Zementschleier entfernen - So schafft man es!

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Zementschleier ist der milchig-graue Film, der nach dem Verfugen auf der Fläche zurückbleibt. Er besteht aus feinsten Zementpartikeln, die beim Abwaschen der Fugen über die Oberfläche verteilt wurden und dort ausgehärtet sind.
Er lässt sich entfernen – aber nicht auf jedem Untergrund mit demselben Mittel, und der Zeitpunkt spielt eine erhebliche Rolle.
Der Zeitpunkt entscheidet
Direkt nach dem Verfugen, solange der Schleier noch frisch ist, genügt Wasser und ein Fliesenschwammbrett. Wichtig ist, das Wasser häufig zu wechseln – sonst verteilt man den Schleier nur.
Nach ein bis zwei Tagen braucht es einen Zementschleierentferner.
Nach Wochen oder Monaten ist der Schleier vollständig karbonatisiert und sitzt fest. Dann sind mehrere Durchgänge nötig, und auf empfindlichen Untergründen wird es schwierig.
Die Faustregel: Je früher, desto einfacher. Warten Sie nicht, bis der Bauabschnitt fertig ist.

Zuerst: welcher Untergrund?
Zementschleierentferner arbeiten fast alle auf Säurebasis. Das ist der Grund für ihre Wirkung und für das Risiko.
Säurefest sind: glasiertes Steinzeug, Feinsteinzeug, Klinker, Granit, Quarzit, Basalt.
Nicht säurefest sind: Marmor, Kalkstein, Travertin, Jura, Solnhofer, Beton und Betonwerkstein. Säure löst dort das Bindemittel und hinterlässt matte, raue Stellen, die sich nicht mehr beheben lassen.
Der Test: ein Tropfen Essig an verdeckter Stelle. Schäumt es, brauchen Sie einen säurefreien Zementschleierentferner – die gibt es speziell für Naturstein.
Bei Klinker ist Vorsicht angebracht, auch wenn er säurefest ist: Der Brennvorgang hinterlässt eine Sinterhaut, die bei zu starker Säure angegriffen werden kann, und Eisenanteile im Ton können zu Verfärbungen führen. Testen Sie hier besonders gründlich.
Die Anwendung
- Fläche gründlich wässern. Der wichtigste und am häufigsten übersprungene Schritt: Die Fugen müssen gesättigt sein, damit die Säure nicht in sie eindringt und das Fugenmaterial herauslöst.
- Zementschleierentferner nach Anleitung verdünnen. Mehr wirkt nicht besser, sondern greift an.
- Auftragen und die angegebene Zeit einwirken lassen – meist nur wenige Minuten.
- Mit einem Schrubber oder Schwammbrett nacharbeiten.
- Gründlich mit reichlich klarem Wasser abspülen, mehrfach.
- Wiederholen, falls nötig, statt beim ersten Mal stärker zu dosieren.
Arbeiten Sie in Abschnitten, die Sie in der Einwirkzeit schaffen. Eine angetrocknete Säure auf der Fläche hinterlässt Ränder.
Säure gehört immer ins Wasser
Nie umgekehrt. Beim Verdünnen wird die Säure ins Wasser gegeben, nicht das Wasser in die Säure – sonst kann es spritzen.
Tragen Sie Handschuhe, Schutzbrille und feste Schuhe und sorgen Sie für Belüftung. Achten Sie darauf, dass die Säure nicht auf angrenzende Bauteile gelangt: Aluminiumprofile, verzinkte Teile, Edelstahl und Fensterrahmen reagieren empfindlich.
Wohin mit dem Spülwasser
Das Spülwasser ist sauer und enthält gelöste Zementbestandteile. Es gehört nicht ins Beet und nicht in den Gully.
Neutralisieren Sie es mit Soda oder Kalk und entsorgen Sie es nach den Vorgaben Ihrer Kommune. Bei größeren Mengen fragen Sie beim Entsorger nach.
Wenn es nicht reicht
Bei sehr alten, dicken Schleiern bleibt der Weg über mehrere Durchgänge – oder über eine mechanische Bearbeitung: Einscheibenmaschine mit passendem Pad, bei robusten Belägen auch Sandstrahlen durch einen Fachbetrieb.
Auf empfindlichen Natursteinen lohnt es sich, einen Steinrestaurator zu fragen, bevor man experimentiert. Eine mattierte Marmorfläche ist teurer als jede Beratung.
Vorbeugen ist deutlich einfacher
- Zügig und gründlich abwaschen, bevor der Fugenmörtel vollständig abgebunden hat
- Wasser häufig wechseln – jeder zweite Eimer ist ein neuer
- Schwammbrett auswaschen, nicht nur ausdrücken
- Saugende Naturstein- und Klinkerflächen vorher imprägnieren, dann dringt der Schleier gar nicht erst ein
- Nicht in praller Sonne arbeiten – der Fugenmörtel trocknet zu schnell an
- Bei großen Flächen abschnittsweise verfugen und jeden Abschnitt vor dem nächsten säubern
Der letzte Punkt ist der wirksamste: Wer 40 Quadratmeter am Stück verfugt und dann anfängt abzuwaschen, hat auf der ersten Hälfte bereits einen festsitzenden Schleier.
Woran man den Zementschleier erkennt
Er wird häufig mit anderen Belägen verwechselt, und die Behandlung unterscheidet sich.
Zementschleier ist gleichmäßig grau-milchig über der ganzen Fläche verteilt, fühlt sich leicht rau an und wird bei Nässe vorübergehend unsichtbar – ein guter Test: Ist die Fläche nass und sieht sauber aus, ist es Zementschleier.
Kalkausblühungen sind weiß, punktuell oder streifig und treten vor allem bei neuem Beton und Pflaster auf. Sie verschwinden über ein bis zwei Jahre durch Witterung von selbst.
Salzausblühungen an Wänden zeigen ein Feuchteproblem an – hier hilft kein Reiniger, sondern nur die Beseitigung der Ursache.
Ein Fettfilm von Bauarbeiten lässt sich mit alkalischem Reiniger entfernen; Säure wirkt dagegen nicht.
Bei Unsicherheit hilft der Nässetest: Was bei Nässe verschwindet, sitzt auf der Oberfläche. Was bleibt, sitzt darin.
Auf Naturstein besonders vorsichtig
Bei kalkhaltigem Naturstein ist ein säurehaltiges Mittel nicht nur ungeeignet, sondern richtet dauerhaften Schaden an. Die Oberfläche wird angeätzt, matt und rau – und nimmt danach Schmutz schneller auf als vorher.
Verwenden Sie dort ausschließlich säurefreie Zementschleierentferner für Naturstein. Sie arbeiten mit Komplexbildnern statt mit Säure, brauchen längere Einwirkzeiten und mehrere Durchgänge.
Und testen Sie in jedem Fall an einer verdeckten Stelle, auch bei säurefreien Produkten.



