Zum Inhalt springen
Heimwerker-Berater

Perlatorschlüssel

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Perlatorschlüssel
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was ein Perlator tut
  2. Sichtbare und verdeckte Strahlregler
  3. Die Größen im Überblick
  4. Welcher Schlüssel für Sie
  5. Perlator ausbauen und reinigen
  6. Wenn der Perlator festsitzt
  7. Typische Fehler
  8. Wie oft reinigen
  9. Häufige Fragen

Ein Perlatorschlüssel ist ein kleines Werkzeug, mit dem Sie den Strahlregler vorne am Wasserhahn herausdrehen. Bei modernen Armaturen ist das oft die einzige Möglichkeit, denn der Perlator sitzt verdeckt im Auslauf und bietet keine Angriffsfläche für eine Zange. Wer einmal einen Perlator mit der Rohrzange abgedreht hat, kennt die Folgen: zerkratztes Chrom und ein verbogener Einsatz.

Was ein Perlator tut

Der Perlator – allgemein Strahlregler oder Mischdüse – mischt dem Wasser Luft bei. Der Strahl wird weich, spritzt nicht und fühlt sich voller an, als er ist. Gleichzeitig begrenzt der Einsatz die Durchflussmenge. Ein Standardperlator lässt bei 3 bar etwa 15 Liter pro Minute durch, Sparperlatoren je nach Ausführung 5 bis 8 Liter. Außerdem hält das feine Sieb Schmutzpartikel aus der Leitung zurück.

Genau deshalb muss er gelegentlich heraus: Kalk und Schmutz setzen die Siebe zu, der Strahl wird unregelmäßig oder spritzt zur Seite.

Sichtbare und verdeckte Strahlregler

  • Sichtbare Strahlregler stecken in einer Hülse mit Gewinde, die vorn aus dem Auslauf herausschaut. Die Hülse hat Schlüsselflächen oder eine Rändelung und lässt sich meist von Hand oder mit einem Gabelschlüssel lösen.
  • Verdeckte Strahlregler (oft unter dem Herstellerbegriff Cache) sitzen bündig im Auslauf. Außen sieht man nur einen Ring mit zwei, vier oder mehr Kerben. Hier hilft nur der passende Schlüssel.

Viele Armaturen der letzten fünfzehn Jahre haben verdeckte Strahlregler – bei ihnen gehört der Schlüssel eigentlich zur Grundausstattung.

Strahlregler ohne Perlatorschlüssel aufmachen
Einen Strahlregler ohne Perlatorschlüssel aufmachen? Schwierig... außerdem kann man dabei den Perlator beschädigen! | Foto: grigvovan / Depositphotos.com

Die Größen im Überblick

GrößeGewinde am PerlatorWo typisch
M22 × 1Außengewinde (Auslauf hat Innengewinde)Küche und Bad, sehr verbreitet
M24 × 1Innengewinde (Auslauf hat Außengewinde)Küche und Bad, sehr verbreitet
M28 × 1je nach Armaturgrößere Ausläufe, ältere Armaturen
M18 × 1je nach Armaturkleine Waschtischarmaturen
Cache TT, TJ, JR, STDverdeckt, Größe herstellerabhängigmoderne Designarmaturen

Die Angabe „× 1“ bezeichnet die Gewindesteigung von 1 mm. Messen Sie im Zweifel den Außendurchmesser der Hülse oder schauen Sie ins Datenblatt der Armatur. Die Cache-Größen TT, TJ, JR und STD stehen für vier Durchmesser von klein bis groß.

Welcher Schlüssel für Sie

  • Universalschlüssel mit mehreren Profilen decken die gängigen verdeckten Größen in einem Werkzeug ab. Für den Haushalt die praktischste Lösung.
  • Herstellerschlüssel liegen oft der Armatur bei oder sind beim Hersteller erhältlich. Sie passen exakt – aber eben nur zu diesem Modell.
  • Kunststoffschlüssel sind billig und schonen das Chrom, verschleißen aber schneller und rutschen bei festgebackenem Kalk ab.
  • Metallschlüssel halten mehr aus. Achten Sie auf saubere Kanten, damit keine Grate die Armatur zerkratzen.

Die meisten Schlüssel kosten zwischen 3 und 15 Euro. Mehr ist für ein so kleines Werkzeug nicht nötig.

Perlator ausbauen und reinigen

  1. Wasser abdrehen ist nicht nötig, der Hahn muss nur geschlossen sein. Legen Sie ein Tuch ins Becken, damit keine Kleinteile im Abfluss verschwinden.
  2. Schlüssel aufsetzen und gegen den Uhrzeigersinn drehen – von unten gesehen. Wer von oben auf den Auslauf schaut, dreht scheinbar andersherum; das verwirrt regelmäßig.
  3. Einsatz herausnehmen und die Reihenfolge der Teile merken: Sieb, Einsatz, Dichtung.
  4. In Essigessenz oder Zitronensäure einlegen, ein bis zwei Stunden reichen meist. Danach mit einer alten Zahnbürste nachbürsten.
  5. Dichtung prüfen. Ist sie hart oder rissig, ersetzen, sonst tropft es seitlich.
  6. Einsetzen und handfest anziehen. Nicht mit Gewalt – die Dichtung macht dicht, nicht das Drehmoment.

Hilft das Entkalken nicht mehr, ist ein neuer Strahlregler für wenige Euro die bessere Lösung. Mehr zum Thema Kalk am Auslauf steht bei Wasserhahn entkalken.

Wenn der Perlator festsitzt

Sitzt der Einsatz fest, hilft Geduld mehr als Kraft. Stülpen Sie einen mit Essig gefüllten Gefrierbeutel über den Auslauf und fixieren Sie ihn mit einem Gummiband. Nach einigen Stunden hat sich der Kalk im Gewinde meist gelöst. Wer dann noch dreht und nichts passiert, sollte eher den Kunststoffeinsatz opfern als die Armatur.

Typische Fehler

  • Zange direkt auf das Chrom. Die Kratzer bleiben für immer. Wenn überhaupt, dann mit einem dicken Tuch dazwischen.
  • Falsche Drehrichtung. Der häufigste Grund, warum ein Perlator „einfach nicht aufgeht“.
  • Teile im Abfluss. Einmal Stöpsel rein, bevor Sie anfangen.
  • Einsatz verkehrt herum eingebaut. Dann spritzt der Strahl oder kommt kaum noch Wasser.

Wie oft reinigen

In Gegenden mit hartem Wasser alle drei bis sechs Monate, bei weichem Wasser einmal im Jahr. Deutliches Zeichen ist ein Strahl, der zur Seite spritzt oder zerfasert. Wer eine Entkalkungsanlage im Haus hat, muss seltener ran, ganz ohne Kontrolle geht es trotzdem nicht, denn auch Sand und Rostpartikel landen im Sieb.

Häufige Fragen

Haben alle Perlatorschlüssel dieselbe Größe?

Nein. Es gibt Schlüssel für einzelne Größen und Universalschlüssel mit mehreren Profilen. Entscheidend ist, dass Größe und Kerbenform zu Ihrem Strahlregler passen.

Kann ich einen Perlator ohne Schlüssel öffnen?

Sichtbare Strahlregler meist ja, von Hand oder mit Gabelschlüssel. Verdeckte Strahlregler nur mit Tricks wie einer Münze oder Spitzzange in den Kerben – mit hohem Risiko für Kratzer und abgebrochene Kanten.

Wo bekomme ich einen Perlatorschlüssel?

In Baumärkten, im Sanitärfachhandel und direkt bei den Armaturenherstellern. Bringen Sie im Zweifel den alten Strahlregler mit.

Das könnte Sie auch interessieren