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Heimwerker-Berater

Ultraschall Schädlingsbekämpfer

Reinigungvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was die Untersuchungen zeigen
  2. Die physikalischen Grenzen
  3. Was das für Haustiere bedeutet
  4. Was tatsächlich hilft
  5. Wenn Sie es trotzdem versuchen wollen
  6. Das Wichtigste in einem Satz
  7. Was das Gerät verspricht und was drin steht
  8. Die Alternativen nach Kosten
  9. Wo die Geräte tatsächlich eingesetzt werden

Ultraschall-Schädlingsbekämpfer sind kleine Geräte, die in die Steckdose gesteckt werden und Töne im Ultraschallbereich abgeben – oberhalb von etwa 20 Kilohertz, also außerhalb des menschlichen Hörbereichs. Sie sollen Mäuse, Ratten, Marder, Mücken und Spinnen vertreiben.

Die Idee ist bestechend: keine Chemie, keine Fallen, kein Aufwand. Die Wirksamkeit ist allerdings der Punkt, an dem man genau hinsehen sollte.

Was die Untersuchungen zeigen

Die wissenschaftliche Datenlage ist für die meisten Anwendungen ernüchternd.

Gegen Insekten, insbesondere Stechmücken, haben mehrere Übersichtsarbeiten keine belastbare Wirkung feststellen können. Die häufig zitierte Vorstellung, der Ton imitiere eine Libelle oder eine männliche Mücke, hält einer Überprüfung nicht stand.

Gegen Nagetiere gibt es Hinweise auf eine anfängliche Wirkung – Mäuse und Ratten meiden zunächst den beschallten Bereich. Das Problem ist die Gewöhnung: Nach Tagen bis Wochen kehren die Tiere zurück, vor allem wenn dort Nahrung und Nistplätze sind. Der Fluchtreflex verliert gegen Hunger und Gewohnheit.

Gegen Marder im Auto ist die Lage ähnlich. Geräte mit Kombination aus Ultraschall und elektrischen Kontakten schneiden besser ab als reine Schallgeräte.

Die physikalischen Grenzen

Auch unabhängig von der Biologie gibt es Einschränkungen, die selten erwähnt werden.

Ultraschall breitet sich gerichtet aus und wird von Gegenständen abgeschattet. Hinter einem Schrank, unter einer Arbeitsplatte, in einem Hohlraum kommt nichts an – also genau dort, wo Mäuse sich aufhalten.

Er durchdringt keine Wände. Ein Gerät pro Raum ist das Minimum, und es wirkt nur im freien Sichtbereich.

Die Reichweite ist deutlich geringer als beworben. Angaben von 200 Quadratmetern beziehen sich auf freie Fläche ohne Möbel.

Was das für Haustiere bedeutet

Hunde, Katzen, Nagetiere als Haustiere und Vögel hören im Ultraschallbereich. Was Mäuse vertreiben soll, kann den Hamster, das Meerschweinchen oder das Kaninchen dauerhaft unter Stress setzen.

Wenn Sie solche Tiere halten, sind diese Geräte keine gute Idee. Bei Hunden und Katzen ist die Empfindlichkeit individuell verschieden – Unruhe und Meiden bestimmter Räume sind Warnzeichen.

Was tatsächlich hilft

Gegen Mäuse und Ratten ist die Reihenfolge klar:

  1. Zugänge schließen. Eine Hausmaus passt durch eine Öffnung von 6 bis 7 Millimetern. Prüfen Sie Kellerfenster, Rohrdurchführungen, Türschwellen, Lüftungsgitter. Verschließen Sie mit Edelstahlwolle, Blech oder Mörtel – nicht mit Bauschaum, der wird durchnagt.
  2. Nahrung entziehen. Vorräte in dichten Behältern, Tierfutter nicht offen stehen lassen, Biomüll geschlossen halten, Vogelfutter nicht auf dem Boden.
  3. Nistmaterial entfernen. Papier, Stoffreste, Dämmwolle in Kellern.
  4. Fallen aufstellen. Schlagfallen wirken sofort, Lebendfallen müssen mehrmals täglich kontrolliert werden.
  5. Fachbetrieb, wenn ein Befall größer ist. Bei Ratten besteht in vielen Kommunen eine Meldepflicht.

Gegen Stechmücken hilft Insektenschutzgitter am Fenster, und im Garten die Beseitigung stehender Wasserflächen – Regentonne abdecken, Untersetzer leeren, Gießkanne umdrehen. Eine Mücke braucht wenige Milliliter Wasser für die Entwicklung.

Gegen Marder hilft Motorwäsche gegen die Duftmarken, ein Unterbodenschutz aus Drahtgitter und mechanischer Verschluss der Einstiegswege.

Wenn Sie es trotzdem versuchen wollen

Es spricht nichts Grundsätzliches dagegen, ein Gerät als Ergänzung einzusetzen – solange es nicht die einzige Maßnahme bleibt und keine empfindlichen Haustiere im Haus sind.

Achten Sie darauf, dass das Gerät die Frequenz wechselt. Konstante Töne verlieren ihre Wirkung durch Gewöhnung schneller.

Und behalten Sie im Blick, was das Gerät kostet: 15 bis 60 Euro sind besser in Edelstahlwolle für die Zugänge und ein paar Fallen investiert.

Das Wichtigste in einem Satz

Ultraschall bekämpft keine Schädlinge, er vertreibt sie allenfalls vorübergehend. Die Ursachen – offene Zugänge, verfügbare Nahrung, geeignete Nistplätze – bleiben bestehen, und solange sie es tun, kommen die Tiere zurück.

Was das Gerät verspricht und was drin steht

Achten Sie beim Kauf auf die Formulierungen. Seriöse Anbieter schreiben „kann vertreiben“ und „unterstützend“; wer eine vollständige Beseitigung verspricht, hat dafür in der Regel keine Belege.

Fragen Sie nach unabhängigen Prüfberichten. Herstellerangaben und Kundenbewertungen ersetzen sie nicht: Bei Schädlingen, die ohnehin saisonal kommen und gehen, wird jeder Rückgang leicht dem Gerät zugeschrieben.

Die Alternativen nach Kosten

MaßnahmeKostenWirkung
Edelstahlwolle für Zugängeunter 10 Eurohoch, dauerhaft
Dichte Vorratsbehälter20–50 Eurohoch
Schlagfallen5–15 Euro je Stückhoch, sofort
Insektenschutzgitter15–150 Eurosehr hoch
Ultraschallgerät15–60 Eurofraglich

Die ersten vier Zeilen lösen das Problem an der Ursache. Die letzte verschiebt es bestenfalls.

Wo die Geräte tatsächlich eingesetzt werden

Es gibt Anwendungen, bei denen Ultraschall seriös verwendet wird – nur sind es andere als die im Haushaltsangebot.

Marderabwehr im Motorraum in Kombination mit elektrischen Kontaktplatten. Hier ist die Wirkung besser belegt als bei reinen Schallgeräten, und der Einsatzbereich ist klein und geschlossen.

Vogelabwehr an Gebäuden arbeitet mit hörbarem Schall und Schreckrufen, nicht mit Ultraschall.

Ultraschallreinigung in Wannen ist etwas völlig anderes: Dort erzeugt der Schall im Wasser Kavitationsblasen, die Schmutz ablösen. Die Technik funktioniert – hat mit Schädlingsabwehr aber nichts zu tun.

Die Verwechslung dieser Anwendungen trägt erheblich dazu bei, dass Ultraschall gegen Schädlinge plausibler klingt, als die Datenlage hergibt.

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6 Leserkommentare

  1. Eckhard Bohm

    Hallo, ich habe ein Pest Reject Gerät in unserem Haus im Einsatz. Da wir unter dem Flachdach eine recht große Wohnfläche mit abgehängter Decke haben, die von dem einen Gerät nicht ganz abgedeckt wird - es raschelt über unserem Schlafzimmer - möchte ich ein zweites Gerät einsetzen. Nun stellte ich fest, dass das Pest Reject nicht nur mit Ultraschall arbeitet, sondern auch das elektrische Feld des ganzen Hauses moduliert. Nun wird dieses "normal" schon vorhandene Feld sicher nicht verstärkt, denn die Spannung bleibt ja unverändert, dennoch meine Frage: Könnte ein Hertzschrittmacher, der zwar abgeschirmt ist, durch das Gerät außer Tritt gebracht werden?

    Vielleicht gibt es dazu ja Untersuchungen. Beste Grüße und dank im Voraus Eckhard Bohm

    1. Mauricio

      Hallo Herr Bohm,

      in diesem Fall ist Vorsicht geboten: sprechen Sie unbedingt Ihren Facharzt bzw. Ihren Hausartz diesbezüglich an, bevor Sie einen Ultraschall Schädlingsbekämpfer anwenden. Nur sie können Sie darüber informieren, ob der Ultraschall Schädlingsbekämpfer schädlich für Ihre Gesundheit sein könnte.

  2. Christel Butz

    Es wurde immer wieder erwähnt, dass auch Katzen und ungebetene Hunde vertrieben werden, aber das Gerät für die eigenen Haustiere unschädlich sei. Das ist doch paradox. Meiner eigenen Katze sollen die Wellen nichts ausmachen, dafür aber der Nachbarkatze? Tier ist Tier. Ich will meinen Hunden und meiner Katze das Leben in meinem Haus nicht unaushaltbar machen. Was gilt nun?

    1. Georg

      Im Text bezieht man sich auf Ultraschall Schädlingsbekämpfer ohne TÜV, es wird vor ihrer Anwendung generell abgeraten.

      Ansonsten werben zumindest die Hersteller groß damit, dass die eingesetzten Ultraschallwellen von Hunden, Katzen und Co. nicht wahrgenommen werden.

  3. DANKO

    ich benötige ein Gerät, das idealer Weise gegen Mäuse, Ratten und Marder wirksam ist; Ort: Garage ca. 50m²

    1. Besucher

      Hallo Danko,

      ich habe in meiner Scheune gute Erfahrungen mit dem Pest Repeller (ist oben auf der Liste) gemacht.

      Ich weiß nicht, was da vorhanden war, ich habe immer wieder einfach Kot gefunden, ich tippe auf Mäuse... Seitdem ich aber das Gerät anwende bleibt die Scheune sauber. Ich glaube nicht, dass das Zufall ist.

      Ein solches Gerät würde ich aber nicht in der Nähe von Haustieren anwenden (meine persönliche Meinung).

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