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Heimwerker-Berater

Rohrsteckschlüssel

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 11 Abschnitte
Inhalt11 Abschnitte
  1. Wie er aufgebaut ist
  2. Die üblichen Schlüsselweiten
  3. Wo er unschlagbar ist
  4. Was er nicht kann
  5. Qualität erkennen
  6. Einzeln oder im Satz
  7. So benutzen Sie ihn richtig
  8. Typische Fehler
  9. Zwei Tricks für Überkopfarbeit
  10. Verwandte Werkzeuge
  11. Häufige Fragen

Ein Rohrsteckschlüssel ist ein Stück Stahlrohr, dessen Enden zu einem Sechskant geformt sind. Gedreht wird er mit einem Stift, der quer durch ein Loch gesteckt wird. Er kommt an Muttern heran, die tief in einem Schacht oder auf einer langen Gewindestange sitzen – dort, wo eine normale Nuss zu kurz und ein Ringschlüssel zu dick ist.

Wie er aufgebaut ist

Die meisten Rohrsteckschlüssel sind doppelseitig: an jedem Ende eine andere Schlüsselweite, zum Beispiel 10 und 11 mm. In der Mitte oder nahe den Enden sitzt eine Querbohrung für den Drehstift. Weil das Rohr innen hohl ist, kann eine lange Gewindestange durchragen – ein Vorteil gegenüber vielen Steckschlüsseleinsätzen.

Die Wandstärke ist gering. Genau das macht den Schlüssel so schlank, dass er in enge Bohrungen passt. Es begrenzt aber auch das Drehmoment, das er aushält.

Die üblichen Schlüsselweiten

Ein typischer Satz enthält Rohrschlüssel mit diesen Paarungen:

SchlüsselweitenPasst meist zu
6 × 7 mmkleine Muttern bis M4, Elektronik, Modellbau
8 × 9 mmM5, Blechschrauben
10 × 11 mmM6, häufig an Fahrrad und Haushaltsgeräten
12 × 13 mmM8, Möbel, Armaturen
14 × 15 mm, 16 × 17 mmM10, Kfz
18 × 19 mm, 20 × 22 mmM12–M14, größere Verschraubungen

Die Schlüsselweite ist das Maß über die Flächen des Sechskants, nicht der Gewindedurchmesser. Vorsicht bei älteren Schrauben: Eine M10-Mutter hat nach der alten DIN-Norm Schlüsselweite 17, nach der heutigen ISO-Norm 16; bei M12 sind es 19 beziehungsweise 18. Deshalb enthält ein guter Satz beide Weiten.

Wo er unschlagbar ist

  • Befestigungsmuttern unter dem Waschbecken. Armaturen sind mit Muttern auf langen Gewindestangen oder Schläuchen montiert, direkt unter dem Becken, zwischen Ablauf und Wand. Mit einem schlanken Rohrschlüssel geht das ohne Verrenkungen. Es gibt spezielle Montagesätze mit abgestimmten Rohrschlüsseln für genau diese Arbeit.
  • Versenkte Muttern in Möbeln, Motorabdeckungen oder Geräten, die in einer tiefen Bohrung sitzen.
  • Zündkerzen. Der Zündkerzenschlüssel ist im Prinzip ein Rohrsteckschlüssel mit 16 oder 21 mm, oft mit Gummieinsatz, der die Kerze festhält.
  • Fahrrad und Motorrad, etwa an Schutzblechen und Gepäckträgern.

Was er nicht kann

Ein Rohrsteckschlüssel ist nicht für große Kräfte gebaut. Radmuttern, festgerostete Schrauben oder Verbindungen, die ein bestimmtes Drehmoment brauchen, gehören auf die Knarre aus dem Ratschenkasten oder an einen Drehmomentschlüssel. Wer einen dünnwandigen Rohrschlüssel mit Verlängerung belastet, weitet den Sechskant auf – dann rutscht er über jede Mutter.

Qualität erkennen

Gute Rohrsteckschlüssel sind aus Chrom-Vanadium-Stahl, gehärtet und verchromt. Das Sechskantprofil ist sauber gepresst, die Kanten sind scharf. Billige Schlüssel aus weichem Stahl erkennen Sie daran, dass sich das Profil schon beim ersten festen Ansetzen verformt.

Achten Sie auf eingeprägte Größen an beiden Enden, einen passenden Drehstift im Satz und eine Tasche, in der jeder Schlüssel seinen Platz hat.

Einzeln oder im Satz

Ein Satz mit acht oder neun Schlüsseln deckt 6 bis 22 mm ab und kostet zwischen 10 und 30 Euro. Das ist weniger als drei Einzelschlüssel im Baumarkt. Einzeln kaufen lohnt sich nur, wenn Sie genau eine Größe immer wieder brauchen, etwa als Zündkerzenschlüssel für den Rasenmäher oder als Armaturenschlüssel für die Küche.

So benutzen Sie ihn richtig

  1. Passende Weite wählen. Der Schlüssel muss ohne Spiel auf der Mutter sitzen.
  2. Ganz aufschieben. Der Sechskant muss vollständig auf der Mutter sitzen, sonst rundet er die Kanten ab.
  3. Drehstift durch die Bohrung stecken und gleichmäßig drehen, nicht ruckartig.
  4. Beim Anziehen Gefühl walten lassen. Muttern unter dem Waschbecken sitzen oft auf Kunststoffteilen, die sonst reißen.

Typische Fehler

  • Schraubendreher als Drehstift. Er ist zu weich und zu dünn, verbiegt sich und rutscht aus der Bohrung.
  • Zöllige und metrische Weite verwechselt. 13 mm und 1/2 Zoll liegen dicht beieinander – bei fest sitzenden Muttern entscheidet der Unterschied.
  • Rohrschlüssel als Hebel. Wer ihn über eine Ringschlüsselöse steckt, um mehr Kraft zu bekommen, verbiegt ihn.

Zwei Tricks für Überkopfarbeit

Unter dem Waschbecken arbeiten Sie meist liegend und über Kopf. Damit die Mutter nicht bei der ersten Umdrehung herunterfällt und im Siphon verschwindet, stecken Sie ein kleines Stück Papier oder Klebeband in den Schlüssel – dann klemmt die Mutter darin. Und legen Sie ein Handtuch ins Becken über den Abfluss, bevor Sie irgendetwas lösen. Das klingt übervorsichtig, bis die erste Unterlegscheibe im Abfluss klimpert.

Verwandte Werkzeuge

Für die meisten Schraubarbeiten ist ein Steckschlüsselsatz vielseitiger – siehe Nusskasten. Lange Nüsse aus einem solchen Satz ersetzen den Rohrschlüssel in vielen Fällen, sind aber dicker. Für die Montage unter dem Waschbecken helfen außerdem eine gute Flachzange und eine Taschenlampe mehr als jedes Spezialwerkzeug.

Häufige Fragen

Wie heißt das Werkzeug noch?

Rohrschlüssel, Rohrsteckschlüssel oder Röhrenschlüssel. Nicht zu verwechseln mit der Rohrzange, die Rohre festhält.

Brauche ich ihn, wenn ich einen Nusskasten habe?

Nicht zwingend. Er ist ein günstiges Zusatzwerkzeug für versenkte Muttern und Armaturen.

Wie pflege ich ihn?

Trocken lagern, bei Feuchtigkeit leicht einölen. Ein verbogenes Profil lässt sich nicht richten – dann ersetzen.

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