Schraubendreher.

Den Herd richtig anschließen

Den Herd anschließen – so geht’s

Im ersten Schritt vor der Installation sollten zumindest alle vorhandenen Sicherungen heraus gedreht und somit deaktiviert werden. Ebenfalls sollte der Handwerker dann auch tunlichst entsprechende Vorkehrungen und Maßnahmen treffen, die vielleicht ein versehentliches Hereindrehen der Sicherungen während der laufenden Arbeiten wirksam verhindern und unterbinden können. Zur Sicherheit sollten dennoch alle vorhandenen Anschlüsse mit einem Spannungsprüfer vor dem Beginn der Arbeiten noch einmal überprüft werden.

Nun sollten die insgesamt fünf verschiedenen Anschlusskabel entsprechend zum Anschließen präpariert und dann mit der Abisolierzange vorbereitet werden, indem die Isolierung etwa 1 cm weit am Anschlussende entfernt wird. Hierbei handelt es sich dann im Einzelnen um die Anschlusskabel L1, L2, L3, N und PE.

Die Leitungen müssen nun beim Starkstromanschluß entsprechend angebracht werden, also L1 zu L1, L2 zu L2, L3 zu L3, N zu N und schließlich dann auch PE zu PE. Das Stromkabel soll nun in de sogenannten Zugentlastungsklemme vom E-Herd montiert und befestigt werden, ehe dann schließlich die Abdeckung wieder montiert werden darf.

Sofern die genannten Kabel nicht schon am E-Herd als Verbraucher angeklemmt worden sind, muss de Heimwerker die hier genannte Prozedur dort nun in derselben Art und Weise noch einmal wiederholen.

Nun dürfen dann anschließend die Sicherungen wieder hinein gedreht, beziehungsweise auch eingeschaltet werden. Es ist dann durch den Heimwerker zu überprüfen, ob die jeweils korrekte Spannung zwischen allen Phasen auch tatsächlich anliegen kann. Zwischen allen drei Phasen müssen dabei jeweils insgesamt 400 Volt anliegen, während dann jedoch zwischen dem Neutralleiter (N) und dem Schutzleiter (PE) insgesamt 230 Volt anliegen und entsprechend fließen sollen.

Sind diese Messungen durch den Heimwerker erfolgreich absolviert worden und liegen die geforderten Werte dann auch tatsächlich an, so kann und sollte das erfolgreich installierte Hausgerät nun zunächst erst einmal einer mehr oder weniger umfangreichen Art der Funktionsprüfung unterzogen werden.

Mit dieser findet die Installation vom E-Herd in Eigenregie dann schließlich auch ihren krönenden Abschluss.

Wichtiger Hinweis: dieser Artikel stellt lediglich eine Einführung in die Thematik dar und dient reininformativen Zwecken. Die hier beschriebenen Arbeitsvorgänge können lebensgefährlich sein. Ziehen Sie in jedem Fall einen Fachmann zurate, nur dieser kann die hier beschriebenen Arbeiten sicher und fachgerecht ausführen!


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Kommentare

Gereon Schneider 21. Januar 2019 um 6:35

Wer keine Ahnung von der Materie hat, sollte nicht auch noch Anderen sagen wollen, wie Elektrogeräte angeschlossen werden! Für mich hört der Spass hier auf.
Freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern, auf Spannungsfreiheit prüfen gehören zu den fünf Sicherheitsregeln. Das ist auch so beschrieben. Wenn aber dann von den „fünf Kabeln“ L1, L2, L3, N und PE die Rede ist, hört es auf. Zum Anschluss wird genau ein Kabel (richtig: Leitung) benötigt. Diese hat 5 farbcodierte Adern: braun, schwarz und grau für L1, L2 und L3 für die Außenleiter (früher zweimal schwarz und einmal braun), blau für N und Grüngelb für PE. am besten verwendet man ein fertig konfektioniertes Herdanschlusskabel, welches man in verschiedenen Längen kaufen kann. Hier entfällt die richtige Vorbereitung der Leitungsenden. Sonst muss zunächst der Mantel (äußere gemeinsame Umhüllung) auf die richtige Länge entfernt werden. Hierbei dürfen die Isolierungen der Einzeladern nicht beschädigt werden. Danach werden die Aderenden abisoliert. Auch hier vorsichtig vorgehen, um nicht die feinen Drähte, aus welchen die Adern bestehen, zu verletzen. Jetzt werden passende Aderendhülsen aufgeschoben und mit einer Aderendhülsenzange verpresst.
Beim Anschluss der Leitung in der Herdanschlussdose wird Farbe auf Farbe aufgelegt, nachdem mit einem zweipoligen (!!!) Spannungsprüfer überprüft wurde, dass keine Spannung anliegt. Auf der Herdseite wird entsprechend angeschlossen, wobei darauf zu achten ist, dass alle Brücken an den Anschlussklemmen richtig eingelegt bzw. entfernt wurden. Der Herd kann nämlich nicht nur an „Starkstrom“ sondern auch an nur einem oder zwei Außenleitern angeschlossen werden, wofür die entsprechenden Anschlussklemmen gerbrückt werden müssen. Bei einem gebrauchten Herd kann es daher sein, dass solche Brücken eingelegt sind, dann kommt es ohne deren Entfernung zum Kurzschluss. Für den Neutralleiter (= N) gibt es i.d.R.
zwei Anschlüsse. Zwischen diesen muss bei einem normalen Anschluss eine Brücke eingelegt sein. In einem Altbau findet sich möglicherweise in der Anschlussdose eine Leitung mit den Farben schwarz, blau, grau und rot. Hier stehen schwarz und blau für die Außenleiter, grau für N und rot für PE, entsprechend werden braun, schwarz und grau der neuen Leitung auf schwarz, blau und schwarz der alten Leitung aufgelegt, blau der neuen Leitung an grau der alten Leitung und grüngelb auf rot.

Nach dem Wiedereinschalten der Sicherungen ist Vorsicht geboten, wenn der Anschlussraum zwecks Messung offengelassen wurde. Zwischen jeweils zwei Außenleitern soll die Spannung 400 Volt betragen, zwischen Außenleiter und N 230 Volt. Auch zwischen Außenleiter und PE müssen 230 Volt zu messen sein. Fehlt diese Spannung, deutet dies auf einen fehlenden Schutzleiteranschluss hin. Spätestens jetzt sollte eine Fachkraft zu Rate gezogen werden. Die oben gemachte Aussage, dass zwischen N und PE 230 Volt „anliegen und auch fließen“ müssen, ist lebensgefährlicher Unsinn.

Antworten

Helga 15. März 2019 um 13:41

Einen Elektroherd hat mir die Tante nach ihrem Umzug geschenkt! Ich wohne aber in einem Altbau und fürchte mich um die Leitung. Vielen Dank für die nüchternen Hinweise dazu!

Antworten

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