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Heimwerker-Berater

Handkettensäge

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wie die Handkettensäge funktioniert
  2. Wofür sie sich eignet
  3. Wo sie nicht hingehört
  4. Länge, Zähne, Griffe
  5. So sägen Sie richtig
  6. Sicherheit
  7. Pflege und Schärfen
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Eine Handkettensäge, auch Taschenkettensäge genannt, ist genau das: ein Stück Sägekette mit zwei Griffen oder Schlaufen an den Enden. Man legt sie um einen Ast und zieht sie abwechselnd links und rechts hin und her. Sie ersetzt keine Motorsäge, aber sie wiegt kaum 200 Gramm, passt in die Jackentasche und kommt an Äste, an die eine Bügelsäge nie herankäme.

Wie die Handkettensäge funktioniert

Die Kette besteht aus gehärteten Stahlgliedern mit Schneidezähnen, die meist in beide Richtungen schneiden. Das ist wichtig, weil die Säge nicht geschoben, sondern immer gezogen wird: einmal mit der linken, einmal mit der rechten Hand. Die Kette legt sich dabei als Bogen um das Holz und schneidet auf einer breiten Fläche. Das geht bei armdicken Ästen erstaunlich schnell. Je dicker der Stamm, desto mühsamer wird es, weil die Reibung auf der ganzen Umschlingung wirkt.

Wofür sie sich eignet

Wandern, Camping und Survival. Für Feuerholz und das Freiräumen eines Weges ist sie das leichteste Werkzeug, das es gibt.

Hohe Äste. Mit zwei Seilen an den Enden lässt sich die Kette über einen Ast werfen und vom Boden aus bedienen. Das funktioniert bei Ästen bis etwa Armstärke, die ohnehin fallen dürfen.

Wurzeln und schwer zugängliche Stellen. Unter einem Zaun, zwischen Steinen, im Wurzelballen: Wo keine Säge ansetzen kann, lässt sich die Kette noch herumführen.

Notfallausrüstung im Auto, Boot oder Wohnmobil, wo sie im Handschuhfach keinen Platz wegnimmt.

Wo sie nicht hingehört

Für das Fällen von Bäumen, für Brennholz in Mengen und für dicke Stämme ist sie das falsche Werkzeug. Bei Stammdurchmessern über etwa 15 bis 20 cm wird die Arbeit sehr zäh. Hier sind eine Brennholzsäge, eine Gestellsäge oder eine motorbetriebene Kettensäge klar im Vorteil. Für hohe Äste am Obstbaum, die kontrolliert geschnitten werden sollen, ist eine Teleskopsäge präziser, weil die Handkettensäge den Ast gern einreißen lässt. Mehr dazu unter Absägen hoher Äste.

Länge, Zähne, Griffe

KettenlängeMeist 60 bis 120 cm. Längere Ketten schaffen dickere Stämme und erlauben einen weiteren Armzug.
ZähneMehr Zähne je Länge schneiden feiner und gleichmäßiger. Beidseitig schneidende Zähne sind Standard.
GriffeFeste Griffe aus Metall oder Kunststoff, Stoffschlaufen oder Ringe, durch die man einen Stock steckt.
MaterialGehärteter Kohlenstoffstahl ist schärfer, rostet aber; rostfreie Varianten sind pflegeleichter.

Feste Griffe geben den besten Halt und lassen sich auch mit Handschuhen gut greifen. Schlaufen sind leichter und kleiner zu verpacken, schneiden aber ohne Handschuhe unangenehm in die Hand. Für die Seiltechnik an hohen Ästen braucht man Ringe oder Ösen, an denen sich Seile befestigen lassen.

So sägen Sie richtig

  1. Einen sicheren Stand suchen. Die Säge braucht beide Hände, man kann sich nicht nebenbei festhalten.
  2. Kette unter den Ast legen, beide Griffe greifen. Die Kette soll das Holz etwa zu einem Drittel bis zur Hälfte umschlingen.
  3. Gleichmäßig im Wechsel ziehen, in langen, ruhigen Zügen. Kurze, hektische Züge ermüden schneller und verkanten.
  4. Zug halten. Lässt die Spannung nach, springt die Kette aus dem Schnitt oder verklemmt.
  5. Kurz vor dem Durchtrennen langsamer werden. Der Ast fällt, wenn er fällt, und nicht dorthin, wo Sie stehen sollten.

Bei liegendem Holz hilft ein Keil oder ein untergelegter Ast, damit der Schnitt sich öffnet und die Kette nicht einklemmt.

Sicherheit

Die Säge wirkt harmlos, aber die Zähne sind scharf und die Kette schnellt bei einem Bruch zurück. Tragen Sie feste Handschuhe, auch wenn die Griffe gepolstert sind. Stehen Sie beim Sägen hoher Äste nie senkrecht unter dem Ast und tragen Sie einen Helm oder zumindest eine Schutzbrille, denn Rinde und Späne fallen genau in Augenhöhe. Kinder sollten mit der Säge nicht allein arbeiten.

Pflege und Schärfen

Nach dem Einsatz wird die Kette von Harz und Holzresten befreit, getrocknet und leicht eingeölt. Ein Tropfen Öl oder ein Sprühstoß Kriechöl genügt. Rostflecken an Kohlenstoffstahl verschwinden mit einer Drahtbürste. Transportiert wird die Säge in der mitgelieferten Tasche; lose im Rucksack zerschneidet sie alles, was daneben liegt.

Schärfen lassen sich die meisten Taschenkettensägen mit einer kleinen Rundfeile, ähnlich wie eine Motorsägenkette. Die Grundlagen dazu stehen unter Sägeketten schärfen. Bei den günstigen Modellen lohnt sich das oft nicht; eine neue Säge kostet kaum mehr als eine gute Feile.

Typische Fehler

  • Zu kurze Kette für den Durchmesser. Dann bleibt kaum Umschlingung, und die Säge schneidet nur an einem Punkt.
  • Mit Kraft statt mit Rhythmus gesägt. Gleichmäßige Züge schaffen mehr als ruckartiges Reißen.
  • Kette verdreht. Zähne, die in die falsche Richtung zeigen, schaben nur.
  • Nass weggepackt. Kohlenstoffstahl rostet über Nacht.

Häufige Fragen

Was kostet eine Handkettensäge?

Einfache Modelle gibt es ab etwa 10 Euro, gute Ausführungen mit festen Griffen und Tasche kosten 20 bis 40 Euro.

Wie dick darf der Ast sein?

Bis etwa Armdicke geht es zügig, bis 15 cm mit Geduld. Darüber lohnt eine andere Säge.

Kann man damit auch Knochen oder Kunststoff sägen?

Kunststoffrohre ja, Knochen im Notfall auch. Metall dagegen nicht – die Zähne sind für Holz geschliffen und stumpfen sofort ab.

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