Doppelschleifer
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Ein Doppelschleifer, auch Schleifbock genannt, ist ein Elektromotor mit einer Schleifscheibe an jedem Wellenende. Er steht fest auf der Werkbank und dient zum Schärfen, Entgraten und Formen von Metall. Eine Scheibe ist grob für den Abtrag, die andere fein für die Schneide – so lässt sich ein Werkzeug in einem Arbeitsgang vorschleifen und nachschärfen.
Aufbau
Der Motor sitzt in der Mitte, links und rechts die Scheiben unter Schutzhauben. Vor jeder Scheibe liegt eine verstellbare Werkstückauflage, oben ein Funkenschutz und meist ein klappbares Augenschutzglas. Viele Geräte haben eine Leuchte und einen Kühlwasserbehälter.
Typische Scheiben haben 150 oder 200 mm Durchmesser. Die Motoren leisten im Hobbybereich meist 250 bis 350 W, starke Werkstattmaschinen bis etwa 500 W. Die Drehzahl liegt bei den meisten Geräten fest bei knapp 3000 U/min.
Die richtige Körnung
| Körnung | Einsatz |
| 24–36 | Grober Abtrag, Formen, Schweißnähte verputzen |
| 46–60 | Allzweck, Meißel, Bohrer vorschleifen |
| 80–120 | Schneiden nachschärfen, feinere Oberfläche |
Übliche Kombinationen sind 36 und 60 oder 60 und 80. Normale Scheiben bestehen aus Korund und eignen sich für Stahl. Für Hartmetall braucht es grüne Siliziumkarbid- oder Diamantscheiben.
Aluminium, Kupfer und Messing gehören nicht auf Korundscheiben. Die weichen Metalle setzen die Poren zu, die Scheibe erhitzt sich ungleichmäßig und kann im schlimmsten Fall reißen. Dafür gibt es spezielle Scheiben oder Bandschleifer.
Die Werkstückauflage richtig einstellen
Der Abstand zwischen Auflage und Scheibe muss klein sein, höchstens etwa 3 mm, besser weniger. Bei größerem Spalt kann das Werkstück zwischen Auflage und Scheibe gezogen werden. Das verklemmt die Scheibe und kann sie zerstören, und die Hand geht mit.
Weil sich die Scheibe abnutzt, wird der Spalt mit der Zeit größer. Die Auflage deshalb regelmäßig nachstellen. Dasselbe gilt für den oberen Funkenschutz an der Haube.
Schärfen ohne Ausglühen
Beim Schleifen entsteht Hitze. Wird die Schneide zu heiß, läuft sie blau oder violett an und verliert ihre Härte. Ein Stechbeitel, der einmal blau war, wird nie wieder so scharf wie vorher.
- Wasserbehälter bereitstellen. Das Werkstück nach wenigen Sekunden eintauchen.
- Wenig Druck. Die Scheibe muss arbeiten, nicht der Arm.
- Werkstück bewegen. Über die ganze Scheibenbreite führen, damit sich keine Rille bildet.
- Winkel halten. Eine Schleifvorrichtung oder die geneigte Auflage hilft, den Schneidwinkel konstant zu halten.
- Mit feiner Körnung abschließen, dann entgraten.
Für Messer und Hobeleisen ist ein Nassschleifer mit langsamer Scheibe im Wasserbad oft die bessere Wahl, weil er die Schneide kaum erwärmt.
Was man am Schleifbock schärft
- Meißel, Körner und Durchschläge. Robust und hitzeunempfindlicher als feine Schneiden.
- Bohrer. Mit etwas Übung oder einer Bohrerschleifvorrichtung. Mehr dazu unter Bohrer richtig schleifen.
- Drechselröhren. Mit einer Schleifvorrichtung, beliebt an der Drechselbank.
- Gartenwerkzeug. Spaten, Hacken und Rasenmähermesser.
- Schraubendreher nachformen, wenn die Klinge ausgebrochen ist.
Scheiben prüfen und abrichten
Neue Scheiben werden vor der Montage mit der Klangprobe geprüft: an einem Holzstiel aufhängen, leicht anklopfen. Ein klarer Klang heißt intakt, ein dumpfer Klang deutet auf einen Riss. Eine gerissene Scheibe darf nicht montiert werden.
Mit der Zeit wird die Scheibe unrund, setzt sich zu oder bekommt Rillen. Dann wird sie abgerichtet, mit einem Abrichtstein oder einem Diamantabrichter, der über die laufende Scheibe geführt wird. Danach schleift sie wieder griffig und rund.
Beachten Sie die zulässige Drehzahl auf der Scheibe. Sie muss mindestens der Drehzahl des Motors entsprechen.
Arbeitsschutz
- Schutzbrille, auch wenn das Augenschutzglas heruntergeklappt ist. Funken und Partikel kommen von der Seite.
- Keine weiten Ärmel, keine Schals, lange Haare zusammenbinden.
- Kleine Teile nicht mit den Fingern halten, sondern mit einer Zange oder Halterung.
- Seitlich stehen beim Einschalten. Platzt eine Scheibe, fliegen die Teile in der Ebene der Scheibe.
- Funkenflug beachten. Keine brennbaren Materialien oder Holzspäne in der Nähe.
- Gerät festschrauben. Ein Schleifbock, der auf der Werkbank wandert, ist gefährlich.
Was ein Doppelschleifer kostet
Einfache Geräte mit 150er-Scheiben gibt es ab etwa 40 bis 60 Euro, solide Maschinen mit 200er-Scheiben und besseren Auflagen kosten 100 bis 250 Euro. Beim Kauf zählen stabile, fein einstellbare Auflagen und ein ruhiger Lauf mehr als die Wattzahl. Ein Gerät, das vibriert, schleift keine saubere Schneide.
Häufige Fragen
Kann ich mit dem Doppelschleifer Messer schärfen?
Grob ja, fein kaum. Die hohe Drehzahl erhitzt die dünne Klinge schnell. Für Küchenmesser ist ein Nassschleifer oder Schleifstein besser.
Wie oft muss ich die Scheibe wechseln?
Wenn ihr Durchmesser so klein geworden ist, dass die Auflage nicht mehr nahe genug heranreicht, oder wenn sie beschädigt ist.
Kann ich eine Drahtbürste aufsetzen?
Ja, viele Geräte lassen sich auf einer Seite mit einer Drahtbürste oder Polierscheibe bestücken, zum Entrosten und Polieren.
Brauche ich eine Absaugung?
Für Stahl genügt meist eine gute Lüftung, weil die Partikel schwer sind und schnell zu Boden fallen. Beim Schleifen von Hartmetall oder beschichteten Werkzeugen entsteht aber feiner Staub, dann sind eine Maske und eine Absaugung sinnvoll.


