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Heimwerker-Berater

Pflanzentreppe

Gartenvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Warum eine Treppe und kein Regal
  2. Die Materialien
  3. Bauformen
  4. Traglast und Standfestigkeit
  5. Welche Pflanze auf welche Stufe
  6. Wasser: das unterschätzte Problem
  7. Selbst bauen
  8. Im Winter
  9. Häufige Fragen

Eine Pflanzentreppe ist ein Regal in Stufenform, auf dem Töpfe übereinander und leicht versetzt stehen. So bekommt jede Pflanze Licht, und auf wenig Grundfläche findet eine ganze Sammlung Platz. Gerade auf kleinen Balkonen gewinnt man damit Fläche in die Höhe – vorausgesetzt, die Treppe steht sicher und das Gießwasser läuft nicht auf die Nachbarn.

Warum eine Treppe und kein Regal

Anders als bei einem Regal stehen die Pflanzen nicht direkt übereinander. Die oberen Töpfe beschatten die unteren kaum, und man kommt zum Gießen an jede Stufe heran. Hängende Pflanzen wie Kapuzinerkresse oder Hängepetunien können über die Stufe fallen, ohne die nächste zu überdecken. Eine Treppe wirkt zudem wie eine kleine Tribüne: Die Pflanzen sind auf einen Blick zu sehen.

Die Materialien

Holz
  • warm und natürlich
  • leicht selbst zu bauen
  • muss geschützt und gepflegt werden
  • fault bei Staunässe
Metall
  • schlank, filigran, oft verziert
  • trägt viel Gewicht
  • Stahl rostet ohne Beschichtung
  • wird in der Sonne heiß

Daneben gibt es Pflanzentreppen aus Bambus, Kunststoff und Kombinationen aus Metallgestell mit Holzböden. Für draußen sind Lärche, Douglasie, verzinkter oder pulverbeschichteter Stahl und Aluminium die dauerhaften Wahlen. Einfaches Kiefernholz ohne Schutz ist nach wenigen Jahren am Ende. Verzierungen wie Schnörkel und Ornamente sind Geschmackssache; sie ändern nichts an der Funktion, erschweren aber das Reinigen.

Bauformen

  • Gerade Treppe mit zwei bis vier Stufen, vor einer Wand oder am Geländer.
  • Eckmodell mit viertelkreisförmigen oder dreieckigen Stufen, das eine Balkonecke nutzt, in der sonst nichts steht.
  • Klappbare Treppe, die im Winter platzsparend verstaut wird.
  • Leiterform, zwei Seitenteile mit eingelegten Brettern, oft im Landhausstil.
  • Treppe mit Rollen, die man zum Putzen oder bei Sturm bewegen kann.

Die meisten Modelle haben mindestens zwei bis vier Stufen. Mehr als vier werden schnell hoch und kippanfällig.

Traglast und Standfestigkeit

Pflanzen wiegen mehr, als man denkt. Ein Topf mit 10 l Erde bringt nach dem Gießen leicht 10 bis 15 kg auf die Waage, ein Tontopf dazu. Die Traglast je Stufe steht im Datenblatt und sollte eingehalten werden, sonst biegen sich Böden durch.

Hohe und schmale Treppen kippen nach vorn, wenn oben schwere Töpfe stehen. Deshalb gilt: schwere Pflanzen nach unten, leichte nach oben. Auf Balkonen mit Wind die Treppe an der Wand oder am Geländer befestigen. Die Last auf dem Balkon insgesamt im Blick behalten; bei älteren Balkonen im Zweifel einen Fachmann fragen.

Welche Pflanze auf welche Stufe

Oben ist es am hellsten und luftigsten, unten schattiger. Sonnenhungrige Kräuter wie Rosmarin, Thymian und Lavendel gehören nach oben, Petersilie, Schnittlauch und Minze vertragen die unteren Stufen. Hängepflanzen kommen an den vorderen Rand oben, damit sie frei fallen. Aus einer Treppe mit Kräutern wird so ein kleiner Kräutergarten am Küchenfenster; die passende Erde beschreibt Kräutererde.

Wasser: das unterschätzte Problem

Jeder Topf auf einer Pflanzentreppe braucht einen Untersetzer, sonst läuft das Gießwasser über alle Stufen nach unten, auf den Boden und bei Geländern womöglich zum Nachbarn. Stehendes Wasser auf Holzböden lässt sie faulen. Füße unter den Untersetzern oder kleine Abstandshalter sorgen dafür, dass die Böden abtrocknen. Wer viel unterwegs ist, kombiniert die Treppe mit einer einfachen Tropfbewässerung; Lösungen dafür stehen unter Bewässerungssystem für den Balkon.

Selbst bauen

Eine einfache Pflanzentreppe lässt sich aus zwei Seitenteilen und einigen Brettern bauen:

  1. Seitenteile zuschneiden, zum Beispiel als Dreieck oder stufig, aus 20 bis 28 mm starkem Holz.
  2. Stufenbretter auf passende Länge sägen, 20 bis 25 cm tief, damit übliche Töpfe Platz haben.
  3. Verschrauben mit rostfreien Schrauben, vorgebohrt.
  4. Querstrebe hinten zur Aussteifung, sonst wackelt die Treppe seitlich.
  5. Schützen mit Öl oder Lasur, auch Stirnseiten und Unterseiten.

Im Winter

Holztreppen sollten im Winter trocken stehen oder abgedeckt werden. Pflanzen, die draußen überwintern, profitieren davon, zusammengerückt zu stehen; einzeln auf luftigen Stufen frieren die Töpfe schnell durch. Hinweise zum Schutz gibt Winterschutz für Pflanzen.

Häufige Fragen

Was kostet eine Pflanzentreppe?

Einfache Modelle aus Holz oder Metall gibt es ab etwa 25 bis 40 Euro, größere, wetterfeste Ausführungen bei 60 bis 150 Euro.

Wie sichere ich die Treppe gegen Wind?

Auf Balkonen in höheren Stockwerken und an windigen Ecken die Treppe mit Winkeln an der Wand oder mit Kabelbindern am Geländer befestigen. Leichte Kunststofftöpfe auf den oberen Stufen können zusätzlich mit etwas Kies im Untersetzer beschwert werden, damit sie bei Böen nicht herunterfallen.

Taugt sie auch für drinnen?

Ja, besonders vor einem hellen Fenster. Innen sind Untersetzer noch wichtiger, damit der Boden keinen Schaden nimmt.

Welche Töpfe passen?

Leichte Töpfe aus Kunststoff oder Fiberglas schonen die Traglast. Tontöpfe sehen schön aus, sind aber schwer. Einen Überblick über Gefäße gibt Pflanzkübel.

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