Multimeter

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Ein Multimeter misst Spannung, Strom und Widerstand – dazu meist Durchgang, Dioden und oft Kapazität und Temperatur. Für Heimwerker ist es das Werkzeug, um Batterien, Sicherungen, Kabel, Autobatterien und Elektronik zu prüfen. Für Arbeiten an der Hausinstallation ist es kein Ersatz für den Elektriker, und für das Feststellen der Spannungsfreiheit ist es das falsche Messgerät.
Was ein Multimeter misst
| Gleichspannung (V⎓) | Batterien, Akkus, Autobatterie, Netzteile, Elektronik. |
| Wechselspannung (V~) | Netzspannung 230 V, Trafos, Klingelanlagen. |
| Strom (A) | Stromaufnahme eines Verbrauchers, gemessen in Reihe. |
| Widerstand (Ω) | Heizelemente, Sensoren, Kabel, immer spannungsfrei. |
| Durchgang | Piepton bei geschlossenem Stromkreis, etwa für Sicherungen und Kabel. |
Digital oder analog
Digitale Multimeter sind heute Standard: genauer, robuster, mit automatischer Bereichswahl und Anzeige in Ziffern. Analoge Zeigerinstrumente sieht man noch in Werkstätten, weil sich schwankende Werte am Zeiger besser verfolgen lassen. Für Heimwerker gibt es keinen Grund, analog zu kaufen.
Die Messkategorien CAT I bis CAT IV
Die Messkategorie ist die wichtigste Sicherheitsangabe. Sie sagt, wo im Stromnetz ein Gerät eingesetzt werden darf, denn je näher am Hausanschluss, desto höher die möglichen Spannungsspitzen, etwa durch Blitzeinschläge oder Schaltvorgänge.
| Kategorie | Einsatzbereich |
| CAT I | Elektronik ohne direkte Netzverbindung, Batteriegeräte |
| CAT II | Geräte an der Steckdose, Haushaltsgeräte |
| CAT III | Hausinstallation, Verteiler, fest angeschlossene Geräte |
| CAT IV | Hausanschluss, Zähler, Freileitungen |
Zur Kategorie gehört immer eine Spannung, etwa CAT III 600 V. Für Messungen am 230-V-Netz im Haus sollte das Gerät mindestens CAT III 300 V haben, besser 600 V. Billiggeräte tragen oft Aufdrucke, die sie nicht einhalten – ein Prüfzeichen eines unabhängigen Instituts gibt mehr Sicherheit.
Messen Schritt für Schritt
- Messleitungen einstecken. Schwarz in COM, Rot in die Buchse für V und Ω. Für Strommessung in die A- oder mA-Buchse.
- Messart wählen. Mit dem Drehschalter Spannung, Strom oder Widerstand einstellen, bei manuellen Geräten den größten Bereich.
- Spannung messen: parallel. Die Spitzen an die beiden Pole oder Kontakte halten.
- Strom messen: in Reihe. Den Stromkreis auftrennen und das Messgerät dazwischenschalten.
- Widerstand messen: spannungsfrei. Bauteil abklemmen oder Strom abschalten.
- Nach der Messung die Leitungen zurück auf V stecken. Wer vergessen hat, dass sie noch in der A-Buchse stecken, erzeugt bei der nächsten Spannungsmessung einen Kurzschluss.
Die größte Falle: Strommessung
In der A-Buchse hat das Multimeter fast keinen Widerstand. Hält man die Spitzen so an eine Steckdose, entsteht ein Kurzschluss durch das Messgerät. Gute Geräte haben eine hochwertige Sicherung in dieser Buchse, billige oft eine schwache oder gar keine. Für Ströme an Hausgeräten ist eine Strommesszange sicherer: Sie umschließt einen Leiter und misst berührungslos.
Kein Ersatz für den Spannungsprüfer
Ob eine Leitung spannungsfrei ist, stellen Elektrofachkräfte mit einem zweipoligen Spannungsprüfer fest, nicht mit einem Multimeter. Der Grund: Ein Multimeter kann im falschen Messbereich stehen, eine leere Batterie haben oder hochohmig Phantomspannungen anzeigen. Mehr unter digitaler Spannungsprüfer. Arbeiten an der Hausinstallation gehören ohnehin in die Hand einer Elektrofachkraft.
Typische Anwendungen im Haushalt
- Batterien prüfen. Eine neue 1,5-V-Batterie zeigt 1,5 bis 1,6 V, unter 1,2 V ist sie praktisch leer.
- Autobatterie. Voll geladen zeigt sie im Ruhezustand etwa 12,6 bis 12,8 V, unter 12,2 V ist sie deutlich entladen.
- Sicherungen und Glühlampen. Durchgangsprüfung zeigt, ob sie durchgebrannt sind.
- Kabel auf Bruch prüfen, etwa ein Verlängerungskabel mit Wackelkontakt.
- Heizstäbe und Thermostate in Haushaltsgeräten, nach dem Ziehen des Netzsteckers.
Worauf Sie beim Kauf achten
- True RMS. Misst Wechselspannung und -strom auch bei verzerrten Kurvenformen richtig, etwa an Dimmern oder Netzteilen.
- Anzeigeumfang. Angegeben in Counts. 4000 oder 6000 Counts reichen für Heimwerker.
- Genauigkeit. Gute Geräte liegen bei 0,5 bis 1 Prozent für Gleichspannung.
- Automatische Bereichswahl, Hintergrundbeleuchtung und Hold-Funktion.
- Messleitungen mit Fingerschutz und abgedeckten Spitzen, passend zur Messkategorie.
Preise
Einfache Multimeter gibt es ab 15 bis 20 Euro; für Batterie und Elektronik genügen sie. Solide Geräte mit CAT III, True RMS und guter Sicherung kosten 50 bis 150 Euro. Profigeräte bekannter Messtechnik-Hersteller liegen darüber.
Häufige Fragen
Was bedeutet OL auf der Anzeige?
Overload – der Wert liegt über dem Messbereich oder, bei Widerstand und Durchgang, der Stromkreis ist offen.
Kann ich damit den Stromverbrauch messen?
Nur umständlich. Für den Verbrauch eines Geräts an der Steckdose ist ein Energiekostenmessgerät das richtige Werkzeug.
Warum zeigt mein Multimeter an einer abgeschalteten Leitung Spannung?
Das ist oft eine Phantomspannung. Liegt eine abgeschaltete Leitung neben einer spannungsführenden, koppelt diese kapazitiv eine Spannung ein. Das hochohmige Multimeter zeigt dann Werte von einigen Dutzend bis weit über hundert Volt an, obwohl kaum Strom fließen kann. Ein zweipoliger Spannungsprüfer belastet die Leitung und zeigt solche Einkopplungen nicht als Spannung an.
Muss ich das Multimeter kalibrieren?
Für Heimwerker nicht. In Betrieben mit Prüfpflichten werden Messgeräte regelmäßig kalibriert.

