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Heimwerker-Berater

Obstpflücker

Gartenvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wie ein Obstpflücker aufgebaut ist
  2. Die Bauarten
  3. Die Pflückkrone
  4. Der Fangbeutel
  5. Der Stiel: wie hoch Sie kommen
  6. Richtig pflücken: mit Stiel
  7. Wann das Pflücken vom Boden an Grenzen stößt
  8. Fallobst und Lagerobst trennen
  9. Häufige Fragen

Ein Obstpflücker ist ein Korb mit Zinken an einer langen Stange. Man schiebt ihn von unten an die Frucht, drückt sie gegen die Zinken und löst sie mit einer Drehung vom Zweig. Richtig eingesetzt erspart er die Leiter für die meisten Früchte – und das ist sein wichtigster Vorteil, denn Stürze bei der Obsternte sind häufig.

Wie ein Obstpflücker aufgebaut ist

Das Gerät besteht aus drei Teilen: der Pflückkrone mit ihren Zinken, dem Fangbeutel darunter und dem Stiel. Die Pflückkrone ist ein Ring aus Metall oder Kunststoff, dessen Rand zu Zinken ausgeformt ist. Zwischen die Zinken schiebt man den Fruchtstiel, und beim Drehen oder leichten Ziehen löst sich die Frucht und fällt in den Beutel. Der Beutel fängt sie auf, ohne dass sie auf den Boden schlägt. Der Stiel bringt das Ganze in die Höhe.

Die Bauarten

BauartGeeignet fürBesonderheit
Pflückkorb mit Zinken und StoffbeutelÄpfel, Birnen, Quittender Klassiker, schonend
Drahtkorb ohne Beutelrobuste Früchtepreiswert, fasst nur wenige Früchte
Greifer mit Zugschnureinzelne Früchte, ZitrusFrucht wird gegriffen und abgezogen
Pflücker mit SchneidklingeFrüchte mit festem Stielschneidet den Stiel, statt ihn abzubrechen

Für Hausgärten mit Apfel- und Birnbäumen ist der Pflückkorb mit Stoffbeutel die richtige Wahl. Kirschen und Pflaumen lassen sich damit nur mühsam ernten, weil sie zu klein sind und zu dicht hängen.

Die Pflückkrone

Wichtig ist der Durchmesser: Für Äpfel und Birnen sind etwa 12 bis 16 cm üblich. Ist die Krone zu klein, passen große Früchte nicht hinein; zu groß, fällt die Frucht beim Abdrehen zur Seite heraus. Metallkronen sind stabiler, Kunststoffkronen leichter und schonen die Frucht. Die Zinken sollten stumpf und abgerundet sein, sonst ritzen sie die Schale – und jede Verletzung ist ein Einfallstor für Fäulnis im Lager.

Manche Kronen haben innen ein Polster aus Schaumstoff oder Gummi. Das ist ein echter Vorteil für Lagerobst.

Der Fangbeutel

Ein Beutel aus festem Stoff fasst je nach Größe drei bis acht Äpfel. Er muss regelmäßig geleert werden, denn schon nach wenigen Früchten wird das Gerät am langen Stiel spürbar schwer, und die Früchte stoßen aneinander. Stoff ist schonender als Netz, in dem sich Stiele verfangen. Ein Beutel mit Öffnung am Boden erlaubt es, die Früchte direkt in den Korb gleiten zu lassen, ohne den Pflücker ganz herunterzunehmen.

Der Stiel: wie hoch Sie kommen

Stiele aus Holz sind meist 1,5 bis 2,5 m lang, Teleskopstiele aus Aluminium reichen bis etwa 4 m. Mit ausgestrecktem Arm kommt man damit auf eine Pflückhöhe von 5 bis 6 m. Viele Pflückkronen passen auf die Stecksysteme verschiedener Gartengerätehersteller, sodass sich ein vorhandener Stiel nutzen lässt.

Je länger der Stiel, desto mehr kostet jeder Apfel Kraft und Genauigkeit. In 5 m Höhe schwankt der Korb, die Frucht ist schwer zu treffen, und das Gewicht des vollen Beutels drückt auf Schultern und Rücken. Für die obersten Früchte in hohen Bäumen ist eine Obstbaumleiter oft doch der bessere Weg.

Richtig pflücken: mit Stiel

  1. Reife prüfen. Ein reifer Apfel löst sich, wenn man ihn leicht anhebt und dreht. Die Kerne sind braun.
  2. Korb von unten ansetzen, die Frucht mittig in die Krone.
  3. Fruchtstiel zwischen zwei Zinken führen.
  4. Drehen oder leicht nach unten ziehen. Der Fruchtstiel soll am Apfel bleiben und sich an der Ansatzstelle am Zweig lösen.
  5. Beutel leeren, bevor er mehr als halb voll ist.

Ein Apfel ohne Stiel oder mit herausgerissenem Stielansatz fault im Lager schnell. Für den Frischverzehr spielt das keine Rolle, für das Winterlager umso mehr.

Wann das Pflücken vom Boden an Grenzen stößt

Bei dichten Kronen, die nicht ausgelichtet sind, kommt der Korb nicht an die Früchte heran. Auch in sehr alten, hohen Bäumen ist der Pflücker schnell überfordert. Ein regelmäßiger Schnitt hält den Baum in einer Höhe, die man vom Boden aus erreicht, und lichtet die Krone so aus, dass Licht und Pflücker hineinkommen. Wie das geht, zeigt Apfelbaum schneiden. Für den Schnitt vom Boden aus gibt es die Teleskop-Baumschere.

Fallobst und Lagerobst trennen

Äpfel, die heruntergefallen sind, haben meist Druckstellen und eignen sich für Mus, Saft oder Kuchen, aber nicht für das Lager. Gepflückte Früchte ohne Beschädigung kommen einzeln und nebeneinander in flache Kisten, kühl, dunkel und bei hoher Luftfeuchtigkeit. Ein Keller mit etwa 2 bis 5 °C ist ideal. Faulende Früchte regelmäßig aussortieren, weil sie die Nachbarn anstecken.

Häufige Fragen

Was kostet ein Obstpflücker?

Einfache Pflückkörbe mit Beutel gibt es ab etwa 10 bis 15 Euro, stabile Geräte mit Metallkrone und Teleskopstiel bei 30 bis 60 Euro.

Kann ich damit Kirschen ernten?

Nur einzelne Büschel. Kirschen hängen dicht und klein; hier arbeitet man besser von der Leiter mit einem umgehängten Pflückeimer.

Welcher Stiel passt?

Viele Pflücker haben eine universelle Aufnahme mit Gewinde oder Klemme. Wer schon ein Stecksystem nutzt, sollte darauf achten, dass die Krone dazu passt – das spart einen zusätzlichen Stiel.

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