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Heimwerker-Berater

Farbsprühsystem

Haus & Bauvon Andreas4 Min. · 9 Abschnitte
Farbsprühsystem
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wie ein Sprühsystem arbeitet
  2. Die drei Systeme
  3. Welche Farbe mit welchem Gerät
  4. Die richtige Viskosität
  5. Abkleben und Sprühnebel
  6. Sprühen Schritt für Schritt
  7. Sicherheit bei Airless
  8. Reinigung
  9. Häufige Fragen

Ein Farbsprühsystem zerstäubt Farbe zu feinem Nebel und trägt sie ohne Pinselstriche und Rollenstruktur auf. Schneller als die Rolle ist es nur bei großen Flächen oder bei Gegenständen mit vielen Kanten – der Zeitgewinn beim Sprühen geht sonst beim Abkleben wieder verloren. Welches System passt, hängt vor allem davon ab, was Sie verarbeiten wollen: dünnflüssigen Lack oder dicke Wandfarbe.

Wie ein Sprühsystem arbeitet

Alle Geräte bringen die Farbe unter Druck durch eine feine Düse. Dabei zerfällt sie in Tröpfchen, die auf der Fläche wieder zu einem geschlossenen Film zusammenlaufen. Unterschiede bestehen darin, ob Luft die Farbe zerstäubt oder allein der Flüssigkeitsdruck, und wie hoch dieser Druck ist. Davon hängen ab, wie fein das Ergebnis wird, wie viel Farbe als Nebel danebengeht und welche Farben das Gerät überhaupt schafft.

Farbsprühsystem
Farbsprühsystem | Foto: DJSrki / Depositphotos.com

Die drei Systeme

SystemPrinzipStärkenSchwächen
Niederdruck (HVLP)Turbine erzeugt viel Luft mit geringem Druckwenig Sprühnebel, leicht zu bedienen, für Lack und LasurWandfarbe nur verdünnt und mit großen Geräten
Hochdruck (Druckluft)Kompressor, Farbe wird mit Druckluft zerstäubtsehr feines Finish, Lackierqualitätviel Overspray, braucht leistungsfähigen Kompressor
AirlessKolben- oder Membranpumpe presst Farbe mit sehr hohem Druck durch die Düseschnell, Wandfarbe unverdünnt, große Flächenteuer, aufwendig zu reinigen, gefährlich bei Fehlbedienung

Welche Farbe mit welchem Gerät

HVLP-Geräte, wie sie die meisten Heimwerker kennen, verarbeiten Lacke auf Wasser- und Lösemittelbasis, Lasuren, Holzschutz, Grundierungen und Klarlacke gut. Dispersionsfarbe für Wände schaffen nur größere Modelle mit eigener Wandfarbendüse, und auch dann meist leicht verdünnt. Ideal sind Gartenmöbel, Zäune, Türen, Heizkörper und Schränke.

Druckluftpistolen am Kompressor sind die Wahl für feine Lackierarbeiten, von Möbeln bis zu Fahrzeugteilen. Auch 2K-Lacke lassen sich damit verarbeiten. Der Kompressor muss genügend Luftmenge liefern; die Angabe steht auf der Pistole. Mehr zur Druckluft unter Flüsterkompressor.

Airless-Geräte sind für Dispersionsfarbe, Latexfarbe und Fassadenfarbe gebaut und schaffen große Flächen in kurzer Zeit. Mit passender Düse sprühen sie auch Lacke, allerdings mit weniger feinem Ergebnis als eine Druckluftpistole.

Die richtige Viskosität

Jedes System hat eine Grenze, wie dickflüssig die Farbe sein darf. Die Hersteller legen den Geräten oft einen Auslaufbecher bei: Er wird gefüllt, und die Sekunden bis zum Leerlaufen zeigen die Viskosität. Liegt der Wert über der Angabe, wird verdünnt – bei wasserbasierten Farben mit Wasser, bei Lösemittellacken mit dem passenden Verdünner, schrittweise und in kleinen Mengen. Zu dicke Farbe spuckt, zu dünne läuft. Probieren Sie immer auf einem Karton, bevor Sie an das Werkstück gehen.

Abkleben und Sprühnebel

Sprühnebel landet überall, auch einige Meter entfernt. Decken Sie deshalb großzügig ab: Boden, Fenster, Möbel, Steckdosen, Lichtschalter. Im Freien sollte es windstill sein, und Nachbars Auto steht besser nicht in der Nähe. Tragen Sie eine Atemschutzmaske mit passendem Filter, bei Lösemittellacken mit Kombifilter; Hinweise unter Lackiermaske.

Sprühen Schritt für Schritt

  1. Düse und Luftmenge einstellen nach Herstellerangabe für die jeweilige Farbe.
  2. Probe auf Karton. Das Sprühbild soll gleichmäßig oval sein, ohne dicke Ränder.
  3. Abstand halten. Bei HVLP etwa 15 bis 30 cm, bei Airless ähnlich. Zu nah gibt Läufer, zu weit gibt eine raue, trockene Oberfläche.
  4. Pistole parallel führen. Nicht aus dem Handgelenk schwenken, sondern mit dem ganzen Arm, gleichmäßig schnell, immer im rechten Winkel zur Fläche.
  5. Bahnen überlappen. Jede Bahn überdeckt die vorige etwa zur Hälfte.
  6. Vor der Fläche starten, danach stoppen. Den Abzug erst drücken, wenn die Pistole in Bewegung ist; sonst entsteht am Rand ein Farbklecks.
  7. Lieber zwei dünne Schichten als eine dicke.

Sicherheit bei Airless

Airless-Geräte arbeiten mit mehr als hundert bar. Ein Strahl aus nächster Nähe durchdringt die Haut und spritzt Farbe ins Gewebe. Eine solche Injektionsverletzung sieht harmlos aus, ist aber ein chirurgischer Notfall. Halten Sie niemals Finger oder Hand vor die Düse, entlasten Sie den Druck vor jedem Düsenwechsel und sichern Sie die Pistole in jeder Pause.

Reinigung

Reinigen Sie das Gerät sofort nach der Arbeit gründlich, bei Wasserlacken mit Wasser, bei Lösemittellacken mit Verdünner. Angetrocknete Farbe in Düse und Schläuchen ist der häufigste Grund für ein schlechtes Sprühbild beim nächsten Einsatz. Bei Airless-Geräten wird das System mit Reinigungsflüssigkeit durchgepumpt, bis sie klar herauskommt.

Häufige Fragen

Kann ich damit Wände streichen?

Mit einem großen HVLP-Gerät mit Wandfarbendüse oder einem Airless-Gerät ja. Bei einem einzelnen Zimmer ist die Rolle oft schneller, weil Abkleben und Reinigen entfallen. Tipps zur Farbe unter Rauhfaserfarbe.

Welche Hersteller gibt es?

Im Heimwerkerbereich sind vor allem Wagner und Bosch verbreitet, bei Airless-Geräten im Profibereich Graco und Wagner. Entscheidend ist weniger die Marke als die Frage, ob das Gerät für Ihre Farbe freigegeben ist.

Lohnt sich die Anschaffung?

Für Zäune, Gartenmöbel, Türen und Heizkörper ja. Einfache HVLP-Geräte gibt es ab etwa 60 Euro. Für einmalige große Fassadenarbeiten lohnt es sich eher, ein Airless-Gerät zu leihen. Wie Sie Heizkörper sauber lackieren, zeigt Heizkörper streichen.

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