Unkrautbürste

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Eine Unkrautbürste entfernt Unkraut und Moos aus Pflasterfugen mechanisch, mit harten Borsten aus Stahl oder Kunststoff. Sie ist eine der wenigen Methoden, die auf Wegen und Terrassen erlaubt, wirksam und billig zugleich sind. Ihr Nachteil: Sie entfernt vor allem, was über der Fuge wächst. Tief wurzelnde Pflanzen kommen wieder – wer das akzeptiert und regelmäßig bürstet, hat trotzdem saubere Fugen.
Warum nicht einfach Unkrautvernichter?
Auf befestigten Flächen wie Pflaster, Plattenwegen, Einfahrten und Terrassen ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Deutschland grundsätzlich verboten. Das gilt ausdrücklich auch für Hausmittel wie Essig und Salz. Der Grund: Von versiegelten Flächen läuft alles direkt in die Kanalisation oder ins Grundwasser. Mechanische Methoden wie die Unkrautbürste sind deshalb die erste Wahl.

Die Bauarten
Handfugenbürste. Ein kurzer Griff mit einer schmalen Drahtbürste, oft mit einem Fugenkratzer auf der Rückseite. Für kleine Flächen, Stufen und Ecken. Mühsam auf großen Flächen, dafür präzise.
Stielbürste. Eine Drahtbürste mit langem Stiel, die man im Stehen durch die Fugen zieht. Oft mit einem L-förmigen Kratzer kombiniert. Die übliche Lösung für den Hausgebrauch.
Rotierender Aufsatz für Motorsense oder Freischneider. Eine runde Drahtbürste ersetzt den Fadenkopf. Sehr schnell auf großen Flächen, aber laut und ohne Schutzausrüstung gefährlich.
Elektrischer Fugenreiniger. Ein eigenes Gerät mit rotierender Bürste und Rädern. Ein Mittelweg zwischen Handarbeit und Motorsense. Mehr dazu unter Elektrischer Fugenreiniger; ein Gerät dieser Art beschreibt unser Praxistest zum Einhell GC-EG 1410.
Stahl oder Kunststoff
| Borsten | Stärke | Geeignet für |
| Stahldraht | kräftig, entfernt auch festes Moos | Betonpflaster, Granit, Basalt, Klinker |
| Kunststoff (Nylon) | schonend, weniger Kratzer | weiche Natursteine, beschichtetes Pflaster, Holz und WPC |
Stahlbürsten hinterlassen auf empfindlichen Belägen Kratzer und können auf hellem Stein Rostspuren verursachen, wenn Drahtreste liegen bleiben. Probieren Sie eine neue Bürste zuerst an einer unauffälligen Stelle. Betonpflaster mit farbiger Oberflächenschicht kann bei zu viel Druck abgeschliffen werden.
Schritt für Schritt
- Trocken arbeiten. Nach ein paar trockenen Tagen lässt sich der Fugeninhalt am besten herausbürsten.
- Grobes vorab entfernen. Großes Unkraut mit einem Fugenkratzer oder von Hand herausziehen.
- Bürsten entlang der Fuge, mit mäßigem Druck. Nicht quer über die Steine schrubben.
- Auskehren. Das gelöste Material mit Besen oder Laubsauger entfernen.
- Fugen nachfüllen. Neuen Fugensand einkehren und einschlämmen. Volle Fugen lassen weniger Platz für neue Samen.
Eine ausführliche Anleitung für ganze Flächen steht unter Fugen auf Gehwegen reinigen.

Sicherheit bei rotierenden Bürsten
Rotierende Drahtbürsten verlieren mit der Zeit Drähte, die mit hoher Geschwindigkeit wegfliegen. Schutzbrille ist Pflicht, besser ein Gesichtsschutz, dazu feste Schuhe, lange Hosen und bei Motorsensen Gehörschutz. Andere Personen und Tiere halten Abstand. Die Bürste muss für die Drehzahl des Geräts zugelassen sein, sonst kann sie zerbersten.
Wie oft bürsten
Zwei- bis dreimal im Jahr genügt meist: im Frühjahr, im Sommer und im Herbst. Wer früh bürstet, solange das Unkraut klein ist, hat weniger Arbeit. Moos in schattigen Fugen wächst schneller nach als Unkraut in sonnigen.
Alternativen im Vergleich
- Fugenkratzer: günstig, für einzelne Fugen, sehr mühsam auf Flächen.
- Abflammen: tötet das Oberirdische, Wurzeln treiben nach. Brandgefahr bei Trockenheit.
- Heißwasser oder Heißschaum: wirksam, aber mit teuren Geräten, eher für Kommunen.
- Hochdruckreiniger: spült Fugen aus, trägt aber auch Fugenmaterial ab und kann Stein beschädigen.
- Multifunktionsgeräte wie der Gloria Multibrush mit wechselbaren Bürsten.
Worauf Sie beim Kauf achten
- Borstenbreite passend zur Fuge. Schmale Pflasterfugen von wenigen Millimetern brauchen eine schmale, keilförmige Bürste; breite Natursteinfugen vertragen eine breitere.
- Stiellänge zur Körpergröße. Wer die Bürste im Stehen führen will, braucht einen Stiel, der mindestens bis zur Brust reicht. Ein zu kurzer Stiel zwingt in eine gebückte Haltung, und die Arbeit an einer ganzen Einfahrt wird zur Tortur.
- Fest sitzende Borsten. Billige Bürsten verlieren schon nach wenigen Metern Drähte. Die Borsten sollten fest eingepresst oder verdrillt sein.
- Austauschbarer Bürstenkopf. Dann muss nicht jedes Mal das ganze Werkzeug ersetzt werden.
- Kombination mit Kratzer. Ein Fugenkratzer auf der Rückseite oder als zweites Werkzeug am Stiel holt festsitzende Pflanzen heraus, bevor die Bürste nacharbeitet.
Was eine Unkrautbürste kostet
Handbürsten mit Kratzer gibt es ab etwa 10 Euro, Stielbürsten ab etwa 15 Euro, Stahlbürsten meist etwas teurer als Kunststoff. Rotierende Aufsätze für Motorsensen kosten je nach Durchmesser 20 bis 50 Euro, elektrische Fugenreiniger ab etwa 60 Euro. Ersatzbürsten sollten nachkaufbar sein, denn die Borsten sind ein Verschleißteil.
Häufige Fragen
Passt jeder Bürstenaufsatz auf jede Motorsense?
Nein. Aufnahme, Gewinde und zulässige Drehzahl müssen zum Gerät passen. Viele Hersteller bieten eigene Aufsätze an.
Wie pflege ich die Bürste?
Nach dem Einsatz Erde und Pflanzenreste abklopfen, trocken lagern. Stahlborsten rosten sonst.
Reicht eine Unkrautbürste auch für Moos auf der Terrasse?
Für Moos in den Fugen ja. Flächiger Grünbelag auf den Platten braucht eine andere Reinigung.



