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Heimwerker-Berater

Das Poolwasser ist grün - Was tun?

Gartenvon Christoph5 Min. · 11 Abschnitte
Das Poolwasser ist grün - Was tun?
Inhalt11 Abschnitte
  1. Warum das Wasser grün wird
  2. Algen oder Metall?
  3. Schritt 1: Grobreinigung
  4. Schritt 2: pH-Wert einstellen
  5. Schritt 3: Schockchlorung
  6. Schritt 4: Filtern, filtern, filtern
  7. Schritt 5: Boden absaugen
  8. Was Algizid kann – und was nicht
  9. Wann Ablassen sinnvoll ist
  10. So bleibt das Wasser klar
  11. Häufige Fragen

Grünes Poolwasser bedeutet fast immer Algen – und Algen bedeuten, dass das Chlor über Tage nicht mehr gereicht hat. Die gute Nachricht: Ablassen ist selten nötig. Mit der richtigen Reihenfolge ist das Wasser in zwei bis vier Tagen wieder klar. Mit der falschen Reihenfolge verschwendet man eine Woche und viel Geld.

Warum das Wasser grün wird

Algensporen gelangen ständig ins Becken: mit Wind, Regen, Laub und Badegästen. Normalerweise tötet das freie Chlor sie ab, bevor sie sich vermehren. Grün wird der Pool, wenn diese Abwehr zusammenbricht. Die häufigsten Gründe:

  • Zu wenig freies Chlor, etwa nach einer Hitzeperiode, einem Gewitterregen oder einer Poolparty.
  • pH-Wert zu hoch. Über 7,6 arbeitet das Chlor nur noch mit einem Bruchteil seiner Kraft, auch wenn der Messwert stimmt.
  • Filteranlage zu kurz in Betrieb oder verschmutzt, sodass Wasser in Ecken steht.
  • Phosphate und Nährstoffe aus Laub, Dünger oder Regenwasser, die das Algenwachstum befeuern.
  • Zu viel Stabilisator aus Chlortabletten, der das Chlor ausbremst.

Mehr zum Zusammenspiel von pH und Chlor steht unter Chlorwert im Pool.

Algen oder Metall?

Nicht jedes grüne Wasser ist ein Algenproblem. Wird das Wasser nach einer Chlorzugabe klar, aber grünlich oder bräunlich, stecken oft gelöste Metalle dahinter, etwa Kupfer oder Eisen aus Brunnenwasser. Chlor oxidiert sie und macht sie sichtbar. Dann hilft kein weiteres Chlor, sondern ein Metallentferner oder Flockungsmittel und gründliches Filtern.

Die Faustregel: Algenwasser ist trüb, fühlt sich an den Wänden schmierig an und riecht muffig. Metallfärbung ist klar, aber farbig.

Schritt 1: Grobreinigung

Holen Sie zuerst Laub und groben Schmutz mit dem Poolkescher heraus. Bürsten Sie dann Wände, Boden und besonders Ecken, Treppen und die Wasserlinie kräftig ab. Algen bilden an den Wänden einen Schutzfilm, durch den das Chlor schlecht durchkommt. Das Bürsten reißt ihn auf.

Reinigen oder spülen Sie auch die Filteranlage. Ein verstopfter Filter kann die Algen nicht aus dem Wasser holen. Bei einer Sandfilteranlage heißt das rückspülen, siehe Sandfilteranlage richtig spülen.

Schritt 2: pH-Wert einstellen

Erst jetzt messen Sie den pH-Wert und bringen ihn auf 7,0 bis 7,2. Bei grünem Wasser lieber am unteren Ende, weil das Chlor dort am besten wirkt. Zu hoch: pH-Minus zugeben. Zu niedrig: pH-Plus. Die Mittel gibt man bei laufender Pumpe verteilt ins Wasser und wartet einige Stunden, bevor man erneut misst.

Schritt 3: Schockchlorung

Jetzt folgt eine hohe Dosis schnell lösliches Chlor, meist als Granulat oder Flüssigchlor. Ziel ist ein freier Chlorwert, der ein Vielfaches des Normalwerts erreicht – je nach Algenmenge etwa das Zehnfache. Die genaue Menge steht auf der Packung, bezogen auf die Wassermenge in Kubikmetern.

Chloren Sie abends. Tagsüber zerstört die Sonne einen großen Teil des Chlors, bevor es wirken kann. Einzelheiten stehen unter Schockchlorung.

Sicherheit: Chlorprodukte und pH-Minus nie gemeinsam anrühren oder gleichzeitig in den Skimmer geben. Zusammen setzen sie Chlorgas frei. Handschuhe und Schutzbrille tragen, immer Mittel ins Wasser geben, nie Wasser auf das Mittel.

Schritt 4: Filtern, filtern, filtern

Nach der Schockchlorung läuft die Filteranlage ohne Pause 24 bis 48 Stunden. Die abgestorbenen Algen färben das Wasser zunächst grau oder milchig – das ist normal und ein gutes Zeichen. Der Filter holt sie nach und nach heraus.

Kontrollieren Sie in dieser Zeit den Filterdruck. Steigt er deutlich an, ist der Filter voll und muss zwischendurch rückgespült werden. Ein Flockungsmittel bindet feine Schwebeteilchen zu größeren Flocken, die der Sandfilter besser zurückhält.

Ein Poolsauger hilft beim Sauberhalten des Poolbodens
Ein Poolsauger hilft beim Sauberhalten des Poolbodens. | Foto: AnkevanWyk / Depositphotos.com

Schritt 5: Boden absaugen

Abgestorbene Algen sinken als graubrauner Belag auf den Boden. Saugen Sie ihn mit einem Poolsauger ab, sobald sich das Wasser beruhigt hat. Bei sehr viel Belag lohnt es sich, das Schmutzwasser nicht über den Filter, sondern direkt in den Abfluss zu leiten, sofern die Anlage eine Stellung „Entleeren“ hat. Wie das Saugen im Detail geht, steht unter Den Poolboden saugen.

Danach pH und Chlor erneut messen und bei Bedarf nachstellen.

Was Algizid kann – und was nicht

Algizide sind Mittel, die Algen gezielt bekämpfen oder ihr Wachstum hemmen. Als Ersatz für die Schockchlorung taugen sie nicht, als Ergänzung schon. Sinnvoll ist Algizid nach der Behandlung und vorbeugend in heißen Wochen, in der Dosis, die der Hersteller angibt.

Zu viel Algizid kann das Wasser zum Schäumen bringen. Mehr hilft hier nicht mehr.

Wann Ablassen sinnvoll ist

Ablassen ist die letzte Lösung, nicht die erste. Sinnvoll ist es, wenn das Wasser so viel Stabilisator enthält, dass Chlor nicht mehr wirkt, wenn es über Monate stand und zur Brühe geworden ist, oder wenn nach mehreren Schockchlorungen keine Besserung eintritt. Bei Aufstellpools ohne Filteranlage ist ein Wasserwechsel oft schneller.

Beachten Sie: Stark gechlortes Wasser darf nicht einfach in Garten oder Gewässer. Lassen Sie es einige Tage ohne Chlorzugabe stehen und fragen Sie im Zweifel bei der Gemeinde, wohin es abgeleitet werden darf.

So bleibt das Wasser klar

  • pH-Wert und Chlor mindestens zweimal pro Woche messen, bei Hitze öfter.
  • Filteranlage lange genug laufen lassen, bei Hitze länger.
  • Pool abdecken, wenn niemand badet. Das hält Laub, Pollen und Sonne ab – mehr dazu unter So wird der Pool richtig abgedeckt.
  • Nach Gewitter und Poolparty nachmessen.
  • Einmal pro Woche Wände und Wasserlinie bürsten.

Häufige Fragen

Ist grünes Poolwasser gefährlich?

Algen selbst sind meist harmlos, aber sie zeigen, dass die Desinfektion nicht mehr funktioniert. Bakterien können sich dann ebenfalls vermehren. Außerdem sieht man den Boden nicht mehr, was ein Sicherheitsrisiko ist. Nicht baden, bis das Wasser wieder klar ist.

Wie lange dauert es, bis das Wasser klar ist?

Bei leichtem Grünstich einen Tag, bei dichtem Algenwasser drei bis fünf Tage. Entscheidend ist, dass die Filteranlage durchläuft.

Warum wird das Wasser nach dem Chloren milchig?

Das sind abgestorbene Algen und ausgefallene Stoffe. Weiter filtern, Flockungsmittel nutzen, Boden absaugen. Es klärt sich.

Hilft ein Poolroboter?

Für den Boden ja, gegen das Algenproblem nicht. Er ersetzt weder Chemie noch Filter, spart aber das Absaugen.

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