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Heimwerker-Berater

5 einfache Eigenleistungen, die Sie beim Hausbau erbringen können

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
5 einfache Eigenleistungen, die Sie beim Hausbau erbringen können
Inhalt10 Abschnitte
  1. Bevor Sie zusagen
  2. Versicherung auf der Baustelle
  3. 1. Malerarbeiten und Tapezieren
  4. 2. Bodenbeläge verlegen
  5. 3. Fliesen legen
  6. 4. Sanitärobjekte montieren
  7. 5. Garten und Außenanlagen
  8. Was Profis vorbehalten bleibt
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen

Eigenleistung beim Hausbau kann viele tausend Euro sparen – oder den Bau verzögern, Gewährleistung kosten und am Ende teurer werden. Entscheidend ist, die richtigen Arbeiten zu wählen: solche, die man in der verfügbaren Zeit sauber schafft und die nicht den Takt der Handwerker blockieren. Fünf Gewerke eignen sich dafür besonders.

Bevor Sie zusagen

Eigenleistung wird im Bauvertrag festgelegt. Was Sie selbst machen, fällt aus dem Leistungsumfang des Bauunternehmens heraus – und damit auch aus seiner Gewährleistung. Klären Sie schriftlich, wer was bis wann erledigt und wer welche Vorarbeit abnimmt.

Die Zeit ist der Engpass, nicht das Können. Wer Vollzeit arbeitet, hat abends und am Wochenende Zeit, und die Baustelle wartet nicht. Verzögert sich Ihre Leistung, stehen nachfolgende Gewerke still. Rechnen Sie die geplanten Stunden großzügig und prüfen Sie, ob Urlaub und Helfer in den Bauzeitplan passen.

Die Bank rechnet mit. Eigenleistung wird oft als sogenannte Muskelhypothek anstelle von Eigenkapital anerkannt, aber meist nur bis zu einer Grenze und nur mit einer plausiblen Aufstellung. Wer zu viel einplant, muss später nachfinanzieren.

Versicherung auf der Baustelle

Helfer aus Familie und Freundeskreis sind auf einer privaten Baustelle bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) gesetzlich unfallversichert. Der Bauherr muss sie dort innerhalb einer Woche nach Beginn anmelden. Für Sie selbst gilt das nicht automatisch – als Bauherr können Sie sich freiwillig versichern.

Dazu gehört eine Bauherrenhaftpflicht, falls ein Passant durch Ihre Baustelle zu Schaden kommt, und je nach Vertrag eine Bauleistungsversicherung.

1. Malerarbeiten und Tapezieren

Der Klassiker unter den Eigenleistungen und für die meisten gut machbar. Wände grundieren, tapezieren, streichen – das ist Fleißarbeit, aber keine Wissenschaft. Lassen Sie sich die Untergründe (Putz, Gipskarton) übergeben, bevor Sie anfangen: Risse und unsaubere Spachtelstellen sind danach Ihr Problem.

Gutes Werkzeug zahlt sich aus. Ein stabiler Malertisch, eine sichere Malerleiter und Abdeckvlies sparen Zeit und Nerven. Wer sich die Decke im Treppenhaus nicht zutraut, kann gezielt nur diese Flächen an einen Maler vergeben.

2. Bodenbeläge verlegen

Klick-Laminat, Klick-Vinyl und schwimmend verlegtes Fertigparkett liegen gut im Bereich des Machbaren. Die Voraussetzung ist ein trockener Estrich – vor dem Verlegen wird die Restfeuchte gemessen, und das macht der Estrichleger oder Bodenleger. Wer auf zu feuchtem Estrich verlegt, riskiert aufgewölbte Böden.

Anleitungen gibt es unter Klick-Laminat verlegen. Wichtig sind die Trittschalldämmung, ausreichend Randabstand zu Wänden und das Einhalten der Verlegerichtung.

3. Fliesen legen

Anspruchsvoller als Laminat, aber mit Geduld machbar – besonders im Keller, im Hauswirtschaftsraum oder auf einfachen, rechteckigen Flächen. Große Formate, Gefälle zum Bodenablauf und die Abdichtung in der Dusche sind dagegen Arbeiten, bei denen Fehler teuer werden. Die Verbundabdichtung im Bad sollte der Fachbetrieb machen oder zumindest abnehmen.

Grundlagen stehen unter Fliesen verlegen leicht gemacht.

4. Sanitärobjekte montieren

Waschbecken, WC-Keramik, Spiegelschränke und Accessoires an vorbereitete Anschlüsse zu montieren, ist für geschickte Heimwerker machbar. Die Leitungen selbst sind Sache des Installateurs: Arbeiten an der Trinkwasserinstallation dürfen nur beim Wasserversorger eingetragene Betriebe ausführen. Sprechen Sie ab, wer die Objekte anschließt und die Dichtheit abnimmt – sonst streitet man im Schadenfall, wer schuld ist.

ein Mann gestaltet seinen Garten als Eigenleistung beim Hausbau
Die Gartengestaltung als Eigenleistung beim Hausbau erfordert Kreativität und Planung, kann jedoch eine lohnende Investition sein, um den Außenbereich des Hauses zu verschönern und personalisieren. | Foto: oocoskun / Depositphotos.com

5. Garten und Außenanlagen

Hier liegt das größte Sparpotenzial, und der Zeitdruck ist am geringsten: Der Garten kann auch im zweiten Jahr fertig werden. Rasen anlegen, Beete pflanzen, Zaun setzen, Terrasse und Wege pflastern – das meiste lässt sich mit Mietgeräten wie Rüttelplatte und Minibagger selbst erledigen.

Der Unterbau entscheidet über Pflaster und Terrasse: Frostschutzschicht, Tragschicht und Gefälle weg vom Haus. Wer hier spart, hat nach zwei Wintern Wellen im Pflaster.

Was Profis vorbehalten bleibt

Elektriker bei der Arbeit
Die Durchführung von Elektroarbeiten sollte nur von erfahrenen und qualifizierten Personen durchgeführt werden, um Sicherheitsrisiken zu minimieren. | Foto: AndrewLozovyi / Depositphotos.com

Elektroinstallation. Arbeiten am Stromnetz, auch das Anschließen von Steckdosen und Leuchten, sind Sache einer Elektrofachkraft. Der Netzbetreiber schließt nur Anlagen an, die ein eingetragener Elektroinstallateur errichtet hat. Was Sie tun können: Schlitze stemmen und Dosen setzen, wenn der Elektriker das vorher so mit Ihnen abspricht.

Gas, Heizung, Trinkwasser. Nur zugelassene Fachbetriebe.

Statik und Tragwerk. Dach, Decken, tragende Wände, Fundamente.

Abdichtungen von Keller, Bad und Dach. Fehler zeigen sich hier oft erst Jahre später – als teurer Wasserschaden.

Typische Fehler

  • Zu viel übernommen. Lieber zwei Gewerke gut als fünf halb.
  • Zeitplan unterschätzt. Die Schlüsselübergabe verschiebt sich, die Miete für die alte Wohnung läuft weiter.
  • Helfer nicht angemeldet. Bei einem Unfall wird es kompliziert.
  • Schnittstellen nicht geklärt. Wer haftet, wenn die selbst verlegte Fliese auf dem Estrich reißt?

Häufige Fragen

Wie viel kann man mit Eigenleistung sparen?

Das hängt stark von den Gewerken ab. Bei Maler-, Boden- und Außenarbeiten ist der Lohnanteil hoch, dort lohnt es sich am meisten. Seriös rechnen lässt sich nur mit Angeboten, in denen die Eigenleistung einzeln ausgewiesen ist.

Muss die Bank Eigenleistung anerkennen?

Nein. Viele Banken erkennen sie an, begrenzen aber die Höhe und verlangen eine Aufstellung. Fragen Sie früh nach.

Darf ich mir von Freunden helfen lassen?

Ja, aber Helfer müssen bei der BG BAU angemeldet werden. Für kurze Gefälligkeiten gelten Ausnahmen; im Zweifel dort nachfragen.

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