Wischsauger

Inhalt10 Abschnitte
Ein Wischsauger saugt und wischt in einem Arbeitsgang. Eine Bürstenwalze trägt Reinigungslösung auf und löst den Schmutz, eine Absaugung direkt dahinter nimmt das Schmutzwasser wieder auf. Der Boden ist nach der Überfahrt nahezu trocken.
Gegenüber Wischmopp und Eimer sind das zwei Unterschiede – und beide sind erheblich.
Das Zwei-Tank-Prinzip
Frischwasser mit Reiniger kommt aus einem Tank, Schmutzwasser landet in einem zweiten.
Beim klassischen Wischen taucht man denselben Lappen immer wieder in dieselbe Brühe. Ab dem dritten Zimmer verteilt man Schmutz, statt ihn aufzunehmen. Der Wischsauger kennt dieses Problem nicht – jeder Quadratmeter bekommt sauberes Wasser.
Der zweite Unterschied: Der Boden ist sofort wieder begehbar. In Haushalten mit Kindern und Tieren ist das der praktische Hauptgrund für die Anschaffung.

Für welche Böden
Gut geeignet: Fliesen, Feinsteinzeug, Vinyl, Linoleum, versiegeltes Parkett und Laminat – die letzten beiden mit sparsamer Wassereinstellung.
Nicht geeignet: unbehandeltes Holz, geöltes Parkett, unversiegelter Kork, saugender Naturstein, Teppich.
Der Maßstab: Verträgt der Boden nebelfeuchtes Wischen, verträgt er auch den Wischsauger auf niedriger Stufe.
Das Kriterium, das über die Nutzung entscheidet
Nach dem Einsatz ist die Walze nass und voller Schmutz. Bleibt sie so im Gerät, riecht sie nach zwei Tagen deutlich – und dann steht das Gerät im Schrank.
Geräte mit Selbstreinigungsfunktion spülen die Walze in der Station automatisch durch; gute Modelle trocknen sie anschließend mit Warmluft. Das ist der Unterschied zwischen einem Gerät, das täglich benutzt wird, und einem, das man bereut.
Ohne diese Funktion muss die Walze nach jedem Einsatz herausgenommen, ausgewaschen und zum Trocknen aufgestellt werden. Das ist keine große Arbeit – aber eine, die man nach dem zehnten Mal nicht mehr macht.
Wenn Sie an einer Stelle Geld ausgeben, dann hier.
Worauf Sie sonst achten sollten
Randgängigkeit. Bleibt an jeder Wand ein Streifen ungewischt, greifen Sie hinterher doch zum Lappen – und der Zeitvorteil ist weg.
Akkulaufzeit. Oft nur 20 bis 35 Minuten. Für eine Wohnung reicht das, für ein Haus wird es knapp.
Tankvolumen. 0,6 bis 1 Liter Frischwasser sind üblich und bestimmen, wie oft Sie unterbrechen.
Haaraufnahme. In Haushalten mit langen Haaren oder Tieren ein eigenes Kriterium – manche Geräte haben Kammleisten, die das Aufwickeln verhindern.
Gewicht und Gelenk. Das Gerät soll sich unter Möbel legen lassen. Die meisten haben einen Eigenantrieb über die Walze, der das Schieben erleichtert.
Das Reinigungsmittel
Verwenden Sie schaumarme Reiniger. Normales Wischmittel schäumt im Schmutzwassertank auf, der Schaum gelangt in den Saugmotor und beschädigt ihn.
Dosieren Sie sparsam. Zu viel Reiniger hinterlässt einen Film, auf dem sich neuer Schmutz schneller festsetzt – der häufigste Grund, warum Böden nach der Maschinenreinigung rascher wieder stumpf wirken.
Für den täglichen Einsatz reicht oft klares Wasser.

Was er nicht ersetzt
Vorher saugen oder kehren, wenn grober Schmutz liegt. Zwar nehmen die Geräte Krümel auf, aber Sand unter der Walze wirkt wie Schleifpapier – auf Vinyl und versiegeltem Parkett sieht man das nach einem Jahr.
Und für eingetrocknete Flecken und Grundreinigungen braucht es Einwirkzeit, die kein Gerät liefert.
Wischsauger, Saugwischer, Nass-Trocken-Sauger
Die Begriffe werden im Handel durcheinander verwendet und meinen meist dasselbe: ein handgeführtes Akkugerät mit Bürstenwalze und zwei Tanks.
Davon zu unterscheiden sind:
Der Nass-Trocken-Sauger aus der Werkstatt – er nimmt Flüssigkeiten auf, wischt aber nicht.
Der Saug-Wisch-Roboter – er arbeitet selbstständig, aber mit geringem Andruck.
Der Dampfreiniger – er arbeitet ohne Chemie mit Hitze, nimmt den Schmutz aber nicht auf und ist für Laminat und Parkett ungeeignet.
Pflege
Nach jedem Einsatz: Schmutzwassertank leeren und ausspülen, Walze prüfen, Haare entfernen, alles offen trocknen lassen.
Der Schmutzwassertank ist der Teil, der riecht. Ein Spritzer Spülmittel und einmal durchspülen genügen, wenn man es gleich macht.
Die Walze ist ein Verschleißteil. Sind die Fasern platt gedrückt, reinigt sie nicht mehr, sondern verteilt. Rechnen Sie mit einem Wechsel alle ein bis zwei Jahre; Ersatzwalzen kosten 15 bis 40 Euro.
Preise
Einfache Geräte kosten 150 bis 300 Euro. Modelle mit Selbstreinigung liegen bei 300 bis 600 Euro, Geräte mit zusätzlicher Warmlufttrocknung und Heißwasserspülung darüber.
Prüfen Sie vor dem Kauf die Verfügbarkeit von Ersatzwalzen und Filtern. Ein Gerät, für das es nach zwei Jahren keine Verschleißteile mehr gibt, ist eine teure Enttäuschung.
Die ehrliche Einordnung
Ein Wischsauger ersetzt das tägliche Wischen, nicht das gründliche. Für eingetrocknete Flecken, klebrige Küchenböden nach einer Feier und Grundreinigungen nach dem Renovieren brauchen Sie weiterhin Eimer, Reiniger und Einwirkzeit.
Was er tatsächlich leistet: Er senkt die Hemmschwelle. Ein Gerät, das in zwei Minuten einsatzbereit ist und den Boden sofort trocken hinterlässt, wird deutlich häufiger benutzt als Eimer und Mopp.
Genau darin liegt der Nutzen – nicht in der überlegenen Reinigungsleistung, sondern darin, dass überhaupt gewischt wird.



