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Heimwerker-Berater

Akku Fettpresse

Werkzeugvon Andreas4 Min. · 10 Abschnitte
Akku Fettpresse
Inhalt10 Abschnitte
  1. So funktioniert sie
  2. Wo sie sich lohnt
  3. Die wichtigen Kennzahlen
  4. Herstellerangaben bekannter Modelle
  5. Kaufkriterien
  6. Richtig abschmieren
  7. Typische Fehler
  8. Handpresse oder Akku?
  9. Was sie kostet
  10. Häufige Fragen

Eine Akku-Fettpresse drückt Schmierfett per Elektromotor in Schmiernippel, statt dass man den Hebel einer Handpresse pumpt. Bei einem einzelnen Rasentraktor ist das Luxus. Wer aber regelmäßig Landmaschinen, Anhänger, Baumaschinen oder eine ganze Fahrzeugflotte abschmiert, spart damit viel Zeit und hat eine Hand frei, um den Schlauch am Nippel zu halten.

So funktioniert sie

Im Inneren treibt ein Elektromotor über ein Getriebe einen Kolben an, der das Fett aus der Kartusche ansaugt und mit hohem Druck durch einen flexiblen Hochdruckschlauch zum Mundstück presst. Das Mundstück rastet auf dem Schmiernippel ein. Auf Knopfdruck fließt Fett, bis man loslässt. Viele Geräte haben eine Mengenanzeige, einen Überlastschutz und eine LED für dunkle Ecken.

Befüllt wird wie bei einer Handpresse: mit einer 400-g-Kartusche, lose aus dem Eimer oder über einen Füllnippel aus einer Befüllpumpe.

Die Akku Fettpresse ersetzt nach und nach die traditionelle Fettpresse
Die Akku Fettpresse ersetzt nach und nach die traditionelle Fettpresse. | Foto: nbiebach / Depositphotos.com

Wo sie sich lohnt

  • Landwirtschaft: Traktoren, Mähwerke, Ballenpressen und Anbaugeräte haben Dutzende Schmierstellen.
  • Bau: Bagger, Radlader und Rüttelplatten werden täglich abgeschmiert.
  • Fahrzeuge: Nutzfahrzeuge, Anhänger, Gelenkwellen, ältere Pkw mit Schmiernippeln an der Achse.
  • Werkstatt und Industrie: Lager an Maschinen, Förderbändern und Toren.

Für den gelegentlichen Einsatz am Rasenmäher, Fahrrad oder Garagentor reicht eine gewöhnliche Fettpresse.

Die wichtigen Kennzahlen

MaximaldruckIn bar. Akku-Geräte liegen laut Herstellern meist zwischen etwa 500 und 700 bar. Hoher Druck hilft bei verstopften oder festsitzenden Nippeln.
FördermengeIn Gramm je Minute. Mehr bedeutet schnelleres Arbeiten, aber auch leichteres Überschmieren.
Spannung12 oder 18 bis 20 Volt, meist in ein vorhandenes Akkusystem eingebunden.
SchlauchlängeEtwa 70 bis 120 cm. Längere Schläuche erreichen versteckte Stellen.
KartuschengrößeStandard sind 400-g-Kartuschen.

Herstellerangaben bekannter Modelle

ModellSpannungDruck laut Hersteller
Milwaukee M12 GG12 Vbis 562 bar
Würth FP 12 A12 Vbis 562 bar
DeWalt DCGG57118 Vbis 690 bar
Lincoln PowerLuber 1882–bis 690 bar

Die Werte stammen aus Herstellerangaben und sagen nichts darüber, wie sich das Gerät im Alltag schlägt. Modelle und Lieferumfang ändern sich regelmäßig; prüfen Sie vor dem Kauf, ob Akku und Ladegerät dabei sind.

Kaufkriterien

  1. Akkusystem. Wer schon Geräte eines Herstellers besitzt, kauft die Presse als Sologerät ohne Akku und spart deutlich.
  2. Entlüftungsventil. Luft in der Kartusche ist der häufigste Grund, warum kein Fett kommt. Ein Ventil zum Entlüften spart viel Frust.
  3. Mengenanzeige. Hilft, an jeder Stelle die vom Hersteller der Maschine vorgegebene Menge einzubringen.
  4. Mundstück. Eine gute Hydraulik-Greifkupplung sitzt fest auf dem Nippel und lässt sich trotzdem leicht abziehen.
  5. Gewicht und Balance. Bei vielen Schmierstellen am Tag zählt jedes Gramm.
  6. Tragegurt. Viele Geräte haben eine Öse, sodass man die Presse umhängen und beide Hände frei haben kann.

Richtig abschmieren

  1. Nippel säubern. Schmutz am Schmiernippel wird sonst mit dem Fett ins Lager gedrückt.
  2. Mundstück gerade aufsetzen. Schräg angesetzt, tritt Fett seitlich aus.
  3. Langsam fördern, bis am Lager frisches Fett austritt oder die vorgeschriebene Menge erreicht ist.
  4. Altes Fett abwischen. Überschüssiges Fett bindet Staub und wird zur Schleifpaste.
  5. Verstopften Nippel tauschen. Kommt trotz hohem Druck nichts durch, den Nippel herausdrehen und ersetzen, statt mit Gewalt weiterzupressen.

Typische Fehler

  • Überschmieren. Besonders abgedichtete Wälzlager vertragen keine Überfüllung; der Druck kann Dichtungen herausdrücken, und das Lager läuft heiß.
  • Falsches Fett. In den meisten Fällen ist ein Mehrzweckfett der NLGI-Klasse 2 richtig, manche Maschinen verlangen aber Spezialfett. Verschiedene Fettsorten nicht mischen.
  • Kartusche mit Luft eingesetzt. Vor dem Einsetzen die Kartusche leicht anklopfen und nach dem Einbau entlüften.
  • Gerät mit Fettresten verstaut. Das Mundstück verklebt, und beim nächsten Einsatz kommt nichts heraus.

Handpresse oder Akku?

Eine gute Hebelfettpresse kostet einen Bruchteil, braucht keinen Strom und erreicht bei kräftigem Pumpen ebenfalls hohe Drücke. Für einige Schmierstellen pro Woche ist sie völlig ausreichend. Der Vorteil der Akku-Presse zeigt sich erst bei vielen Stellen am Stück: Das Fett fließt gleichmäßig, die zweite Hand hält das Mundstück fest auf dem Nippel, und nach zwanzig Schmierstellen ist der Unterarm nicht müde. Bei schwer zugänglichen Nippeln unter einer Maschine ist gerade diese freie Hand oft der entscheidende Punkt.

Was sie kostet

Einfache Akku-Fettpressen ohne Markenakkusystem gibt es ab etwa 100 bis 150 Euro, oft mit zwei Akkus und Koffer. Markengeräte kosten als Sologerät ähnlich viel, im Set mit Akku und Ladegerät meist 250 bis 450 Euro. Für Landwirte und Werkstätten rechnet sich das über die gesparte Zeit schnell.

Häufige Fragen

Wie lange hält ein Akku?

Das hängt vom Akku und vom Gegendruck ab. Hersteller geben meist mehrere Kartuschen je Akkuladung an. Für einen großen Schmiertag lohnt ein zweiter Akku.

Passt die Presse auf alle Schmiernippel?

Auf die üblichen Kegelschmiernippel nach DIN 71412 ja. Für Flach- oder Trichternippel gibt es passende Mundstücke als Zubehör.

Kann ich auch Fließfett verwenden?

Manche Geräte sind dafür freigegeben, andere nicht. Sehr dünnes Fett kann an Dichtungen vorbeilaufen. Im Zweifel die Anleitung prüfen.

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