Sprühextraktionsgerät
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Ein Sprühextraktionsgerät sprüht Reinigungslösung in textile Fasern und saugt sie im selben Arbeitsgang wieder ab – samt gelöstem Schmutz. Das reinigt tiefer als jeder Staubsauger und schonender als Schrubben. Die Kunst liegt nicht im Sprühen, sondern im Absaugen: Wer zu viel Wasser im Teppich lässt, tauscht Schmutz gegen Stockflecken.
Wie es arbeitet
Das Gerät hat zwei Tanks: einen für frisches Wasser mit Reinigungsmittel und einen für das abgesaugte Schmutzwasser. Eine Pumpe fördert die Lösung zu einer Düse am Handstück oder an der Bodendüse und sprüht sie unter Druck in die Fasern. Direkt dahinter sitzt ein Saugschlitz, durch den ein starker Saugmotor die Flüssigkeit wieder herauszieht.
Viele Sprühextraktionsgeräte funktionieren auch als normaler Nass-Trockensauger, wenn man die Sprühfunktion abschaltet.
Wofür es sich eignet
- Teppichböden und Auslegware, besonders an Laufwegen und nach Flecken
- Teppiche aus synthetischen Fasern
- Polstermöbel mit waschbarem Bezug
- Autositze und Fußmatten
- Matratzen, mit Vorsicht und langer Trocknungszeit
- Treppenstufen mit Teppichbelag
Weniger geeignet sind empfindliche Naturfasern wie Seide, Viskose und manche Wollteppiche. Sie können sich verfärben, schrumpfen oder verfilzen. Auch Leder und Mikrofaser mit Pflegehinweis „nur trocken reinigen“ gehören nicht unter die Sprühdüse.
Leistung, Tank und Gewicht
| Leistung | Übliche Geräte liegen bei etwa 1200 bis 1700 Watt. Entscheidend ist die Saugleistung, nicht die Pumpe. |
| Frischwassertank | Von unter 2 bis etwa 20 Liter. Für Polster und Auto reicht wenig, für ganze Räume ist ein großer Tank bequemer. |
| Gewicht | Häufig 7 bis 9 kg, ohne Wasser. |
| Kabellänge | Um 7 bis 8 m. Längere Kabel ersparen häufiges Umstecken. |
| Lautstärke | Etwa 70 bis 75 dB(A), vergleichbar mit einem kräftigen Staubsauger. |
Reinigung Schritt für Schritt
- Gründlich staubsaugen. Loser Schmutz und Haare verstopfen sonst die Düse und werden zu Schlamm.
- Unauffällige Stelle testen, ob der Teppich farbecht ist und die Lösung verträgt.
- Flecken vorbehandeln und das Reinigungsmittel 5 bis 10 Minuten einwirken lassen.
- In Bahnen arbeiten. Beim Vorziehen sprühen, beim Zurückziehen nur saugen. Bahnen leicht überlappen.
- Nachsaugen ohne Sprühen, zwei- bis dreimal über jede Stelle. Das entzieht so viel Wasser wie möglich.
- Trocknen lassen. Fenster öffnen, gegebenenfalls einen Ventilator nutzen. Erst betreten, wenn der Teppich trocken ist.
Lauwarmes Wasser reicht. Zu heißes Wasser kann Wollteppiche verfilzen und Kleber im Teppichrücken lösen.
Für Autositze gilt dasselbe Vorgehen, nur mit dem kleinen Polsteraufsatz. Lassen Sie danach die Türen offen, bis die Sitze trocken sind.
Das richtige Reinigungsmittel
Verwenden Sie Mittel, die für Sprühextraktion ausgewiesen sind. Sie schäumen wenig, denn Schaum im Schmutzwassertank kann den Saugmotor erreichen. Normales Teppichshampoo oder Spülmittel schäumt zu stark und hinterlässt Rückstände, die neuen Schmutz anziehen. Weniger Mittel ist mehr – Reste im Teppich machen ihn nach der Reinigung schneller wieder schmutzig. Mehr zur Fleckenbehandlung finden Sie unter Teppich reinigen.
Typische Fehler
- Zu viel Wasser. Der Teppichrücken durchfeuchtet, der Kleber löst sich, es riecht muffig oder schimmelt. Lieber zweimal sparsam als einmal nass.
- Nicht nachgesaugt. Die Feuchtigkeit bleibt in den Fasern, und beim Trocknen wandert Schmutz aus der Tiefe nach oben. Es entstehen Ränder.
- Zu viel Reinigungsmittel. Rückstände kleben, der Teppich verschmutzt schneller.
- Sofort betreten. Nasse Fasern nehmen Schmutz besonders leicht auf.
- Schmutzwassertank überfüllt. Die Absaugung lässt nach, im schlimmsten Fall gelangt Wasser in den Motor.
Kaufen, mieten oder Profi
Für ein- oder zweimal im Jahr lohnt sich meist das Mieten. Viele Baumärkte, Drogerien und Reinigungsfachgeschäfte vermieten Geräte tageweise, oft zusammen mit dem passenden Reinigungsmittel. Wer Kinder, Haustiere oder viel Teppich hat, ist mit einem eigenen Gerät besser bedient. Für wertvolle Orientteppiche und empfindliche Naturfasern ist eine professionelle Teppichwäscherei die sicherere Wahl.
Eine Alternative für große Flächen ist die Teppichreinigungsmaschine mit rotierenden Bürsten. Sie arbeitet mechanisch stärker, eignet sich aber nicht für Polster.
Pflege des Geräts
Schmutzwassertank nach jedem Einsatz leeren und ausspülen, sonst entstehen Gerüche. Frischwassertank und Leitungen mit klarem Wasser durchspülen, damit keine Mittelreste antrocknen und die Düse verstopfen. Filter reinigen und alle Teile offen trocknen lassen, bevor das Gerät verstaut wird.
Häufige Fragen
Was kostet ein Sprühextraktionsgerät?
Kleine Geräte für Polster und Auto gibt es ab etwa 100 Euro. Solide Geräte für Teppichböden kosten 150 bis 400 Euro, Profigeräte mehr. Mieten kostet meist 20 bis 40 Euro am Tag.
Wie lange muss der Teppich trocknen?
Bei guter Lüftung meist 4 bis 12 Stunden, je nach Florhöhe, Temperatur und wie gründlich nachgesaugt wurde.
Kann ich damit harte Böden reinigen?
Mit Zubehör teilweise, aber dafür gibt es besser geeignete Geräte wie den Hartbodenreiniger.
Hilft das Gerät gegen Tiergerüche?
Oft ja, wenn der Geruch aus den oberen Schichten kommt. Ist Urin bis in den Untergrund gezogen, reicht die Reinigung meist nicht aus.



