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Heimwerker-Berater

Orchideendünger

Gartenvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Warum Orchideen anders gedüngt werden
  2. Welche Formen es gibt
  3. Wie oft und wie viel
  4. Die Tauchmethode
  5. Was im Dünger steckt
  6. Überdüngung erkennen
  7. Mangel erkennen
  8. Licht und Temperatur kommen vor dem Dünger
  9. Hausmittel: Kaffee, Tee, Eierschalen
  10. Häufige Fragen

Orchideendünger ist ein speziell schwach konzentrierter Dünger für Pflanzen, die in der Natur auf Bäumen wachsen und ihre Nährstoffe aus Regen und verrottendem Laub beziehen. Die wichtigste Regel lautet deshalb: lieber zu wenig als zu viel. Die meisten Orchideen, die eingehen, sterben nicht am Hunger, sondern an zu viel Salz im Substrat.

Warum Orchideen anders gedüngt werden

Die häufigsten Zimmerorchideen, allen voran die Phalaenopsis, sind Epiphyten: Sie sitzen in der Natur auf Ästen, halten sich mit Luftwurzeln fest und nehmen Wasser und Nährstoffe über die silbrig-grüne Hülle dieser Wurzeln auf. Das Regenwasser, das an ihnen herunterläuft, enthält nur winzige Mengen Nährstoffe.

Normale Blumendünger sind für Pflanzen in Erde gedacht, die Nährstoffe puffern kann. Orchideen stehen in grober Rinde, die kaum etwas speichert. Salze aus dem Dünger sammeln sich an den Wurzeln und verbrennen die empfindliche Außenschicht. Deshalb ist Orchideendünger geringer konzentriert und wird noch einmal schwach dosiert.

Welche Formen es gibt

FormAnwendungEinschätzung
Flüssigdüngerins Gieß- oder Tauchwassergut dosierbar, die Standardlösung
Düngestäbchenins Substrat gesteckt, wirkt über Wochenbequem, aber örtlich hohe Salzkonzentration
Sprühdüngerauf Blätter und Luftwurzelnergänzend, für aufgebundene Orchideen
Substrat mit Düngerzusatzbeim UmtopfenStartversorgung, ersetzt kein späteres Düngen

Flüssigdünger ist für die meisten Orchideen die beste Wahl. Düngestäbchen sind bei Orchideen umstritten: Das grobe Substrat verteilt die Nährstoffe schlecht, und an der Stelle des Stäbchens können Wurzeln geschädigt werden.

Wie oft und wie viel

Gedüngt wird während der Wachstumsphase, erkennbar an neuen Blättern, Wurzeln oder einem Blütentrieb. Für die Phalaenopsis heißt das etwa alle zwei bis vier Wochen, im Winter bei wenig Licht seltener oder gar nicht. Viele Orchideengärtner halbieren die Dosierung auf der Packung und düngen dafür etwas häufiger – das hält die Salzkonzentration niedrig.

Nach dem Umtopfen vier bis sechs Wochen nicht düngen. Die Wurzeln sind dann verletzt und besonders empfindlich.

Die Tauchmethode

Die meisten Zimmerorchideen werden am besten getaucht statt gegossen:

  1. Topf in lauwarmes Wasser stellen, bis das Substrat vollgesogen ist, etwa 10 bis 15 Minuten.
  2. Beim Düngen den Dünger ins Tauchwasser geben, in der Dosierung für Gießwasser.
  3. Gut abtropfen lassen. Kein Wasser im Übertopf stehen lassen.
  4. Zwischendurch mit klarem Wasser tauchen, damit Salzreste ausgespült werden.

Weiches, kalkarmes Wasser ist ideal, zum Beispiel Regenwasser oder abgekochtes Leitungswasser. Hartes Wasser hinterlässt weiße Krusten auf Substrat und Wurzeln.

Was im Dünger steckt

Orchideendünger enthält Stickstoff, Phosphor und Kalium in ausgewogenem Verhältnis, dazu Spurenelemente wie Eisen, Magnesium und Mangan. Manche Hersteller bieten getrennte Dünger für die Wachstums- und die Blühphase an, mit mehr Stickstoff beziehungsweise mehr Phosphor und Kalium. Für den Alltag mit ein paar Phalaenopsis auf der Fensterbank reicht ein ausgewogener Universaldünger für Orchideen.

Überdüngung erkennen

  • Weiße Krusten auf dem Substrat oder am Topfrand.
  • Braune, trockene Wurzelspitzen, obwohl gegossen wird.
  • Blätter mit braunen Rändern oder weichen, dunklen Stellen.
  • Keine Blüte, dafür üppiges Blattwachstum.

In diesem Fall mehrmals mit klarem, weichem Wasser durchspülen und einige Wochen nicht düngen. Ist das Substrat schon zersetzt, hilft nur Umtopfen in frisches Material – mehr dazu unter Orchideenerde.

Mangel erkennen

Unterdüngung ist seltener. Anzeichen sind blasse, gelbliche Blätter über die ganze Pflanze, sehr kleine neue Blätter und ein ausbleibender Blütentrieb über mehrere Jahre. Einzelne gelbe Blätter unten an der Pflanze sind dagegen normal: Die Orchidee wirft alte Blätter ab.

Licht und Temperatur kommen vor dem Dünger

Kein Dünger bringt eine Orchidee zum Blühen, die zu dunkel steht. Eine Phalaenopsis braucht einen hellen Platz am Ost- oder Westfenster, ohne pralle Mittagssonne hinter der Scheibe, die die Blätter verbrennt. Im Winter darf sie direkt ans Südfenster. Der wichtigste Blühreiz ist dabei nicht der Dünger, sondern eine Abkühlung: Einige Wochen mit Nachttemperaturen, die deutlich unter den Tageswerten liegen, regen bei vielen Phalaenopsis einen neuen Blütentrieb an. Ein Platz im kühleren Schlafzimmer im Herbst wirkt oft Wunder.

Erst wenn Licht, Temperatur und Gießen stimmen, zeigt der Dünger seine Wirkung. Umgekehrt verbraucht eine Pflanze an einem dunklen Platz kaum Nährstoffe; dort wird noch sparsamer gedüngt.

Hausmittel: Kaffee, Tee, Eierschalen

Kaffeesatz, Teereste oder Eierschalen haben im Orchideentopf nichts verloren. Sie verrotten im groben Substrat, fördern Schimmel und bringen keine verlässliche Nährstoffmenge. Auch Reiswasser und Bananenschalen tauchen immer wieder als Tipp auf; sie bringen vor allem Keime in den Topf.

Häufige Fragen

Kann ich normalen Blumendünger verwenden?

Notfalls ja, in einem Viertel bis einem Drittel der üblichen Dosierung. Spezielle Orchideendünger sind aber auf die geringe Pufferkraft des Substrats abgestimmt und billig genug, um sie zu kaufen.

Soll ich während der Blüte düngen?

In reduzierter Menge ja. Eine blühende Phalaenopsis wächst meist weiter, und eine schwache Düngung verlängert die Blüte eher, als dass sie ihr schadet.

Was kostet Orchideendünger?

Eine Flasche mit 200 bis 500 ml liegt bei 4 bis 10 Euro und reicht bei der schwachen Dosierung für viele Monate. Andere Spezialdünger vergleicht Palmendünger.

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