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Heimwerker-Berater

Teppich dreckig und jetzt?

Reinigungvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Teppich dreckig und jetzt?
Inhalt9 Abschnitte
  1. Erst die Faser prüfen
  2. Die häufigsten Flecken
  3. Was Sie danach nicht vergessen sollten
  4. Wenn der ganze Teppich dran ist
  5. Wann der Fachbetrieb
  6. Vorbeugen
  7. Der Fleckenkasten im Haus
  8. Der häufigste Fehler
  9. Wenn der Fleck bleibt

Ein Fleck auf dem Teppich ist unangenehm und in den meisten Fällen lösbar – wenn man schnell handelt und weiß, welches Mittel zum Fleck passt.

Zwei Grundregeln gelten für alle: Tupfen statt reiben, und von außen nach innen arbeiten. Reiben arbeitet den Fleck in die Faser und zerstört den Flor; von innen nach außen zu arbeiten vergrößert ihn.

Erst die Faser prüfen

Das Pflegeetikett auf der Rückseite sagt, womit Sie arbeiten dürfen.

Wolle verträgt keine Enzyme – die Faser besteht selbst aus Eiweiß –, keine starke Alkalität und keine Nässe. Zu nass behandelte Wolle filzt.

Synthetik verträgt fast alles.

Viskose, Seide und handgeknüpfte Teppiche gehören zum Fachbetrieb.

Testen Sie jedes Mittel an einer verdeckten Stelle – unter dem Sofa oder am Rand.

Rotweinflecken auf dem Teppich
Rotweinflecken auf dem Teppich | Foto: ginasanders / Depositphotos.com

Die häufigsten Flecken

Rotwein. Sofort mit Küchenpapier aufsaugen, dann mit Mineralwasser behandeln und wieder abtupfen. Salz darauf zu streuen ist ein bekannter Tipp und bei modernen Teppichen oft kontraproduktiv – es kann Ränder hinterlassen.

Kaffee und Tee. Lauwarmes Wasser mit Gallseife, tupfen, nachspülen.

Fett und Öl. Zuerst mit einem saugfähigen Pulver bestreuen – Mehl, Speisestärke oder Katzenstreu –, einige Stunden ziehen lassen, absaugen. Erst dann mit einem Fleckenentferner arbeiten.

Blut. Ausschließlich kaltes Wasser. Hitze lässt das Eiweiß gerinnen, und der Fleck ist dann dauerhaft.

Kaugummi und Wachs. Mit einem Beutel Eiswürfel verspröden, dann vorsichtig abheben. Wachsreste lassen sich mit Löschpapier und einem warmen Bügeleisen herausziehen – nur bei hitzeunempfindlichen Fasern.

Urin von Haustieren. Hier reicht Wasser nicht: Harnsäurekristalle bleiben im Material und der Geruch kommt bei jeder Feuchtigkeit zurück. Nötig ist ein Enzymreiniger, der sie aufspaltet – nicht bei Wolle.

Tinte und Filzstift. Mit hochprozentigem Alkohol auf einem Wattebausch tupfen, nicht reiben. An verdeckter Stelle testen.

Schlamm und Erde. Vollständig trocknen lassen, dann absaugen. Feucht behandelt verteilt sich der Schmutz.

Was Sie danach nicht vergessen sollten

Mit klarem Wasser nachtupfen. Reinigerrückstände im Flor sind klebrig und ziehen neuen Schmutz an. Eine behandelte Stelle, die nach wenigen Wochen dunkler ist als die Umgebung, hat fast immer diesen Grund.

Vollständig trocknen lassen, bevor die Stelle betreten wird. Ein Handtuch auflegen und beschweren zieht Restfeuchte heraus.

Bei einem Rand um die Stelle: Feuchten Sie den ganzen Bereich gleichmäßig an und lassen Sie ihn langsam trocknen – so verläuft die Grenze.

Wenn der ganze Teppich dran ist

Bei flächiger Verschmutzung reicht die Fleckenbehandlung nicht.

Trockenpulver ist die schonendste Methode und für Wolle und Naturfasern die einzige. Einstreuen, einbürsten, trocknen lassen, absaugen.

Teppichshampoo trocknet ein und wird abgesaugt. Sparsam dosieren.

Sprühextraktion mit einer Maschine ist das gründlichste Verfahren – und ausschließlich für synthetische Fasern geeignet. Geräte gibt es im Verleih für 20 bis 40 Euro am Tag.

Bei allen nassen Verfahren entscheidet die Trocknung: Ein Teppich, der länger als 24 Stunden feucht bleibt, riecht danach muffig; nach 48 Stunden kann sich im Rücken Schimmel bilden. Ventilator und Durchzug sind kein Beiwerk.

Wann der Fachbetrieb

Bei Wolle, Seide, Viskose und handgeknüpften Teppichen, bei großflächiger Verschmutzung, nach einem Wasserschaden und bei Gerüchen, die nicht weggehen.

Rechnen Sie mit 10 bis 30 Euro pro Quadratmeter. Bei einem Teppich, der sonst ersetzt werden müsste, ist das die günstigere Rechnung – und ein Vorbehandlungsversuch mit dem falschen Mittel kann die professionelle Behandlung unmöglich machen.

Sagen Sie deshalb, was Sie bereits versucht haben.

Vorbeugen

  • Sauberlaufzone von mindestens 1,20 m hinter der Haustür
  • Antirutschunterlage – sie verlängert die Lebensdauer spürbar, weil der Flor nicht dauernd gestaucht wird
  • Zweimal wöchentlich saugen, in Laufzonen öfter
  • Ein- bis zweimal im Jahr um 180 Grad drehen
  • Flecken sofort behandeln – der wirksamste Punkt von allen

Der Fleckenkasten im Haus

Vier Dinge decken die allermeisten Fälle ab, und zusammen kosten sie unter zwanzig Euro:

Gallseife gegen eiweiß- und fetthaltige Flecken. Das vielseitigste Mittel überhaupt.

Natron gegen Gerüche und als milde Paste.

Mineralwasser für Rotwein und frische Farbflecken – die Kohlensäure hilft beim Herauslösen.

Saugfähiges Pulver – Speisestärke oder Mehl – für Fett und Öl.

Dazu weiße Baumwolltücher. Farbige Lappen können beim Tupfen Farbe abgeben, und dann hat man zwei Flecken statt einem.

Der häufigste Fehler

Zu viel Flüssigkeit. Ein Fleck von fünf Zentimetern wird mit einem halben Liter Wasser behandelt – und danach hat man einen feuchten Bereich von dreißig Zentimetern, der langsam trocknet und einen Rand hinterlässt.

Arbeiten Sie mit einer Sprühflasche statt mit dem Schwamm. Ein paar Sprühstöße, abtupfen, wiederholen. Lieber fünf Durchgänge mit wenig als einer mit viel.

Und legen Sie zum Schluss ein trockenes Handtuch auf, beschweren Sie es und lassen Sie es die Restfeuchte herausziehen.

Wenn der Fleck bleibt

Nicht jeder Fleck geht heraus. Bei Farbe, Tinte, Bleichmittelschäden und alten Fettflecken ist die Eigenbehandlung oft am Ende.

Bevor Sie den Teppich abschreiben, lohnen zwei Überlegungen: Lässt sich die Stelle mit einem Möbelstück abdecken? Und wäre ein Ausbessern möglich – bei Auslegware kann ein Fachbetrieb ein Stück herausschneiden und ein Reststück einsetzen.

Für diesen Fall gilt: Heben Sie beim Verlegen immer ein Stück Reserve auf.

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