Fettpresse

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Eine Fettpresse drückt Schmierfett über einen Schmiernippel in Lager, Gelenke und Bolzen, die man von außen nicht erreicht. Sie gehört an jeden Anhänger, jeden Aufsitzmäher, jede Baumaschine und jedes landwirtschaftliche Gerät. Die Technik ist einfach, trotzdem werden mit ihr erstaunlich viele Lager zerstört – meist durch zu viel Fett, nicht durch zu wenig.
Wie eine Fettpresse funktioniert
Im Zylinder liegt das Fett, meist als Kartusche. Eine Feder mit Zugstange drückt es von hinten gegen den Pumpenkopf. Dort sitzt ein kleiner Kolben, der bei jedem Hebeldruck eine definierte Menge Fett durch Rohr oder Schlauch zum Mundstück presst. Weil der Kolbenquerschnitt klein ist, entstehen dabei mit wenig Handkraft Drücke von mehreren hundert bar.
Das Mundstück wird auf den Schmiernippel aufgesteckt. Im Nippel sitzt ein federbelastetes Kugelventil: Es öffnet unter dem Druck der Presse und schließt danach, damit weder Fett austritt noch Schmutz eindringt.
Die Bauarten
| Bauart | Bedienung | Geeignet für |
| Handhebelpresse | beidhändig, langer Hebel | Standard für Werkstatt, Hof und Anhänger |
| Einhandpresse | mit einer Hand gepumpt | enge Stellen, eine Hand hält das Mundstück |
| Druckluft-Fettpresse | Abzug, Kompressor nötig | viele Schmierstellen, Werkstätten |
| Akku-Fettpresse | Abzug, elektrischer Kolben | Landwirtschaft, Baumaschinen, Fuhrparks |
Für den Privatgebrauch reicht eine Handhebelpresse fast immer. Wer einen Hof, mehrere Maschinen oder einen Fuhrpark abschmiert, spart mit einer Akku-Fettpresse viel Kraft und Zeit.

Kartusche oder loses Fett
Kartuschen sind sauber und schnell gewechselt. Die verbreitete Standardgröße ist die 400-g-Kartusche, die in fast jede Handhebelpresse passt. Daneben gibt es Schraubkartuschen, die in den Pumpenkopf eingeschraubt werden und ohne Zylinder auskommen. Welches System Ihre Presse nimmt, steht auf dem Gerät – eine Schraubkartusche passt nicht in eine Presse für Standardkartuschen und umgekehrt.
Loses Fett aus dem Eimer ist billiger, das Befüllen aber eine Schmiererei. Viele Pressen lassen sich über einen Füllnippel am Kopf mit einer Füllpumpe beladen, das geht sauberer als mit dem Spachtel. Für Betriebe mit hohem Verbrauch lohnt sich das, für drei Anhängerlager im Jahr nicht.
Welches Fett hinein gehört
Schmierfett besteht aus Grundöl und einem Verdicker, meist einer Metallseife. Für die allermeisten Schmiernippel an Fahrzeugen, Anhängern und Gartengeräten ist ein Mehrzweckfett auf Lithiumbasis der Konsistenzklasse NLGI 2 richtig. Es ist fest genug, um im Lager zu bleiben, und weich genug für die Presse.
Abweichungen stehen in der Betriebsanleitung: Getriebe verlangen oft Fließfett, stark belastete Lager Hochdruckfett mit EP-Zusätzen, Lebensmittelmaschinen spezielle H1-Fette. Fette unterschiedlicher Verdicker vertragen sich nicht immer. Wer die Sorte wechselt, drückt das alte Fett möglichst vollständig heraus.
Schmiernippel und Mundstücke
Am häufigsten ist der Kegelschmiernippel nach DIN 71412, gerade oder mit 45° oder 90° abgewinkeltem Kopf. Dazu passt das übliche Hydraulik-Mundstück mit vier Backen, das sich auf den Kugelkopf aufschiebt. Es hält, solange Sie gerade ansetzen, und rutscht bei schrägem Zug ab.
Komfortabler sind Greifkupplungen mit Hebel, die sich am Nippel festklemmen. Sie lohnen sich, wenn Sie viele Stellen abschmieren oder allein arbeiten. Für schwer zugängliche Nippel gibt es flexible Schläuche und starre Rohre mit Winkelstück; ein Satz mit beidem deckt die meisten Fälle ab.
Daneben gibt es Flach- und Trichterschmiernippel, für die man eigene Mundstücke braucht. Verstopfte oder abgebrochene Nippel werden einfach herausgedreht und ersetzt – sie kosten Cent-Beträge, Sortimente gibt es für wenige Euro.
Richtig abschmieren
- Nippel säubern. Mit einem Lappen Schmutz und altes Fett abwischen. Was außen am Nippel klebt, drücken Sie sonst ins Lager.
- Mundstück gerade aufsetzen. Senkrecht zum Nippel, fest aufschieben.
- Langsam pumpen. Ein bis zwei Hübe genügen bei vielen Lagern. Bei Gelenken und Bolzen pumpen Sie, bis frisches Fett an den Rändern austritt.
- Bei gekapselten Lagern aufhören, bevor es drückt. Wird der Hebel plötzlich schwer, ist das Lager voll.
- Überschuss abwischen. Austretendes Fett sammelt Staub und Sand.
Warum mehr Druck nicht besser ist
Handhebelpressen erreichen je nach Modell 300 bis über 500 bar, Akkupressen noch mehr. Dieser Druck ist nötig, um festgebackenes Altfett und verharzte Kanäle zu überwinden. Für das Lager selbst ist er gefährlich: Eine Wellendichtung hält einen Bruchteil davon aus. Wer weiterpumpt, obwohl das Lager voll ist, drückt die Dichtung heraus – und dann kommt Schmutz hinein und das Fett hinaus.
Überfüllte Wälzlager laufen außerdem heiß, weil die Kugeln durch das Fett walken müssen. Bei Elektromotoren und schnell drehenden Lagern gilt deshalb: nur die Menge laut Herstellerangabe.
Kartusche wechseln und entlüften
- Zugstange ganz herausziehen und einrasten.
- Pumpenkopf abschrauben, leere Kartusche entnehmen.
- Neue Kartusche einsetzen, zuerst die Kappe am Boden entfernen, dann den Deckel oben abziehen.
- Kopf aufschrauben, Zugstange entriegeln und einschieben.
- Entlüften. Viele Pressen haben dafür ein Ventil am Kopf; alternativ den Kopf eine halbe Umdrehung lösen und pumpen, bis Fett kommt, dann festziehen.
Fördert die Presse trotzdem nichts, ist meist Luft im Kopf. Einige Male schnell pumpen hilft oft.
Typische Fehler
- Nippel verstopft, trotzdem gepumpt. Kommt kein Fett durch, den Nippel tauschen statt mit Gewalt nachzudrücken.
- Mundstück schräg angesetzt. Das Fett quillt am Nippel vorbei heraus, im Lager kommt nichts an.
- Falsches Fett. Kupferpaste oder Montagepaste gehört nicht in die Fettpresse und nicht ins Lager.
- Schmierplan ignoriert. Anhängerlager und Gelenke brauchen regelmäßig Fett, nicht erst, wenn sie quietschen.
Häufige Fragen
Was kostet eine Fettpresse?
Einfache Hebel- und Einhandpressen kosten 10 bis 30 Euro, solide Werkstattpressen mit Schlauch und Greifkupplung 30 bis 60 Euro. Akkupressen liegen meist zwischen 120 und 400 Euro.
Muss ich Handschuhe tragen?
Empfehlenswert. Schmierfett reizt bei häufigem Kontakt die Haut, und Altfett ist oft mit Metallabrieb verschmutzt. Nitrilhandschuhe und eine Handwaschpaste gehören an den Arbeitsplatz.
Wie reinige ich die Presse?
Außen mit einem trockenen Lappen, das reicht. Wer die Fettsorte wechselt, pumpt einige Hübe frisches Fett durch, bis kein altes mehr herauskommt.


