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Heimwerker-Berater

Mafell Duodübler

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 11 Abschnitte
Inhalt11 Abschnitte
  1. Das Prinzip
  2. Die Daten
  3. Wofür er gebraucht wird
  4. Stärken der Doppeldübelverbindung
  5. Grenzen und Nachteile
  6. Duodübler, Flachdübel, Domino
  7. So wird gearbeitet
  8. Für wen er sich lohnt
  9. Typische Fehler
  10. Pflege und Zubehör
  11. Häufige Fragen

Der DuoDübler von Mafell bohrt mit einem Hub gleich zwei Löcher für Runddübel, nebeneinander im Abstand von 32 mm. Damit wird die klassische Dübelverbindung, die sonst Bohrschablone und viel Genauigkeit verlangt, zu einer schnellen und reproduzierbaren Arbeit. Das Gerät richtet sich klar an Tischlereien und Möbelbauer – für Heimwerker ist es ein Werkzeug, das man sich gut überlegen muss.

Das Prinzip

In der Maschine laufen zwei Bohrer parallel, angetrieben über ein Getriebe von einem Motor. Die Frontplatte mit Anschlag wird an das Werkstück gesetzt, dann taucht die Maschine ein und bohrt beide Löcher gleichzeitig. Ein Tiefenanschlag begrenzt die Bohrtiefe, ein schwenkbarer Anschlag erlaubt Bohrungen in Gehrungen und schrägen Kanten.

Der Abstand von 32 mm ist kein Zufall. Er entspricht dem 32-mm-Raster, einem verbreiteten Standard im Möbelbau, nach dem auch Lochreihen für Bodenträger und Beschläge gebohrt werden.

Die Daten

Die folgenden Werte sind Herstellerangaben. Vor dem Kauf lohnt ein Blick ins aktuelle Datenblatt, weil Mafell seine Geräte gelegentlich überarbeitet.

DD40G (Maxi / Midi)MaxiMax
Leistung700 W1000 W
Leerlaufdrehzahl18.500 min⁻¹13.500 min⁻¹
Bohrtiefe0–37 mm0–40 mm
Bohrerabstand32 mm32 mm
Schwenkbereich0–90 Grad0–90 Grad
Gewicht2,8 kg2,9 kg

Die Ausführungen Maxi und Midi haben laut Datenblatt dieselben Kenndaten und unterscheiden sich vor allem in Ausstattung und Netzspannung. Die in manchen Angeboten genannten 110-Volt-Ausführungen sind für Baustellennetze mit dieser Spannung gedacht, wie sie etwa in Großbritannien üblich sind. Für das deutsche Netz ist die 230-Volt-Ausführung die richtige.

Wofür er gebraucht wird

  • Korpusverbindungen im Möbelbau, bei denen Seiten, Böden und Deckel mit Dübeln verbunden werden.
  • Rahmen- und Gestellbau, etwa bei Tischen und Stühlen, wo Dübel mehr Zug aufnehmen als Flachdübel.
  • Lochreihen im 32-mm-Raster für Bodenträger, mit passenden Anschlägen.
  • Serienarbeit, bei der viele gleiche Verbindungen schnell und identisch entstehen sollen.

Stärken der Doppeldübelverbindung

Zwei Dübel nebeneinander verhindern, dass sich die Teile gegeneinander verdrehen. Das ist der entscheidende Unterschied zu einem einzelnen Dübel. Gegenüber der Lamelle, die in einer Nut mit Spiel sitzt, hält der Runddübel in einem passgenauen Bohrloch deutlich mehr Zug- und Hebelkräfte aus. Für Stuhlzargen und Tischgestelle ist das ein echter Vorteil.

Grenzen und Nachteile

Die Bohrungen haben kein Spiel. Was einmal gebohrt ist, sitzt fest – bei der Montage lässt sich nichts mehr seitlich verschieben. Das verlangt genaues Anreißen und Ansetzen. Die Lamellofräse ist hier gutmütiger, weil ihre Nut länger ist als der Flachdübel.

Dazu kommt der Preis. Der DuoDübler kostet ein Vielfaches einer einfachen Flachdübelfräse und liegt in einer Klasse mit der Dominofräse. Für ein paar Möbel im Jahr rechnet sich das kaum.

Duodübler, Flachdübel, Domino

Dafür
  • Zwei Dübel verdrehsicher in einem Arbeitsgang
  • Hohe Festigkeit der Runddübelverbindung
  • Passt zum 32-mm-Raster im Möbelbau
  • Runddübel sind günstig und überall erhältlich
Dagegen
  • Kein Ausgleichsspiel bei der Montage
  • Hoher Anschaffungspreis
  • Spezialgerät mit engem Einsatzbereich
  • Für Heimwerker selten wirtschaftlich

So wird gearbeitet

  1. Teile markieren. Die Mitte der Verbindung auf beiden Werkstücken anreißen.
  2. Tiefe und Höhe einstellen, passend zu Dübellänge und Plattenstärke.
  3. Maschine an die Kante setzen, Markierung an der Anzeige der Frontplatte ausrichten.
  4. Bohren, gleichmäßig eintauchen, nicht verkanten.
  5. Gegenstück bohren, mit derselben Einstellung.
  6. Dübel und Leim: Leim ins Bohrloch, nicht nur auf den Dübel, dann verpressen.

Für wen er sich lohnt

Für Tischlereien, die täglich Korpusse und Gestelle bauen, amortisiert sich der DuoDübler schnell. Er spart Zeit, und die Verbindungen sind stets gleich. Heimwerker, die ab und zu ein Regal bauen, sind mit einer Dübellehre für den Akkuschrauber oder einer Flachdübelfräse wirtschaftlicher unterwegs. Wer allerdings viel Massivholzmöbel baut und Wert auf feste, verdrehsichere Verbindungen legt, findet im DuoDübler ein Werkzeug, das diesen Anspruch zuverlässig erfüllt.

Typische Fehler

  • Falscher Bezugspunkt. Wer einmal von der Vorderkante und einmal von der Rückseite ansetzt, bekommt versetzte Bohrungen.
  • Zu tief gebohrt. Bei dünnen Platten kommt der Bohrer auf der Sichtseite heraus. Tiefenanschlag immer an einem Reststück prüfen.
  • Dübel zu lang. Die Summe beider Bohrtiefen muss etwas größer sein als der Dübel, damit Leim Platz hat und die Fuge schließt.
  • Leim nur auf den Dübel. Er wird beim Einschlagen abgestreift, im Bohrloch landet kaum etwas.

Pflege und Zubehör

Die Bohrer gehören regelmäßig kontrolliert, denn stumpfe Bohrer reißen das Holz am Lochrand aus und erwärmen sich stark. Harz und Späne an der Frontplatte und im Anschlag entfernen, damit die Maschine plan aufliegt. Zum Zubehör gehören Anschläge für Lochreihen, Bohrer in verschiedenen Durchmessern und eine Absaugung, die an einen Werkstattsauger angeschlossen wird.

Häufige Fragen

Welche Dübel passen?

Standard-Runddübel aus Buchenholz in den Durchmessern, für die passende Bohrer verfügbar sind. Üblich im Möbelbau sind 8 mm.

Ersetzt er eine Dübellehre?

Ja, in Tempo und Genauigkeit übertrifft er jede Handlehre deutlich. Eine Lehre ist aber die günstige Alternative für wenige Verbindungen.

Gibt es ähnliche Geräte anderer Hersteller?

Doppeldübelbohrmaschinen bieten nur wenige Hersteller an. Häufiger sind Flachdübelfräsen, etwa die Einhell TC-BJ 900, und Dominofräsen als Alternativen.

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