Sichtschutz Balkon seitlich
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Ein seitlicher Sichtschutz auf dem Balkon hält den Blick des Nachbarn fern, bremst Zugluft und macht aus einer offenen Betonplatte einen Raum, in dem man sich tatsächlich aufhält. Die Auswahl ist groß – entscheidend sind aber vor allem drei Fragen: Wie viel Wind kommt an, wie darf befestigt werden, und soll es beweglich sein?
Die gängigen Lösungen
| Lösung | Stärken | Schwächen |
| Seitenmarkise | ausziehbar, platzsparend, wetterfest | braucht festen Pfosten oder Wand |
| Paravent, freistehend | ohne Bohren, sofort verschiebbar | windanfällig, braucht Gewicht |
| Feste Trennwand (Holz, WPC, Metall) | stabil, langlebig | Genehmigung nötig, schwer |
| Klemm- oder Spannsystem | ohne Bohren zwischen Boden und Decke | nur bei passender Deckenhöhe |
| Pflanzen und Rankgitter | lebendig, verbessert das Klima | braucht Zeit und Pflege |
Seitenmarkise: der Klassiker
Die Seitenmarkise besteht aus einer Kassette mit aufgerolltem Tuch, die an einer Wand befestigt wird. Das Tuch wird herausgezogen und an einem Pfosten oder einer Wandhalterung eingehängt. Übliche Maße liegen bei 1,6 bis 2 m Höhe und 3 m Auszugslänge. Beim Einfahren rollt eine Feder das Tuch wieder auf – im Idealfall gebremst, damit es nicht zurückschnellt.
Das Tuch besteht meist aus Polyester, bessere Ausführungen aus spinndüsengefärbtem Acryl, das seine Farbe länger hält. Achten Sie auf ein UV-stabiles Gewebe und eine Kassette aus pulverbeschichtetem Aluminium. Für den Sonnenschutz nach oben passen dazu Balkonmarkisen.
Paravent und Stellwand
Ein freistehender Paravent ist die mobile Lösung: aufstellen, ausrichten, fertig. Er eignet sich für Mietwohnungen, in denen nicht gebohrt werden darf. Sein Schwachpunkt ist der Wind. Eine geschlossene Fläche von zwei Quadratmetern wird bei Sturm zum Segel, und ein umgewehter Paravent auf dem Balkon im dritten Stock ist kein Kavaliersdelikt, wenn er über das Geländer geht.
Sichern Sie Stellwände deshalb mit schweren Fußplatten, Pflanzkübeln als Ballast oder einer Klemmbefestigung am Geländer. Bei Sturmwarnung gehört der Paravent zusammengeklappt an die Wand.
Windlast ernst nehmen
Jeder Sichtschutz, der Wind stoppt, muss dessen Kraft aufnehmen. Je höher das Stockwerk, desto stärker bläst es, und an Hausecken entstehen Böen, die man unten auf der Straße nicht spürt. Halbdurchlässige Materialien wie Gewebe mit Luftschlitzen, Lamellen oder Weidengeflecht bremsen den Wind, ohne die volle Last aufzubauen.
Ein Rest an Durchlässigkeit ist deshalb kein Mangel, sondern Absicht. Eine vollständig geschlossene Wand braucht eine entsprechend massive Befestigung, und die ist auf einem Mietbalkon selten zulässig.
Befestigen ohne Bohren
Viele Balkone lassen sich ganz ohne Bohrloch ausstatten. Spannstangen werden zwischen Boden und Balkonplatte darüber geklemmt, wie eine Duschvorhangstange in groß. Das funktioniert, wenn der darüberliegende Balkon oder eine Decke vorhanden ist und die Höhe zum System passt. Andere Varianten werden mit Rohrschellen am Geländer befestigt oder stehen in beschwerten Fußplatten.
Für den Blick durch das Geländer selbst gibt es eigene Lösungen, beschrieben unter Balkongeländer verkleiden und Balkonverkleidung aus Kunststoffplatten. Eine günstige Übergangslösung ist eine Sichtschutzplane mit Kabelbindern.
Was Mieter dürfen
Einen beweglichen Sichtschutz, der nichts beschädigt und die Fassade nicht wesentlich verändert, dürfen Mieter in der Regel ohne Rückfrage aufstellen. Bohren in die Fassade oder dauerhafte Aufbauten brauchen meist die Zustimmung des Vermieters. In Eigentümergemeinschaften entscheidet oft die Gemeinschaft, weil das Erscheinungsbild des Hauses betroffen ist.
Viele Hausordnungen regeln zusätzlich Farben oder Materialien. Es lohnt sich, vorher nachzulesen – eine grelle Seitenmarkise, die wieder abgebaut werden muss, ist verlorenes Geld.
Die richtige Größe
Messen Sie die Balkontiefe und die Höhe bis zur Decke oder zum nächsten Balkon. Ein seitlicher Sichtschutz sollte mindestens so tief sein wie die Sitzfläche, damit man von der Nachbarseite nicht schräg hineinschaut. In der Höhe genügen meist 1,6 bis 1,8 m; höher wird selten gebraucht und erhöht nur die Windlast.
Zwischen Sichtschutz und Hauswand sollte kein breiter Spalt bleiben, sonst ist der ganze Aufwand für den Blick vom Nachbarbalkon wirkungslos.
Materialien im Vergleich
Polyestergewebe ist leicht und günstig, bleicht aber in der Sonne aus. Acrylgewebe hält Farbe und Form länger. WPC und Kunststoffplatten sind pflegeleicht und blickdicht, aber schwer. Holz sieht warm aus, braucht aber regelmäßige Pflege und darf nicht direkt auf dem Boden stehen. Bambus und Weide sind leicht und natürlich, halten jedoch nur wenige Jahre.
Typische Fehler
- Keine Sicherung gegen Wind. Der häufigste und gefährlichste Fehler.
- Zu kleine Fläche. Wenn der Nachbar über den Rand schauen kann, war es die falsche Größe.
- Rostende Befestigungen. Schrauben und Schellen außen immer aus Edelstahl oder verzinkt wählen.
- Abfluss verdeckt. Fußplatten und Kübel nie auf den Balkonablauf stellen.
Häufige Fragen
Was kostet ein seitlicher Sichtschutz?
Eine einfache Sichtschutzmatte gibt es ab etwa 20 Euro, Seitenmarkisen meist ab 60 Euro, gute Ausführungen mit Acryltuch bei 150 bis 300 Euro. Feste Trennwände aus Holz oder WPC liegen je nach Größe darüber.
Kann ich ihn selbst bauen?
Ja, etwa aus einem Holzrahmen mit Lattung oder aus einem Pflanzkasten mit Rankgitter. Wichtig ist eine standsichere Konstruktion mit ausreichend Ballast.
Hält eine Seitenmarkise im Winter?
Das Tuch sollte bei Frost und Schnee eingerollt bleiben. Die Kassette selbst ist wetterfest, das Gewebe aber nicht für Schneelast gemacht.



