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Heimwerker-Berater

Kienspan

Gartenvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Kienspan
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wie Kienspan entsteht
  2. Warum er so gut brennt
  3. Wofür Sie Kienspan verwenden
  4. Anzünden Schritt für Schritt
  5. Kienspan als Wolle oder Späne
  6. Worauf Sie beim Kauf achten
  7. Wie Sie ihn lagern
  8. Kienspan selbst sammeln
  9. Kienspan im Kaminofen: was erlaubt ist
  10. Häufige Fragen

Kienspan ist Kiefernholz, das so stark mit Harz durchtränkt ist, dass es auch nass noch brennt. Früher war er die billigste Lichtquelle im Haus, heute ist er ein natürlicher Anzünder für Kamin, Grill und Lagerfeuer. Ein daumendickes Stück reicht meist, um ein Feuer sicher in Gang zu bringen – ohne Paraffin, ohne Petroleum, ohne Chemie.

Wie Kienspan entsteht

Kiefern reagieren auf Verletzungen und auf das Absterben mit Harz. Im Kernholz alter Stubben, in Wurzelstöcken und an Astansätzen reichert es sich über Jahre an, bis das Holz schwer, dunkel und fast durchscheinend wirkt. Dieses harzgetränkte Holz heißt Kien, das Wort steckt auch in Kienapfel und Kiefer.

Der Kienspan im Handel stammt heute häufig aus Kiefernwäldern in Mittel- und Südamerika, wo Stubben gefällter Bäume gezielt verwertet werden. Er ist im englischen Sprachraum als Fatwood bekannt. Auch heimische Kiefernstubben liefern Kien, allerdings in kleineren Mengen.

Warum er so gut brennt

Harz besteht zum großen Teil aus Terpenen und Harzsäuren, also aus brennbaren Stoffen, die bei relativ niedriger Temperatur verdampfen. Hält man eine Flamme an Kienspan, entzündet sich das Harz sofort, und die Flamme frisst sich in das Holz hinein. Weil das Harz Wasser abweist, brennt Kien auch nach Regen, was ihn bei Wanderern und im Outdoor-Bereich beliebt macht.

Die Kehrseite: Die Flamme ist gelb und rußt, und es riecht deutlich nach Harz. Zum Anzünden ist das egal, als Dauerfeuer wäre es unangenehm.

Kienspan: vielseitig anwendbar
Kienspan: vielseitig anwendbar! | Foto:alebloshka / Depositphotos.com

Wofür Sie Kienspan verwenden

  • Kaminofen und offener Kamin. Ein bis zwei Stäbe unter dem Anzündholz.
  • Holzkohlegrill. Zwei bis drei Stäbe im Anzündkamin ersetzen den Anzündwürfel.
  • Lagerfeuer und Feuerschale. Besonders nützlich, wenn das übrige Holz feucht ist.
  • Outdoor und Notfall. Mit einem Messer abgeschabte Späne lassen sich sogar mit einem Feuerstahl entzünden.
  • Pizzaofen und Räucherofen, sofern nur zum Anheizen und nicht während des Garens.

Anzünden Schritt für Schritt

  1. Unterlage schaffen. Ein oder zwei Stäbe Kienspan quer auf den Rost oder in die Mitte des Brennraums legen.
  2. Anzündholz darüber. Dünne, trockene Scheite kreuzweise darauf, darüber zwei bis drei größere Scheite. Beim Kaminofen hat sich das Anzünden von oben bewährt: große Scheite unten, Kienspan und Anzündholz oben.
  3. Luftzufuhr voll öffnen.
  4. Kienspan an der Spitze anzünden. Nach wenigen Sekunden brennt er selbstständig.
  5. Nicht nachlegen, bevor das Anzündholz brennt. Erst wenn die kleinen Scheite richtig durchbrennen, die größeren nachlegen.

Kienspan als Wolle oder Späne

Neben ganzen Stäben wird Kienspan auch als feine Späne oder als Kienspanwolle angeboten. Die Wolle fängt noch leichter Feuer und ist gut für Grill und Kamin. Späne lassen sich auch selbst herstellen: Mit einem scharfen Messer vom Stab feine Locken abschaben, die an einem Ende hängen bleiben. Das ergibt einen sogenannten Featherstick, der schon mit einem Funken brennt.

Worauf Sie beim Kauf achten

Harzgehalt. Guter Kienspan ist schwer, dunkel oder bernsteinfarben und riecht beim Anschneiden intensiv nach Harz. Helle, leichte Stücke sind oft nur gewöhnliches Kiefernholz.

Trockenheit. Kien brennt zwar auch feucht, aber trockene Ware zündet schneller.

Herkunft. Seriöse Anbieter nennen Herkunft und Holzart. Kienspan ist ein Nebenprodukt der Forstwirtschaft, gerodete Stubben sind die übliche Quelle.

Stücklänge und Dicke. Stäbe von 15 bis 25 cm Länge und 1 bis 2 cm Dicke sind handlich. Sehr dicke Stücke müssen vor dem Gebrauch gespalten werden.

Wie Sie ihn lagern

Trocken, kühl und in einer geschlossenen Box oder einem Beutel. Kienspan verliert über die Jahre kaum an Wirkung, weil das Harz nicht verdunstet wie Lösungsmittel. Lagern Sie ihn aber nicht direkt neben dem Ofen oder in der prallen Sonne: Harz wird bei Wärme weich und klebrig, und in Ofennähe ist jedes leicht entflammbare Material fehl am Platz.

Kienspan selbst sammeln

In Kiefernwäldern finden sich alte Stubben mit Kien, oft erkennbar an rötlich-braunem, schwerem Holz unter der verrotteten Oberfläche. Im Wald dürfen Sie aber nicht einfach Holz mitnehmen oder Stubben ausgraben. Für das Sammeln von Holz braucht es die Erlaubnis des Waldbesitzers, meist über einen Leseholzschein des Forstamts. Im eigenen Garten ist ein alter Kiefernstumpf dagegen eine kleine Schatzkiste.

Kienspan im Kaminofen: was erlaubt ist

Kaminöfen dürfen nach der Verordnung über kleine Feuerungsanlagen nur mit naturbelassenem Holz, Holzbriketts und den zugelassenen Brennstoffen betrieben werden. Kienspan ist naturbelassenes Holz und gehört damit zu den erlaubten Anzündern, genau wie unbehandeltes Anzündholz. Tabu sind dagegen Zeitungspapier in größeren Mengen, lackierte Holzreste, Spanplatten und Kartons mit Beschichtung.

Achten Sie darauf, dass Sie keinen Kienspan kaufen, der mit Paraffin oder Wachs getränkt wurde und nur so aussieht. Echter Kien ist ohne Zusätze brennbar, das Harz stammt aus dem Baum selbst.

Häufige Fragen

Was kostet Kienspan?

Im Handel etwa 5 bis 15 Euro je Kilogramm, größere Gebinde sind je Kilo günstiger. Ein Kilo reicht für viele Dutzend Anzündvorgänge.

Rußt Kienspan im Kaminofen?

Ein wenig, weil Harz rußend verbrennt. Bei einer Menge von ein bis zwei Stäben zum Anzünden ist das unbedeutend. Als Brennstoff für das ganze Feuer ist er nicht gedacht.

Gibt es Alternativen?

Anzündwürfel aus Holzwolle und Wachs sind die gängigste Alternative. Für den Grill gibt es außerdem den elektrischen Grillanzünder. Für das Feuer selbst bleibt gutes, trockenes Kaminholz entscheidend.

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