Seegeringzange
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Eine Seegeringzange, korrekt Sicherungsringzange, montiert und demontiert Sicherungsringe, die Bauteile auf Wellen oder in Bohrungen gegen Verrutschen sichern. Der Name stammt vom Hersteller Seeger, dessen Ringe zum Gattungsbegriff geworden sind. Mit Schraubendreher und Spitzzange geht es auch – bis der Ring quer durch die Werkstatt fliegt.
Was ein Sicherungsring ist
Ein Sicherungsring ist ein offener Federstahlring mit zwei Lochaugen an den Enden. Er sitzt in einer Nut und verhindert, dass ein Lager, ein Zahnrad oder eine Scheibe axial verrutscht. Es gibt zwei Grundformen:
| Wellenring (außen) | Nach DIN 471. Sitzt in einer Nut auf einer Welle. Muss zum Montieren aufgeweitet werden. |
| Bohrungsring (innen) | Nach DIN 472. Sitzt in einer Nut in einer Bohrung. Muss zum Montieren zusammengedrückt werden. |
| Sicherungsscheibe | Nach DIN 6799, oft E-Clip genannt. Wird seitlich auf die Welle geschoben, dafür braucht es keine Zange, sondern ein Montagewerkzeug. |
Wo Sicherungsringe vorkommen
Im Haushalt begegnen sie Ihnen häufiger, als man denkt: an Radachsen von Rasenmähern und Schubkarren, an Pedalen und Naben von Fahrrädern, in Waschmaschinen, an Türschließern, Gartenpumpen und Motoren. Überall dort, wo ein Teil auf einer Achse sitzt und nicht herunterrutschen soll, aber für die Wartung abnehmbar bleiben muss, ist ein Sicherungsring die einfachste Lösung. Merken Sie sich beim Zerlegen die Reihenfolge der Teile, am besten mit einem Handyfoto.
Außen- und Innenzange
Aus den beiden Ringformen folgen zwei Zangenarten:
- Außenzange für Wellenringe: Wenn Sie die Griffe zusammendrücken, öffnen sich die Spitzen und weiten den Ring.
- Innenzange für Bohrungsringe: Wenn Sie die Griffe zusammendrücken, schließen sich die Spitzen und drücken den Ring zusammen.
Beide gibt es mit geraden Spitzen und mit Spitzen, die um 90 Grad oder um 45 Grad abgewinkelt sind. Gerade Zangen sind für frei zugängliche Stellen, gewinkelte für Ringe in der Tiefe oder hinter Bauteilen. Die Zangen sind in DIN 5254 für Außenringe und DIN 5256 für Innenringe genormt.
Die richtige Größe
Die Zangen werden nach dem Wellen- oder Bohrungsdurchmesser eingeteilt, für den sie gedacht sind, zum Beispiel für 3 bis 10 mm, 10 bis 25 mm, 19 bis 60 mm oder 40 bis 100 mm. Entscheidend ist aber der Durchmesser der Spitzen. Er muss zu den Lochaugen des Rings passen. Zu dünne Spitzen verbiegen oder rutschen heraus, zu dicke passen gar nicht hinein.
Wer gelegentlich an Fahrrad, Rasenmäher oder Haushaltsgeräten arbeitet, kommt mit einem Satz aus vier Zangen aus: Außen und innen, jeweils gerade und gewinkelt, in mittlerer Größe.
Umschaltbare Zangen
Es gibt Kombizangen, bei denen sich mit einem Schieber zwischen Außen- und Innenfunktion umschalten lässt, manche auch mit Wechselspitzen. Sie sparen Platz im Werkzeugkasten, sind aber meist weniger präzise und haben mehr Spiel. Für häufige Arbeiten sind feste Zangen die bessere Wahl.
Ringe richtig montieren
- Ringgröße prüfen. Der Ring muss zur Nut passen, Wellenringe sind etwas kleiner als die Welle, Bohrungsringe etwas größer als die Bohrung.
- Richtige Seite beachten. Viele Ringe haben eine gestanzte, leicht gerundete und eine scharfkantige Seite. Die scharfe Kante zeigt zur Last hin, damit der Ring sich nicht aus der Nut schiebt.
- Spitzen vollständig in die Augen stecken. Halb eingesteckte Spitzen rutschen ab.
- Nur so weit aufweiten oder zusammendrücken wie nötig. Überdehnte Ringe verlieren ihre Spannung und sitzen später locker.
- Ring in die Nut setzen und prüfen, ob er ringsum sitzt. Er sollte sich in der Nut drehen lassen, aber nicht herausspringen.
Sicherheit
Ein Sicherungsring steht unter Spannung. Rutscht er von der Zange, springt er weg – und zwar oft in Augenhöhe. Tragen Sie eine Schutzbrille. Ein Trick aus der Werkstatt: ein Tuch locker über Ring und Zange legen oder den Ring in einer Plastiktüte demontieren. So landet er nicht irgendwo unter der Werkbank.
Typische Fehler
- Ring mit dem Schraubendreher heraushebeln. Das verbiegt ihn und beschädigt die Nut.
- Gebrauchte Ringe wiederverwenden. Nach mehrfacher Montage sitzen sie weniger fest. Ringe sind billig, lieber einen neuen nehmen.
- Innen- und Außenzange verwechseln. Mit der falschen Zange lässt sich der Ring nicht bewegen, oder er verformt sich.
- Zu kleine Zange für große Ringe. Die Spitzen verbiegen, und die Zange ist danach unbrauchbar.
Verwandte Werkzeuge
Für Drahtsprengringe ohne Lochaugen und für die Frage, was ein Sprengring eigentlich ist, lohnt der Blick in die Sprengringzange. Für Schlauchschellen an Kühler und Waschmaschine gibt es die Schlauchklemmenzange. Allgemeine Greifarbeiten erledigt eine Flachzange.
Häufige Fragen
Was kostet eine Seegeringzange?
Einzelzangen gibt es ab etwa 10 Euro, Sätze mit vier Zangen ab etwa 15 Euro. Markenzangen mit gehärteten, präzisen Spitzen kosten je Stück 20 bis 40 Euro.
Woran erkenne ich, ob ich eine Innen- oder Außenzange brauche?
Sitzt der Ring auf einer Welle, brauchen Sie eine Außenzange. Sitzt er in einer Bohrung, eine Innenzange.
Kann ich die Spitzen nachschleifen?
Nur vorsichtig. Die Spitzen sind gehärtet, beim Schleifen darf das Material nicht heiß werden. Bei abgebrochenen Spitzen lohnt sich meist eine neue Zange.


