Mobiles Sägewerk

Inhalt9 Abschnitte
Ein mobiles Sägewerk macht aus einem Baumstamm Bohlen und Bretter – direkt dort, wo der Stamm liegt. Für Heimwerker gibt es zwei Wege: einen Führungsrahmen für die Motorsäge, der um 100 Euro kostet, und ein Bandsägewerk auf Rädern, das im fünfstelligen Bereich liegen kann. Dazwischen liegen Welten, was Tempo, Genauigkeit und Materialverlust angeht.
Das Kettensägewerk
Das Kettensägewerk ist ein Aluminium- oder Stahlrahmen, der am Schwert einer Motorsäge festgeklemmt wird. Der Rahmen gleitet auf einer Führung über den Stamm und hält die Säge in konstanter Höhe. So entsteht ein Längsschnitt parallel zur Führung – Brett für Brett.
Die einfachen Rahmen wiegen rund 7 bis 10 kg und passen für Schwerter bis etwa 90 cm Länge. Die nutzbare Schnittbreite ist dabei etwas kleiner als das Schwert, weil die Klemmen Platz brauchen.
Der erste Schnitt
Ein Stamm hat keine gerade Fläche, auf der der Rahmen laufen könnte. Für den ersten Schnitt brauchen Sie eine Führung: ein gerades Brett, eine Leiter oder eine Aluschiene, die mit Schrauben auf dem Stamm befestigt wird. Nach dem ersten Schnitt läuft der Rahmen auf der frisch gesägten Fläche. Dreht man den Stamm um 90° und wiederholt das, entsteht ein Kantholz, aus dem dann Bretter geschnitten werden.
Das Bandsägewerk
Mobile Bandsägewerke haben ein eigenes Fahrgestell, einen Verbrennungs- oder Elektromotor und ein horizontal laufendes Sägeband. Der Sägekopf fährt auf Schienen über den festgespannten Stamm.
Kettensägewerk
| Bandsägewerk
|
Für einen Stamm im Jahr ist das Kettensägewerk die vernünftige Wahl. Wer regelmäßig schneidet, beauftragt ein Lohnsägewerk oder leiht ein Bandsägewerk.
Welche Motorsäge es braucht
Längsschnitt ist die härteste Arbeit, die man einer Motorsäge zumuten kann: Sie schneidet minutenlang unter Volllast entlang der Faser. Kleine Sägen um 40 cm³ überhitzen dabei. Für Stämme bis 40 cm Durchmesser sollte es eine Säge ab etwa 50 cm³ sein, für breitere deutlich mehr. Profis nutzen Sägen mit 70 bis über 90 cm³. Akku-Motorsägen sind für diese Arbeit meist nicht geeignet.
Auch die Schwertlänge gibt eine Grenze vor. Der Rahmen braucht an beiden Enden des Schwerts Platz für seine Klemmen; von einem 90-cm-Schwert bleiben so etwa 75 cm nutzbare Schnittbreite. Für Stämme mit über 50 cm Durchmesser brauchen Sie also nicht nur eine kräftige Säge, sondern auch ein langes Schwert – und beides muss zusammenpassen, denn ein zu langes Schwert überfordert einen schwachen Motor.
Die Längsschnittkette
Normale Sägeketten sind für Querschnitte geschliffen. Für Längsschnitte gibt es eigene Ketten mit flacherem Schärfwinkel, meist um 10°. Sie schneiden ruhiger, erzeugen feinere Späne und belasten die Säge weniger. Eine normale Kette funktioniert auch, wird aber schneller stumpf und zieht unruhiger.
Halten Sie die Kette scharf und schärfen Sie sie häufiger als beim Brennholz. Anleitungen finden Sie unter Sägekette schärfen und Sägeketten-Schleifgerät. Der Ölbedarf ist hoch; prüfen Sie den Füllstand bei jeder Tankfüllung, Einzelheiten unter Sägekettenöl.
Schritt für Schritt zum Brett
- Stamm sichern. Auf Unterlegholz legen und mit Keilen gegen Wegrollen sichern.
- Führung befestigen. Gerades Brett oder Schiene auf dem Stamm verschrauben, waagerecht ausrichten.
- Rahmen einstellen. Schnitthöhe am Rahmen auf die gewünschte Brettstärke plus Fuge einstellen.
- Ersten Schnitt sägen. Gleichmäßig mit wenig Druck vorschieben, die Säge arbeiten lassen.
- Stamm drehen, auf die gesägte Fläche legen und die Gegenseite schneiden.
- Bretter schneiden. Rahmen jeweils auf die neue Höhe einstellen, Keile in die Fuge, damit sie sich nicht schließt.
Materialverlust und Trocknung
Die Fuge eines Kettensägewerks ist rund 8 mm breit. Bei zehn Brettern aus einem Stamm gehen also fast 8 cm Holz als Späne verloren. Das Bandsägewerk kommt mit 2 bis 3 mm aus.
Frisch geschnittene Bretter müssen trocknen. Stapeln Sie sie mit Stapellatten von etwa 2 cm in Abständen von 50 cm, überdacht, aber seitlich luftig. Als grobe Faustregel für luftgetrocknetes Holz gilt etwa ein Jahr je 2,5 cm Brettstärke. Die Enden mit Wachs oder Farbe versiegeln, sonst reißen sie auf.
Sicherheit
Arbeiten mit der Motorsäge verlangen vollständige Schutzausrüstung: Schnittschutzhose, Schnittschutzstiefel, Helm mit Gesichts- und Gehörschutz, Handschuhe. Beim Längsschnitt steht man lange neben der laufenden Säge – Gehörschutz ist hier besonders wichtig.
Ein Motorsägenkurs ist dringend zu empfehlen. In vielen Forstbetrieben ist ein Sachkundenachweis Voraussetzung, wenn Sie Holz selbst aufarbeiten wollen.
Häufige Fragen
Was kostet ein Kettensägewerk?
Einfache Rahmen gibt es ab 60 bis 100 Euro, stabile Rahmen mit breiter Aufnahme ab etwa 200 Euro. Dazu kommen Längsschnittkette und Führungsschiene.
Wie lange dauert ein Brett?
Bei einem 3 m langen Stamm mit 40 cm Durchmesser und scharfer Kette sind es einige Minuten je Schnitt – deutlich länger als beim Bandsägewerk.
Welches Holz eignet sich?
Jedes. Weiche Nadelhölzer schneiden sich schneller, Eiche und Buche fordern Säge und Kette stärker.



