Gehrungslade

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Eine Gehrungslade ist eine offene Kiste aus Holz, Kunststoff oder Aluminium mit Schlitzen in festen Winkeln. Die Säge läuft in den Schlitzen und wird dadurch im richtigen Winkel geführt. Damit sägen Sie Leisten, Rahmen und Profile auf 45 und 90 Grad, ohne Strom und für wenige Euro. Für eine Handvoll Sockelleisten ist sie das perfekte Werkzeug, für ein ganzes Haus nicht.
Aufbau und Winkel
Die Lade hat einen Boden und zwei Seitenwände. In die Seitenwände sind Schlitze gefräst, die einander genau gegenüberliegen, typisch für 90°, 45° links und 45° rechts, manchmal zusätzlich 22,5° für achteckige Rahmen oder 60°.
Dazu gehört eine Feinsäge mit geradem Rücken, der das Blatt versteift. Viele Laden werden mit passender Säge verkauft. Das Blatt muss so dick sein, dass es im Schlitz ohne Spiel läuft, und fein genug gezahnt für saubere Kanten.

Material der Lade
Kunststoff ist günstig und leicht, die Schlitze weiten sich aber mit der Zeit, und die Genauigkeit nimmt ab.
Holz ist die klassische Variante. Sie lässt sich nachbauen oder mit neuen Schlitzen versehen, verzieht sich aber bei Feuchtigkeit.
Aluminium oder Kunststoff mit Metalleinsätzen hält am längsten maßhaltig.
Eine Lade kostet 5 bis 30 Euro, mit Säge etwas mehr.
Wofür sie geeignet ist
- Sockelleisten an Innen- und Außenecken.
- Bilder- und Spiegelrahmen mit vier 45°-Gehrungen.
- Stuck- und Deckenleisten aus Styropor oder Holz.
- Übergangsleisten und Abdeckprofile.
- Kleine Kunststoffrohre und Kabelkanäle.
Die maximale Werkstückbreite ist durch die Innenbreite der Lade begrenzt, meist 5 bis 10 cm, die Höhe durch die Wände. Breitere Bretter passen nicht hinein.
So sägen Sie eine Gehrung
- Maß anzeichnen. Bei Gehrungen immer an der langen Kante messen und die Richtung des Schnitts gleich mit einzeichnen.
- Werkstück einlegen. Fest an die hintere Wand drücken, bei Leisten mit der Sichtseite so, wie sie später an der Wand steht.
- Werkstück sichern. Mit einer Zwinge oder mit der Hand fest andrücken. Wenn es sich bewegt, wird der Winkel falsch.
- Säge einsetzen und die ersten Züge langsam und ohne Druck ziehen.
- Durchsägen, mit langen, ruhigen Zügen.
- Kante prüfen und das Gegenstück ebenso sägen.
Sockelleisten: Innen- oder Außenecke
Das ist der Punkt, an dem die meisten scheitern. Die Leiste liegt in der Lade so, wie sie an der Wand steht: Rückseite an der hinteren Ladenwand, Unterkante auf dem Boden der Lade.
Innenecke: Die Sichtseite ist an der Ecke kürzer als die Rückseite. Außenecke: Die Sichtseite ist länger. Legen Sie die beiden Leisten vor dem Sägen probeweise an die Ecke, markieren Sie die Schnittrichtung mit einem Strich – und sägen Sie erst dann.
Mehr zur Befestigung im Beitrag Sockelleisten befestigen ohne Bohren.
Wenn die Ecke nicht 90 Grad hat
Wände in Altbauten stehen selten genau rechtwinklig. Eine Lade mit festen Winkeln kann das nicht ausgleichen. Dann helfen:
- Kleine Korrekturen mit Schleifpapier oder einem Hobel an der Gehrung.
- Den Winkel messen mit einem Winkelmesser und halbieren.
- Eine verstellbare Gehrungssäge, mit der sich beliebige Winkel einstellen lassen.
Fugen an Innenecken lassen sich bei lackierten Leisten mit Acryl schließen, bei Holzleisten ist das sichtbar.
Typische Fehler
- Werkstück wackelt. Der Schnitt läuft schief, die Gehrung klafft.
- Säge verkantet. Zu viel Druck oder zu kurze Züge. Die Säge soll im Schlitz gleiten.
- Schlitze ausgeleiert. Die Säge hat Spiel, die Winkel stimmen nicht mehr. Eine neue Lade kostet wenig.
- Falsch herum eingelegt. Bei Leisten mit Profil ist nur eine Lage richtig. Probeschnitt an einem Reststück.
- In die Lade gesägt. Wer zu tief sägt, schneidet den Boden mit. Ein Opferbrett in der Lade schützt ihn.
Die Säge pflegen
Das Blatt der Feinsäge ist dünn und empfindlich. Nach der Arbeit Harz mit einem Lappen entfernen, bei Bedarf mit etwas Öl. Nicht auf die Zähne legen und nicht zusammen mit anderem Werkzeug in die Kiste werfen. Stumpfe Feinsägen mit gehärteten Zähnen werden ersetzt; eine neue kostet oft weniger als eine Schärfung.
Gehrungslade oder Kappsäge
Die Lade ist langsam und auf feste Winkel beschränkt, aber leise, staubarm und sehr günstig. Für eine elektrische Lösung gibt es die Kapp- und Gehrungssäge, die schneller, genauer und in jedem Winkel arbeitet – allerdings ab etwa 100 Euro aufwärts. Wer einen ganzen Raum mit Laminat und Leisten ausstattet, spart mit ihr viel Zeit.
Häufige Fragen
Welche Säge passt in die Lade?
Eine Feinsäge oder Rückensäge mit etwa 12 bis 14 Zähnen pro Zoll und stabilem Rücken. Das Blatt muss in die Schlitze passen, ohne zu klemmen oder zu wackeln.
Kann ich eine Gehrungslade selbst bauen?
Ja, aus drei Brettern Hartholz oder Multiplex. Die Schlitze mit einem genauen Winkel anreißen und mit der Säge einschneiden, die später darin laufen soll. Das ist meist genauer als eine billige Kunststofflade.
Geht auch Metall?
Dünne Aluminium- und Kunststoffprofile mit einer Metallsäge, wenn die Lade aus Metall oder Hartholz ist. Kunststoffladen werden dabei schnell beschädigt.


