Poolsalz

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Ein Salzwasserpool ist kein chlorfreier Pool – das ist das häufigste Missverständnis. Er erzeugt sein Chlor nur selbst, statt es als Tablette zugegeben zu bekommen.
Wie die Salzelektrolyse funktioniert
Dem Beckenwasser wird Salz zugesetzt, üblicherweise bis zu einer Konzentration von etwa 3 bis 5 Gramm je Liter – je nach Anlage. Zum Vergleich: Meerwasser hat rund 35 g/l, eine Träne etwa 9 g/l. Salzwasser im Pool schmeckt also nur leicht salzig und brennt nicht in den Augen.
Im Kreislauf sitzt eine Elektrolysezelle. Beim Durchströmen wird an den Elektroden aus dem gelösten Natriumchlorid freies Chlor erzeugt, das genau wie zugegebenes Chlor desinfiziert. Nach der Desinfektion verbindet es sich wieder zu Salz – der Kreislauf beginnt von vorn.
Deshalb verbraucht sich das Salz kaum. Nachgefüllt wird nur, was durch Verdunstung, Rückspülen, Spritzwasser und Regenüberlauf verloren geht.

Die Vorteile
Kein Hantieren mit Chemie. Keine Tabletten, kein Granulat, keine Lagerung von Chlorprodukten im Haus.
Gleichmäßigere Chlorwerte. Die Anlage produziert kontinuierlich statt stoßweise. Das ist hygienisch besser und für Haut und Augen angenehmer.
Weniger Chloramine. Der typische Hallenbadgeruch entsteht durch Chloramine, nicht durch Chlor selbst. Bei gleichmäßiger Dosierung entstehen weniger davon.
Angenehmeres Wasserfeeling. Das leicht salzige Wasser wird von vielen als weicher empfunden.
Die Nachteile, die man kennen sollte
Salz ist korrosiv. Das ist der wichtigste Punkt. Salzwasser greift viele Metalle an: Leitern, Handläufe, Einbauteile, Wärmetauscher, Beschläge. Verwenden Sie nur Bauteile aus Edelstahl V4A (A4) oder Kunststoff. Normaler Edelstahl V2A korrodiert im Salzwasser.
Auch Naturstein und bestimmte Fugenmörtel am Beckenrand können leiden. Bei einem bestehenden Pool sollten Sie vor der Umstellung prüfen, ob alle Materialien salzwassergeeignet sind.
Die Zelle ist ein Verschleißteil. Elektroden halten je nach Qualität und Betriebsstunden etwa 3 bis 8 Jahre. Eine Ersatzzelle kostet 200 bis 600 Euro.
Kalkablagerungen an den Elektroden senken die Leistung. Gute Anlagen haben eine automatische Umpolung, die das weitgehend verhindert; ältere Zellen müssen von Hand in verdünnter Säure gereinigt werden.
Sie braucht Strom und Laufzeit. Chlor entsteht nur, wenn die Pumpe läuft. Die Umwälzzeit bestimmt damit direkt die Chlorproduktion.
Welches Salz
Verwenden Sie Poolsalz oder Siedesalz ohne Zusätze, mindestens 99,8 Prozent Natriumchlorid.
Kein Speisesalz mit Jod und Rieselhilfen. Die Zusätze können Trübungen und Ablagerungen verursachen.
Kein Streusalz. Es enthält Verunreinigungen und oft Antibackmittel.
Aufgelöst wird über mehrere Stunden bei laufender Pumpe – am besten im tiefen Beckenbereich verteilt, nicht in den Skimmer geschüttet.
Die Werte im Blick behalten
Auch ein Salzwasserpool braucht Messungen, und zwar dieselben wie jeder andere:
- pH-Wert 7,0 bis 7,4. Die Elektrolyse treibt den pH nach oben – Sie werden regelmäßig pH-Senker zugeben müssen. Das ist der Punkt, an dem „keine Chemie mehr“ nicht stimmt.
- Freies Chlor 0,3 bis 0,6 mg/l
- Salzgehalt nach Herstellervorgabe, mit Teststreifen oder Messgerät
- Alkalität 80 bis 120 mg/l
Was es kostet
| Position | Richtwert |
| Elektrolyseanlage für 30–50 m³ | 600–1.800 Euro |
| Erstbefüllung Salz, 30 m³ | ca. 90–150 kg, 40–100 Euro |
| Salz nachfüllen je Saison | 10–30 Euro |
| Ersatzzelle | 200–600 Euro alle 3–8 Jahre |
| Strom Elektrolyse | gering, meist unter 100 W |
Gegenüber klassischer Chlorung spart man im laufenden Betrieb Geld – die Ersparnis wird allerdings durch die Zelle teilweise wieder aufgezehrt. Der eigentliche Gewinn liegt im Komfort und in der gleichmäßigeren Wasserqualität, nicht im Preis.
Überwintern
Die Elektrolysezelle gehört ausgebaut, gereinigt und frostfrei gelagert. Das Salz bleibt im Wasser – es schadet über den Winter nicht und spart die Neubefüllung im Frühjahr.
Denken Sie daran, die Anlage abzuschalten, bevor die Pumpe stillgelegt wird. Eine Zelle, die ohne Durchfluss arbeitet, nimmt Schaden.
Umrüsten oder neu planen?
Ein bestehender Pool lässt sich in der Regel auf Salzelektrolyse umrüsten. Prüfen Sie vorher drei Punkte.
Die Einbauteile. Leitern, Handläufe, Scheinwerferringe, Düsen und Schrauben müssen salzwassergeeignet sein – Edelstahl V4A (A4) oder Kunststoff. Normaler V2A-Edelstahl korrodiert.
Die Beckenumrandung. Naturstein und manche Fugenmörtel leiden unter Salzwasser, vor allem im Spritzbereich.
Die Wärmepumpe oder der Wärmetauscher. Nicht jedes Gerät ist für salzhaltiges Wasser freigegeben.
Der Einbau der Zelle erfolgt hinter dem Filter in die Druckleitung, mit ausreichend geradem Rohrstück davor und dahinter. Bei Unsicherheit lohnt der Fachbetrieb – eine falsch eingebaute Zelle misst falsch und produziert zu viel oder zu wenig Chlor.
Salz und Frost
Salzhaltiges Wasser gefriert später als reines Wasser – bei üblichen Poolkonzentrationen allerdings nur um etwa einen halben Grad. Als Frostschutz taugt das nicht.
Ein Salzwasserpool wird deshalb genauso eingewintert wie jeder andere: Wasserstand absenken, Leitungen entleeren, Skimmer und Düsen sichern, abdecken.
Die Zelle sollte außerdem so eingebaut sein, dass sie sich zum Reinigen ausbauen lässt, ohne die Verrohrung zu zerschneiden – zwei Verschraubungen links und rechts kosten beim Einbau wenige Euro und ersparen später erheblichen Aufwand.



