Den Wasserhahn entkalken: wir zeigen wie

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Ein verkalkter Wasserhahn zeigt sich auf zwei Arten: als weißer Belag außen auf dem Chrom und als schwacher, spritzender Strahl. Beides hat dieselbe Ursache und wird unterschiedlich behandelt.
Der Strahlregler ist meist das eigentliche Problem
Am Auslauf sitzt ein Perlator oder Strahlregler – ein kleines Sieb mit Mischkammer, das dem Wasser Luft beimischt. Er verkalkt zuerst und ist die häufigste Ursache für schwachen Wasserdruck am Hahn.
Die gute Nachricht: Er lässt sich abschrauben und separat behandeln.
- Abschrauben. Von Hand versuchen; wenn es nicht geht, mit einer Zange und einem Lappen dazwischen, damit das Chrom keine Spuren bekommt. Achten Sie auf die Drehrichtung – die meisten haben ein Außengewinde und gehen gegen den Uhrzeigersinn ab.
- Zerlegen und sich merken, in welcher Reihenfolge die Teile liegen. Ein Foto vorher spart Ärger.
- Einlegen in Zitronensäurelösung oder verdünnten Essig, 30 Minuten bis mehrere Stunden.
- Mit einer weichen Bürste nacharbeiten, Rückstände ausspülen.
- Zusammensetzen und einschrauben, von Hand fest.
Bei Armaturen mit verdecktem Strahlregler braucht es einen Perlatorschlüssel – er liegt der Armatur bei oder kostet wenige Euro.
Wenn der Regler stark zugesetzt oder das Sieb beschädigt ist, lohnt der Austausch. Ein neuer Perlator kostet 3 bis 15 Euro.

Den Auslauf ohne Abschrauben entkalken
Wenn sich nichts lösen lässt oder der Kalk im Auslauf sitzt:
Füllen Sie einen Gefrierbeutel zur Hälfte mit Entkalkerlösung, stülpen Sie ihn über den Auslauf und befestigen Sie ihn mit einem Gummiband. Nach 30 Minuten bis mehreren Stunden abnehmen, spülen, Wasser einige Minuten laufen lassen.
Achten Sie darauf, dass nur der Auslauf in der Lösung steht – nicht der Armaturenkörper und nicht die Anschlüsse.
Den Belag außen entfernen
Für den weißen Rand am Chrom genügen mildere Mittel.
Zitronensäure oder verdünnter Essig auf einem Tuch, aufgelegt und 15 bis 30 Minuten einwirken lassen. Danach abwischen und mit klarem Wasser nachspülen.
Ein Tuch statt Sprühen: Sprühen verteilt die Säure auf Dichtungen und angrenzende Flächen. Ein getränktes Küchenpapier um den Hahn gewickelt wirkt gezielter.
Nachtrocknen mit einem weichen Tuch. Erst dann glänzt es wieder.
Was Armaturen nicht vertragen
Salzsäurehaltige Sanitärreiniger greifen Chrom an und hinterlassen matte Stellen, die nicht mehr weggehen.
Scheuermittel und raue Schwämme zerkratzen die Verchromung. In den Kratzern setzt sich Kalk danach schneller fest.
Farbige und beschichtete Armaturen – Schwarz matt, Gold, Messing gebürstet, Kupfer – vertragen Säure oft nicht. Hier gilt: Herstellerhinweis lesen, an verdeckter Stelle testen, im Zweifel nur mit Spülmittel und Wasser arbeiten.
Lange Einwirkzeiten an Dichtungen. Essigsäure macht Gummi spröde.
Wenn es weiterhin tropft oder schwach läuft
Nach dem Entkalken sollte der Strahl wieder voll sein. Ist er es nicht, liegt es an einer dieser Stellen:
Das Sieb am Eckventil. Bei Altbauten sammelt sich dort Rost und Partikel aus der Leitung. Wasser abstellen, Verschraubung lösen, Sieb ausspülen.
Die Kartusche im Einhebelmischer. Sie ist das Verschleißteil und kostet 15 bis 40 Euro. Ein tropfender Hahn liegt fast immer an ihr.
Der Schlauch der Brause bei ausziehbaren Armaturen – dort setzt sich ebenfalls Kalk ab.
Vorbeugen
Abtrocknen nach dem Gebrauch. Kalk entsteht beim Verdunsten. Ein Mikrofasertuch neben dem Waschbecken erledigt das in Sekunden und ist die wirksamste Maßnahme überhaupt.
Strahlregler halbjährlich abschrauben und ausspülen, bei hartem Wasser häufiger.
Wasserhärte kennen. Sie steht auf der Internetseite des örtlichen Wasserversorgers und bestimmt, wie oft Sie überhaupt etwas tun müssen: unter 8,4 °dH kaum, über 14 °dH regelmäßig.
Wenn im ganzen Haus Kalkprobleme auftreten, ist eine Enthärtungsanlage eine Überlegung wert – für ein einzelnes Bad steht der Aufwand in keinem Verhältnis.
Die Brause am Spültisch
Ausziehbare Brausen an Küchenarmaturen verkalken schneller als feste Ausläufe, weil nach dem Gebrauch Wasser im Schlauch und im Brausekopf stehen bleibt.
Der Brausekopf lässt sich meist abschrauben und wie ein Perlator einlegen. Bei Modellen mit Silikonnoppen genügt oft, mit dem Daumen über die Düsen zu reiben – der Kalk bricht ab.
Prüfen Sie bei der Gelegenheit den Schlauch: Ein Knick oder eine Scheuerstelle unter der Spüle ist der häufigste Grund für eine Armatur, die plötzlich tropft. Und kontrollieren Sie das Gegengewicht am Schlauch – rutscht es, zieht sich die Brause nicht mehr sauber ein.
Die Dichtung am Auslauf
Tropft es nicht aus dem Auslauf, sondern am Übergang zum Armaturenkörper, ist meist ein O-Ring verschlissen. Ein Satz kostet wenige Euro, und der Wechsel dauert zehn Minuten – deutlich günstiger als eine neue Armatur.
Wie oft ist sinnvoll
Die Antwort hängt allein an der Wasserhärte, die beim örtlichen Versorger steht.
Bei weichem Wasser unter 8,4 °dH genügt es, den Strahlregler einmal im Jahr auszuspülen. Bei mittlerer Härte halbjährlich. Bei hartem Wasser über 14 °dH alle zwei bis drei Monate.
Den Belag außen am Chrom entfernen Sie am besten laufend statt in Aktionen: Ein Mikrofasertuch neben dem Waschbecken, ein Wisch nach dem Händewaschen – und die Frage stellt sich gar nicht erst.



