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Heimwerker-Berater

Den Pool richtig reinigen

Reinigungvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Den Pool richtig reinigen
Inhalt9 Abschnitte
  1. Der richtige Rhythmus
  2. Die Werkzeuge
  3. Die Wasserwerte
  4. Umwälzung
  5. Filter pflegen
  6. Die typischen Probleme
  7. Überwintern
  8. Die häufigsten Pflegefehler
  9. Wasserpflege ohne viel Chemie

Poolpflege wirkt kompliziert und besteht im Kern aus drei Dingen, die zusammenspielen: Schmutz herausholen, Wasser umwälzen, Wasserwerte einstellen. Fehlt eines davon, arbeiten die anderen beiden gegen ein Problem, das sich nicht lösen lässt.

Der richtige Rhythmus

WannWas
täglichBlätter und Insekten abkeschern, Skimmerkorb leeren
2–3× pro WochepH und Desinfektion messen
wöchentlichBoden absaugen, Wasserlinie abwischen
wöchentlichFilter rückspülen (Sandfilter)
saisonalFiltersand oder Kartusche tauschen, Grundreinigung

Der wichtigste Punkt steht ganz oben: Was schwimmt, lässt sich leicht entfernen. Was gesunken ist, nicht mehr. Fünf Minuten Keschern am Abend ersparen eine Stunde Schrubben am Wochenende.

Poolrenigung mit Kescher
Mit dem Kescher kann man regelmäßig für eine grobe Säuberung des Pools sorgen. | Foto: elenathewise / Depositphotos.com

Die Werkzeuge

Kescher. Der Flachkescher fährt über die Oberfläche, der Tiefenkescher holt Gesunkenes. Für die tägliche Runde reicht der Flachkescher.

Bodensauger von Hand. Eine Saugdüse am Teleskopstab, über den Schlauch an Skimmer oder Saugleitung angeschlossen. Die Filteranlage erzeugt den Sog. Günstig und gründlich – man muss aber selbst Bahn für Bahn gehen.

Wichtig dabei: Den Schlauch vor dem Anschließen vollständig mit Wasser füllen, sonst zieht die Pumpe Luft. Am einfachsten, indem man ihn vor der Einlaufdüse ins Wasser hält, bis keine Blasen mehr kommen.

Halbautomatische Sauger hängen ebenfalls am Kreislauf, bewegen sich aber selbst über den Boden.

Poolroboter. Eigenständige Geräte mit eigenem Filter und Motor. Sie arbeiten unabhängig von der Filteranlage, reinigen Boden, Wände und je nach Modell auch die Wasserlinie. Die bequemste und teuerste Lösung – und die einzige, die auch dann funktioniert, wenn die Umwälzpumpe schwach ist.

Wandbürste für Algenansatz an Wänden und in Ecken, wo die Strömung nicht hinkommt.

Poolsauger in der Poolroboter-Version
Poolsauger in der Poolroboter-Version. | Foto: Baloncici / Depositphotos.com

Die Wasserwerte

Ohne sie nützt die beste Reinigung nichts – und der entscheidende Wert wird am häufigsten übersehen.

Der pH-Wert gehört zwischen 7,0 und 7,4. Er ist der wichtigste Wert überhaupt, weil er über die Wirksamkeit des Desinfektionsmittels entscheidet. Bei einem pH von 8 wirkt Chlor nur noch zu einem Bruchteil – egal, wie viel Sie hineingeben. Wer trübes Wasser mit immer mehr Chlor bekämpft, hat fast immer ein pH-Problem.

Freies Chlor: 0,3 bis 0,6 mg/l im privaten Pool, je nach Anlage auch bis 1,0.

Alkalität (Säurekapazität): 80 bis 120 mg/l. Sie stabilisiert den pH-Wert. Schwankt Ihr pH ständig, ist meist die Alkalität zu niedrig.

Messen Sie mit Teststreifen oder einem Tropfentest. Elektronische Tester sind bequem und brauchen regelmäßige Kalibrierung.

Stellen Sie immer zuerst den pH-Wert ein, dann alles andere.

Umwälzung

Das Wasser sollte pro Tag etwa zwei- bis dreimal komplett umgewälzt werden. Bei einem Pool mit 30 m³ und einer Pumpe mit 8 m³/h sind das rund 8 bis 11 Stunden Laufzeit täglich.

Lassen Sie die Pumpe in mehreren Blöcken über den Tag laufen statt in einem Stück, und legen Sie die Hauptlaufzeit in die warmen Stunden – dort ist die Algenbildung am stärksten.

Filter pflegen

Sandfilter werden rückgespült, wenn der Druck am Manometer etwa 0,3 bis 0,5 bar über dem Normalwert liegt – in der Regel einmal pro Woche. Rückspülen, dann kurz nachspülen, dann zurück auf Filtern. Der Filtersand hält etwa drei bis fünf Jahre.

Kartuschenfilter werden herausgenommen und abgespült. Zwei Kartuschen im Wechsel sind praktisch: Eine trocknet, während die andere arbeitet.

Ein zugesetzter Filter ist die häufigste Ursache für trübes Wasser bei sonst guten Werten.

Die typischen Probleme

Grünes Wasser sind Algen. Ursache ist fast immer zu wenig Desinfektion, zu kurze Umwälzzeit oder ein zu hoher pH. Vorgehen: pH einstellen, Stoßchlorung, Pumpe durchlaufen lassen, Boden absaugen, Filter reinigen.

Milchig-trübes Wasser bei korrekten Werten sind Schwebstoffe. Ein Flockungsmittel bindet sie, damit der Filter sie fassen kann – danach absaugen.

Brauner Belag deutet auf Eisen oder Mangan im Füllwasser hin. Hier hilft ein Metallentferner, nicht mehr Chlor.

Ein fettiger Rand an der Wasserlinie stammt von Sonnencreme und Hautfett. Mit einem Poolrandreiniger und einem Schwamm abwischen – und zwar regelmäßig, denn der Rand bindet Schmutz und wird mit der Zeit hartnäckig.

Überwintern

Wasser auf etwa 10 bis 20 cm unter die Einlaufdüsen absenken, Leitungen entleeren, Pumpe und Filter ausbauen und frostfrei lagern, Überwinterungsmittel zugeben und abdecken.

Ein Pool, der sauber und mit eingestellten Werten in den Winter geht, ist im Frühjahr in zwei Stunden wieder einsatzbereit. Ein Pool, der grün eingewintert wird, kostet ein Wochenende.

Die häufigsten Pflegefehler

Zu kurze Pumpenlaufzeit. Der mit Abstand häufigste Fehler. Wer aus Stromspargründen nur vier Stunden umwälzt, bekommt unweigerlich Algen – und gibt dann Chemie hinzu, die das Problem nicht löst.

Chlor bei hohem pH. Bei einem pH über 7,6 wirkt Chlor nur noch zu einem Bruchteil. Immer zuerst den pH einstellen.

Zu selten messen. Zwei- bis dreimal pro Woche ist das Minimum, bei Hitze und starker Nutzung täglich.

Filter nicht rückgespült. Ein zugesetzter Sandfilter ist die häufigste Ursache für trübes Wasser bei scheinbar guten Werten.

Stoßchlorung bei Sonne. UV-Licht baut Chlor schnell ab. Chloren Sie abends, dann wirkt es über Nacht.

Wasserpflege ohne viel Chemie

Wer den Chemieeinsatz gering halten will, hat drei Hebel: eine Abdeckung (hält Schmutz draußen und Wärme drin, reduziert den Chlorbedarf erheblich), eine ausreichend dimensionierte Filteranlage mit langer Laufzeit und konsequentes Keschern.

Eine Salzelektrolyseanlage erzeugt Chlor aus Salz direkt im Kreislauf. Sie ersetzt das Chlor nicht, macht die Dosierung aber gleichmäßiger und die Handhabung angenehmer.

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