Akku-Geräte bringen dem Handwerker Zeitersparnis und mehr Sicherheit

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Akkugeräte haben das Kabel aus den meisten Werkzeugkoffern verdrängt – vom Schrauber über die Kreissäge bis zur Kappsäge auf der Baustelle. Der Grund ist nicht nur Bequemlichkeit: Ohne Kabeltrommel ist man schneller eingerichtet, stolpert nicht über Leitungen und sägt sie nicht versehentlich an. Die wichtigste Entscheidung ist dabei nicht das einzelne Gerät, sondern das Akkusystem, denn in einer Plattform passt derselbe Akku in Dutzende Maschinen.
Warum Akku die Baustelle verändert hat
Früher begann jeder Arbeitseinsatz mit Kabelsuche: Wo ist die nächste Steckdose, reicht die Trommel, hält die Absicherung, wer räumt hinterher auf? Mit Akkugeräten entfällt das. Auf einem Rohbau ohne Baustrom, auf dem Dach, im Garten oder beim Kunden, wo man nicht an dessen Steckdosen will, ist das ein echter Zeitgewinn.
Hinzu kommt die Sicherheit. Kabel sind Stolperfallen, besonders auf Leitern und Gerüsten, und sie geraten beim Sägen in den Schnitt. Ein Akkugerät hat kein Kabel, das beschädigt werden kann.
Die Spannungsklassen
| Spannung | typische Geräte | Einordnung |
| 10,8–12 V | kleine Schrauber, Multitools, Lampen, Fettpresse | leicht, kompakt, für Montage und Ausbau |
| 18–20 V | Bohrschrauber, Schlagschrauber, Kreissäge, Säbelsäge, Winkelschleifer | die Standardklasse für fast alles |
| 36 V (2 × 18 V) und höher | Kappsäge, Bohrhammer, Rasenmäher, Kettensäge | für Geräte, die früher nur mit Kabel gingen |
Die Angaben 18 V und 20 V bezeichnen übrigens dieselbe Akkutechnik: 18 V ist die Nennspannung, 20 V die Maximalspannung der frisch geladenen Zellen.
Ah und Wh: was im Akku steckt
Die Kapazität in Amperestunden (Ah) sagt, wie lange ein Akku bei gegebener Spannung durchhält. Aussagekräftiger ist der Energieinhalt in Wattstunden: Spannung mal Kapazität. Ein 18-V-Akku mit 5 Ah speichert 90 Wh, einer mit 2 Ah nur 36 Wh.
Größere Akkus halten länger und liefern bei hohen Strömen mehr Leistung, weil sich die Last auf mehr Zellen verteilt. Sie sind aber schwerer. Faustregel: kleine Akkus für Schrauber und Überkopfarbeiten, große für Sägen, Schleifer und Bohrhämmer.
Bürstenlose Motoren
Ein bürstenloser Motor (EC-Motor) arbeitet ohne Kohlebürsten, die sich abnutzen und Reibung erzeugen. Er setzt mehr Akkuenergie in Arbeit um, bleibt kühler und braucht weniger Wartung. Bei Akkugeräten, die stark belastet werden, lohnt der Aufpreis fast immer. Mehr zu einem typischen Einsatzbeispiel steht beim Akku-Schlagbohrschrauber.
Ein System statt vieler Akkus
Die großen Hersteller bieten Plattformen, in denen ein Akku in alle Geräte derselben Spannungsklasse passt. Das hat zwei Folgen: Jedes weitere Gerät kann als günstigeres Sologerät ohne Akku und Ladegerät gekauft werden, und man hat nie den falschen Akku dabei. Wer dagegen jede Maschine vom günstigsten Anbieter kauft, sammelt fünf Ladegeräte und ebenso viele inkompatible Akkus.
Vor dem Einstieg lohnt deshalb ein Blick auf das Sortiment: Gibt es in diesem System auch die Geräte, die Sie in zwei Jahren brauchen werden?
Laden und Laufzeit
Schnellladegeräte laden einen 18-V-Akku mit 4 bis 5 Ah je nach System in etwa 30 bis 60 Minuten. Mit zwei Akkus im Wechsel lässt sich so bei den meisten Arbeiten ohne Pause durcharbeiten. Bei Dauerlast – großen Sägen, Bohrhämmern, Schleifern – sollten es drei sein.
Kälte verringert die Leistung merklich. Im Winter Akkus im warmen Fahrzeug oder in der Jackentasche lagern und erst kurz vor der Arbeit einsetzen.
Beispiel Kappsäge
Wie weit die Technik gekommen ist, zeigt die Kappsäge. Sie galt lange als typisches Kabelgerät: hohe Leistung, kurze, heftige Lastspitzen. Heute gibt es Akku-Kappsägen mit 18 V und mit 36 V, die Leisten, Kanthölzer und Dielen ebenso sauber kappen. Auf der Baustelle ist das ein echter Vorteil, denn die Säge steht dort, wo geschnitten wird, und nicht dort, wo zufällig Strom liegt. Wer viele Schnitte am Tag macht, braucht allerdings mehrere große Akkus. Für die stationäre Werkstatt mit Absaugung bleibt das Kabelmodell eine gute Wahl.
Wo das Kabel noch vorn liegt
Akkugeräte haben aufgeholt, aber nicht überall. Stationäre Maschinen wie Tischkreissäge, Hobel und Absauganlage laufen stundenlang und gehören ans Netz. Auch Dauerläufer wie Mörtelrührer, große Winkelschleifer im Dauerschnitt oder Bautrockner würden jeden Akku in kurzer Zeit leeren. Und beim Preis liegt das Kabelgerät vorne, solange man noch kein Akkusystem besitzt. Beim Stromverbrauch ist der Unterschied gering; mehr dazu unter Strom sparen als Heimwerker.
Sicherheit beim Akku
Lithium-Ionen-Akkus sind sicher, solange sie unbeschädigt sind und richtig behandelt werden:
- Nur mit dem passenden Ladegerät laden, nicht auf brennbarer Unterlage und möglichst nicht unbeaufsichtigt über Nacht.
- Beschädigte Akkus aussortieren. Ein heruntergefallener, verbeulter oder aufgeblähter Akku gehört nicht mehr ins Gerät.
- Kontakte schützen. Lose Akkus nie mit Schrauben und Nägeln in einer Tasche transportieren – Kurzschlussgefahr.
- Kühl und halb geladen lagern, wenn sie längere Zeit nicht gebraucht werden.
- Richtig entsorgen. Altakkus gehören in die Sammelbox im Handel oder auf den Wertstoffhof, nie in den Hausmüll.
Häufige Fragen
Wie lange hält ein Akku?
Bei guter Pflege mehrere Hundert bis weit über tausend Ladezyklen. Hitze, Tiefentladung und dauerhafte Vollladung verkürzen die Lebensdauer.
Kann ich Akkus verschiedener Hersteller mischen?
Nur mit Adaptern, die von den Herstellern meist nicht freigegeben sind. Gewährleistung und Sicherheitsabschaltungen können dabei verloren gehen.
Welche Geräte sollte man zuerst auf Akku umstellen?
Bohrschrauber, Handkreissäge und Säbelsäge profitieren am meisten, weil sie oft an wechselnden Orten eingesetzt werden. Auch eine akkubetriebene Kappsäge lohnt sich auf Baustellen ohne Strom.



