Sägekettenöl

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Sägekettenöl schmiert Kette und Schiene einer Motorsäge und wird dabei vollständig verbraucht: Jeder Tropfen landet am Ende in Spänen, Holz und Waldboden. Deshalb ist die Frage nach dem Öl keine Nebensache, sondern die nach dem, was Sie in der Natur verteilen. Biologisch abbaubares Kettenöl ist in vielen Fällen die bessere Wahl – wenn Sie wissen, wie man damit umgeht.
Was das Öl leisten muss
Eine Sägekette läuft mit hoher Geschwindigkeit über die Schiene. Ohne Schmierung würden Treibglieder und Schienennut in kurzer Zeit heiß laufen und verschleißen. Das Öl verringert die Reibung, führt Wärme ab, schützt vor Rost und spült feine Späne aus der Nut.
Die besondere Schwierigkeit: Die Kette schleudert alles, was nicht haftet, sofort weg. Sägekettenöl enthält deshalb Haftzusätze, die es fadenziehend machen. Deshalb heißt es im Handel auch Haftöl oder Kettenhaftöl.
Mineralisch oder biologisch
| Mineralisches Kettenöl | Biologisch abbaubares Kettenöl | |
| Grundstoff | Erdöl | meist Rapsöl oder synthetische Ester |
| Abbau in der Natur | langsam | weitgehend innerhalb weniger Wochen |
| Lagerfähigkeit in der Säge | unkritisch | kann bei langer Standzeit verharzen |
| Preis | günstiger | etwas teurer |
| Einsatz | Werkstatt, gelegentlicher Einsatz | Wald, Garten, Gewässernähe |
Im Wald ist Bio-Kettenöl in vielen Forstbetrieben Pflicht, bei zertifizierten Wäldern ohnehin. Für den Privatgarten gibt es keine allgemeine Vorschrift – aber das Öl landet auch dort im Boden.

Woran Sie gutes Bio-Öl erkennen
Achten Sie auf ein anerkanntes Umweltzeichen wie den Blauen Engel oder das europäische Umweltzeichen. Die Bezeichnung „bio“ allein ist kein geschützter Begriff. Seriöse Hersteller geben die biologische Abbaubarkeit nach einer genormten Prüfung an. Pflanzliches Kettenöl ist hell bis goldgelb, riecht leicht nussig und hat eine ähnliche Konsistenz wie mineralisches.
Die Verharzungsfalle
Pflanzenöle oxidieren an der Luft und werden mit der Zeit zäh und klebrig – das ist der Grund, warum eine Pfanne mit altem Speiseöl nicht mehr sauber wird. In der Kettensäge verklebt verharztes Öl die Ölpumpe und die Schienennut. Wenn die Säge mehrere Monate stehen soll, lassen Sie den Öltank leer laufen oder füllen Sie zum Schluss eine Tankfüllung mineralisches Öl ein und lassen die Säge kurz laufen. Einige Hersteller geben an, dass ihr Bio-Öl auch lange Standzeiten verträgt; im Zweifel gilt die Anleitung der Säge.
Warum kein Altöl
Gebrauchtes Motoröl in die Kettensäge zu füllen, hält sich als Spartipp hartnäckig. Es ist eine schlechte Idee:
- Altöl enthält Abrieb, Ruß und Rückstände der Verbrennung. Sie landen im Boden und im Holz, das Sie später vielleicht im Kamin verbrennen.
- Die Metallpartikel wirken wie Schleifpaste auf Kette und Schiene.
- Altöl ist gefährlicher Abfall und muss an Annahmestellen zurückgegeben werden. Wer es gezielt im Wald verteilt, handelt ordnungswidrig.
Frisches Motoröl ist ebenfalls ungeeignet: Es hat keine Haftzusätze und fliegt von der Kette.
Und Speiseöl?
Rapsöl aus der Küche ist chemisch nicht weit von Bio-Kettenöl entfernt, aber ohne Haftzusätze, Alterungsschutz und Kältefestigkeit. Es schmiert, wird aber zu großen Teilen weggeschleudert und verharzt schneller. Für einen Notfall geht es, als Dauerlösung spart es nur am falschen Ende.
Winter und Sommer
Bei Frost wird Kettenöl zäh, die Ölpumpe fördert weniger. Für Arbeiten bei deutlichen Minusgraden gibt es Winterkettenöl mit niedrigerer Viskosität. Manche Sägen haben eine regelbare Ölpumpe; dann drehen Sie im Winter die Fördermenge etwas höher.
Wie viel Öl die Säge braucht
Als Faustregel gilt: Pro Tankfüllung Benzin wird etwa eine Tankfüllung Kettenöl verbraucht. Die Tanks sind darauf abgestimmt. Ist der Öltank vor dem Benzintank leer, ist die Pumpe zu weit aufgedreht; ist er noch voll, fördert die Pumpe zu wenig oder der Ölkanal ist verstopft.
So prüfen Sie die Schmierung: Säge mit Vollgas über einen hellen Untergrund halten, etwa einen Baumstumpf oder ein Blatt Papier. Nach wenigen Sekunden muss sich eine deutliche Ölspur zeigen. Mehr zur Kettenpflege steht beim Sägeketten-Schleifgerät und unter Sägeketten schärfen.
Typische Fehler
- Öltank vergessen. Die Kette läuft trocken, die Schiene wird blau und krumm.
- Verstopfte Ölbohrung an der Schiene. Bei jedem Kettenwechsel die Schienennut und die Ölbohrung mit einem Draht reinigen.
- Bio-Öl über den Winter in der Säge. Im Frühjahr fördert die Pumpe nicht mehr.
- Öl verschüttet beim Nachfüllen. Ein Trichter oder ein Kanister mit Auslaufsystem kostet wenige Euro.
Lagerung
Kettenöl im verschlossenen Originalgebinde kühl, trocken und frostfrei lagern. Bio-Öl ist nicht ewig haltbar; ein Gebinde sollte innerhalb von etwa einem Jahr aufgebraucht sein. Leere Kanister mit Resten gehören zur Schadstoffsammlung, nicht in den Gelben Sack.
Häufige Fragen
Kann ich mineralisches und biologisches Öl mischen?
Das ist technisch möglich, aber sinnlos: Die Mischung ist nicht mehr biologisch abbaubar. Wer umstellt, lässt den Tank leer laufen und füllt dann um.
Brauchen Elektro- und Akkusägen auch Kettenöl?
Ja, genau dasselbe. Auch die Astkettensäge am Teleskopstiel braucht Öl.
Wo bekomme ich Kettenöl?
In Baumärkten, im Landhandel und bei Motorgerätehändlern, meist in Gebinden von 1 bis 5 Litern.



