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Heimwerker-Berater

Sandstein reinigen: so verhelfen Sie Ihrer Mauer zu neuem Glanz!

Reinigungvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Sandstein reinigen: so verhelfen Sie Ihrer Mauer zu neuem Glanz!
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was Sandstein nicht verträgt
  2. Was funktioniert
  3. Die typischen Verschmutzungen
  4. Professionelle Verfahren
  5. Nach der Reinigung: schützen
  6. Vorbeugen
  7. Wenn der Stein bereits sandet
  8. Der Unterschied zwischen den Sandsteinen
  9. Video zum Thema

Sandstein ist ein weicher, poröser Naturstein. Genau das macht ihn schön – und empfindlich. Er nimmt Feuchtigkeit auf, er lässt sich leicht abtragen, und viele der Mittel, die man sonst gegen Grünbelag und Schmutz einsetzt, zerstören ihn.

Die Regel für Sandstein lautet deshalb: so sanft wie möglich, so oft wie nötig.

Was Sandstein nicht verträgt

Hochdruck. Der Strahl sprengt Körner aus der Oberfläche. Der Stein wird rauer, nimmt danach schneller Schmutz auf und vermoost stärker als vorher. Das Ergebnis sieht direkt nach der Reinigung gut aus und nach zwei Jahren schlechter als je zuvor.

Wenn überhaupt Wasser unter Druck, dann mit sehr geringem Druck, breitem Strahl und großem Abstand – und besser gar nicht.

Säure. Viele Sandsteine haben ein kalkhaltiges Bindemittel. Säure löst es heraus, und der Stein zerfällt an dieser Stelle. Essig, Zitronensäure, Salzsäure und säurehaltige Reiniger sind tabu, solange nicht sicher ist, dass es sich um einen kieselig gebundenen Stein handelt.

Scheuermittel und Drahtbürsten. Sie tragen ab und hinterlassen bei Metallbürsten zusätzlich Eisenpartikel, die später als Rostflecken erscheinen.

Streusalz in der Nähe. Es dringt ein und sprengt beim Kristallisieren die Oberfläche.

Sandstein Putz entfernen
In vielen Fällen muss man die Sandsteine reinigen, weil man den alten Putz entfernt hat. Foto: Robert Schneider / Bigstockphoto.com

Was funktioniert

Wasser und weiche Bürste. Für normalen Schmutz die erste Wahl. Eine Nylon- oder Naturborstenbürste, warmes Wasser, etwas Geduld.

Neutrale Steinreiniger, ausdrücklich für Naturstein freigegeben. Sie arbeiten im pH-neutralen bis leicht alkalischen Bereich.

Grünbelagentferner auf Basis quaternärer Ammoniumverbindungen. Sie werden aufgetragen, wirken über Tage und werden nicht abgespült – die Witterung erledigt den Rest. Für Algen und Moos das wirksamste schonende Verfahren.

Heißwasser- und Dampfgeräte mit niedrigem Druck. Sie arbeiten mit Temperatur statt mit Kraft und sind für empfindliche Flächen eine gute Lösung.

Kompressen für punktuelle Flecken: Reinigungsmittel mit einem saugfähigen Pulver zu einer Paste anrühren, auftragen, abdecken, mehrere Stunden ziehen lassen. Beim Trocknen zieht die Paste den gelösten Schmutz aus dem Stein.

Die typischen Verschmutzungen

ProblemVorgehen
Algen, Moos, GrünbelagGrünbelagentferner, einwirken lassen, abbürsten
Schwarze Krusten an FassadenFachbetrieb, Partikelstrahlen mit weichem Medium
Mörtel- und Putzrestemechanisch mit Holz- oder Kunststoffspachtel
Öl und FettKompresse mit Ölfleckentferner
Rostfleckensäurefreier Rostentferner für Naturstein
Kalkschleiernur säurefreie Produkte

Bei Mörtelresten nach dem Entfernen von Putz lohnt Geduld: Erst antrocknen lassen, dann mit einem Holzspachtel abnehmen, den Rest mit einer weichen Bürste. Wer nass schrubbt, arbeitet den Mörtel in die Poren ein.

Professionelle Verfahren

Für Fassaden und Denkmäler arbeiten Fachbetriebe mit Verfahren, die sich im Heimwerkerbereich nicht sinnvoll umsetzen lassen:

Partikelstrahlen mit weichen Medien wie Glasmehl oder Kalkhydrat, bei niedrigem Druck.

Niederdruck-Wirbelstrahlverfahren, bei dem ein Wasser-Luft-Strahl mit feinstem Strahlmittel rotierend arbeitet.

Laserreinigung bei besonders wertvollen Objekten.

Bei denkmalgeschützten Gebäuden ist eine Reinigung ohnehin abstimmungspflichtig – hier gehört die Untere Denkmalschutzbehörde gefragt, bevor gearbeitet wird.

Nach der Reinigung: schützen

Sandstein ist saugfähig. Eine Imprägnierung setzt die Saugfähigkeit herab, ohne die Poren zu verschließen – Wasser perlt ab, der Stein bleibt diffusionsoffen.

Das ist wichtig: Eine filmbildende Versiegelung ist bei Sandstein die falsche Wahl. Sie schließt Feuchtigkeit ein, und wenn diese im Winter gefriert, platzt die Oberfläche ab.

Imprägniert wird nur auf sauberem, vollständig trockenem Stein – rechnen Sie nach der Reinigung mit mehreren trockenen Tagen. Die Wirkung hält je nach Beanspruchung zwei bis fünf Jahre. Der Test: Wasser perlt nicht mehr ab, sondern zieht ein.

Testen Sie vorher an einer verdeckten Stelle. Manche Produkte dunkeln den Stein merklich nach.

Vorbeugen

  • Überhängende Äste zurückschneiden – Schatten und Laubeintrag sind die Hauptursache für Bewuchs. Beachten Sie die Schonzeit vom 1. März bis 30. September
  • Spritzwasserzone beachten: Ein Sockel, auf den vom Dach tropfendes Wasser fällt, vermoost immer wieder
  • Kein Streusalz in der Nähe von Sandsteinstufen und -sockeln
  • Regelmäßig abkehren, damit sich kein Humus auf der Oberfläche sammelt
  • Gefälle und Ablauf prüfen – stehendes Wasser ist die Ursache der meisten Schäden

Wenn der Stein bereits sandet

Rieselt beim Darüberstreichen feiner Sand ab, ist die Bindung an der Oberfläche verloren. Reinigen macht es dann schlimmer.

Hier gibt es Steinfestiger auf Kieselsäureesterbasis, die in den Stein eindringen und die Bindung wiederherstellen. Die Anwendung erfordert Erfahrung und gehört bei größeren Flächen in Fachhände – falsch aufgetragen bildet sich eine harte Kruste über weichem Kern, und die platzt später großflächig ab.

Der Unterschied zwischen den Sandsteinen

Nicht jeder Sandstein ist gleich empfindlich, und der Unterschied liegt im Bindemittel.

Kieselig gebundener Sandstein ist härter und säurebeständig. Er verträgt mehr.

Kalkig gebundener Sandstein löst sich in Säure auf – hier ist jedes säurehaltige Mittel ausgeschlossen.

Tonig gebundener Sandstein ist der weichste und empfindlichste. Er sandet leicht und verträgt kaum mechanische Bearbeitung.

Erkennen lässt sich das für Laien nicht zuverlässig. Deshalb gilt die Vorsichtsregel: Solange die Bindung nicht bekannt ist, wird ohne Säure gearbeitet. Bei wertvollen Objekten lohnt eine Bestimmung durch einen Steinrestaurator, bevor irgendetwas aufgetragen wird.

Video zum Thema

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