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Heimwerker-Berater

Manometer

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Manometer
Inhalt9 Abschnitte
  1. Überdruck, Absolutdruck, Differenzdruck
  2. Das Rohrfedermanometer – der Standard
  3. Weitere Bauarten
  4. Das Manometer an der Heizung
  5. Wenn der Heizungsdruck fällt
  6. Druckluft und Wasser
  7. Den richtigen Messbereich wählen
  8. Sicherheit bei Gas und Sauerstoff
  9. Häufige Fragen

Ein Manometer misst Druck – in der Heizung, im Kompressor, an der Hauswasserpumpe oder im Reifen. Fast alle Geräte zeigen dabei den Überdruck an, also den Druck über dem Luftdruck der Umgebung. Ein Manometer, das auf dem Tisch liegt, zeigt deshalb null, obwohl darauf rund 1 bar Luftdruck lastet.

Überdruck, Absolutdruck, Differenzdruck

ÜberdruckDruck gegenüber der Umgebungsluft. Das zeigen Heizungs-, Reifen- und Kompressormanometer.
AbsolutdruckDruck gegenüber dem Vakuum. So misst ein Barometer.
DifferenzdruckUnterschied zwischen zwei Messstellen, etwa vor und nach einem Filter.
UnterdruckDruck unterhalb der Umgebungsluft, angezeigt mit negativem Vorzeichen.

Die übliche Einheit ist bar. 1 bar entspricht 100.000 Pascal oder 100 kPa und etwa 14,5 psi. Alte Manometer zeigen noch atü oder kg/cm² – beides entspricht praktisch 1 bar Überdruck.

Das Rohrfedermanometer – der Standard

Fast jedes analoge Manometer im Haus ist ein Rohrfedermanometer. Im Inneren sitzt ein gebogenes, flach gedrücktes Metallrohr. Steigt der Druck darin, biegt es sich auf, ähnlich einer Papiertröte. Ein kleines Zahnradwerk überträgt diese Bewegung auf den Zeiger. Die Bauart ist robust, braucht keine Energie und misst von etwa 0,6 bis weit über 1000 bar.

Für kleine Drücke im Millibar-Bereich, etwa beim Gasdruck, nutzt man Kapselfeder- oder Plattenfedermanometer. Die Dose oder Membran reagiert empfindlicher als ein Rohr.

Weitere Bauarten

  • Flüssigkeitsmanometer. Ein U-Rohr mit Wasser oder früher Quecksilber; die Höhendifferenz der Säulen zeigt den Druck. Heute vor allem im Labor und für sehr kleine Drücke, Quecksilber ist wegen seiner Giftigkeit weitgehend verschwunden.
  • Kolbenmanometer (Druckwaage). Ein Kolben wird mit Gewichten belastet, bis er schwebt. Sehr genau, dient zum Prüfen und Kalibrieren anderer Manometer – kein Gerät für den Hausgebrauch.
  • Digitalmanometer. Ein elektronischer Sensor mit Anzeige. Genau, oft mit Min-/Max-Speicher und umschaltbaren Einheiten, braucht aber eine Batterie.

Das Manometer an der Heizung

Heizungsmanometer
Heizungsmanometer | Foto: vision.si / Depositphotos.com

Das wichtigste Manometer im Haus sitzt an der Heizung. In einem Einfamilienhaus liegt der Anlagendruck meist zwischen 1,0 und 2,0 bar. Als Faustregel gilt: Gebäudehöhe über dem Kessel in Metern geteilt durch zehn, plus 0,5 bar. Den genauen Sollwert nennt der Heizungsbauer; oft ist er mit einem grünen Bereich oder einem zweiten Zeiger markiert.

Der rote Bereich am Ende der Skala zeigt den Ansprechdruck des Sicherheitsventils, meist 2,5 oder 3 bar. Erreicht der Zeiger diesen Wert, öffnet das Ventil und lässt Wasser ab.

Wenn der Heizungsdruck fällt

Etwas Druckverlust nach dem Entlüften der Heizkörper ist normal: Die Luft ist raus, das Volumen fehlt. Dann füllen Sie Wasser über den Füll- und Entleerhahn nach. Vorschrift ist dabei ein Systemtrenner zwischen Trinkwasserleitung und Heizung, damit kein Heizungswasser zurück ins Trinkwasser gelangt.

Fällt der Druck immer wieder, gibt es eine Ursache: eine undichte Stelle, ein tropfendes Sicherheitsventil oder ein defektes Ausdehnungsgefäß. Ein Warnzeichen ist ein Druck, der beim Aufheizen stark steigt und im kalten Zustand stark fällt – dann hat das Ausdehnungsgefäß seine Vordruckfüllung verloren. Das ist Arbeit für den Heizungsbauer.

Druckluft und Wasser

Am Kompressor sitzen meist zwei Manometer: eines zeigt den Kesseldruck, das andere den eingestellten Arbeitsdruck hinter dem Druckminderer. Ein Druckluftnagler braucht meist 5 bis 7 bar, eine Lackierpistole 2 bis 4 bar, ein Reifen 2 bis 3 bar.

An der Brunnenpumpe oder am Hauswasserwerk zeigt das Manometer den Druck im Kessel. Zusammen mit dem Druckschalter verrät es, ob Ein- und Ausschaltdruck stimmen.

Den richtigen Messbereich wählen

Der Betriebsdruck sollte im mittleren Drittel der Skala liegen. Ein Manometer bis 4 bar passt für eine Heizung mit 1,5 bar, eines bis 16 bar für einen Kompressor mit 8 bar. Wer dauerhaft am Anschlag misst, überlastet die Feder – sie bleibt verformt und zeigt danach falsch.

Weitere Kriterien:

  1. Nenngröße. Das Gehäuse ist 40, 50, 63, 100 oder 160 mm groß. Je größer, desto besser ablesbar.
  2. Anschluss. Unten (radial) oder hinten (axial), meist mit Gewinde G 1/4 oder G 1/2.
  3. Genauigkeitsklasse. Klasse 1,6 bedeutet höchstens 1,6 Prozent des Skalenendwerts Abweichung. Für den Hausgebrauch reicht 2,5.
  4. Glyzerinfüllung. Dämpft den Zeiger bei Vibrationen und Druckstößen, etwa an Pumpen und Kompressoren.

Sicherheit bei Gas und Sauerstoff

Manometer für Brenngase und Sauerstoff sind eigene Bauarten und entsprechend gekennzeichnet. Sauerstoffmanometer müssen öl- und fettfrei bleiben – schon ein Fettfilm kann sich im reinen Sauerstoff unter Druck entzünden. Deshalb nie ein Druckluftmanometer an eine Sauerstoffflasche schrauben und keine Gewinde schmieren.

Häufige Fragen

Das Manometer zeigt ohne Druck nicht null – ist es kaputt?

Meist ja. Die Feder ist überlastet oder gealtert. Manometer sind günstig; tauschen ist sinnvoller als reparieren.

Wie genau sind billige Manometer?

Einfache Geräte der Klasse 2,5 reichen zur Kontrolle. Für Einstellarbeiten, etwa am Ausdehnungsgefäß, lohnt ein Prüfmanometer.

Kann ich das Heizungsmanometer selbst tauschen?

Meist sitzt es mit einer Kapillare oder in einem Ventil, das sich absperren lässt. Ohne Absperrung muss die Anlage drucklos gemacht werden – dann besser den Fachbetrieb rufen.

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