Aluplatte

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Aluminiumplatten sind leicht, rosten nicht und lassen sich mit normalem Heimwerkerwerkzeug sägen, bohren und oft auch biegen. Man nutzt sie für Abdeckungen, Trittflächen, Küchenrückwände, Schilder, Anhängerböden und Werkstattprojekte. Ob die Platte hält, was man sich verspricht, entscheidet die Legierung – eine weiche Reinaluminium-Platte verhält sich völlig anders als eine harte, aushärtbare.
Die gängigen Legierungen
| Bezeichnung | Eigenschaften | typischer Einsatz |
| EN AW-1050A (Al99,5) | sehr weich, gut formbar, geringe Festigkeit | Verkleidungen, Bastelarbeiten |
| EN AW-5005 (AlMg1) | gut eloxierbar, mittlere Festigkeit | Fassaden, Blenden, dekorative Teile |
| EN AW-5754 (AlMg3) | seewasserbeständig, gut biegbar, gut schweißbar | Allrounder außen, Boots- und Fahrzeugbau |
| EN AW-5083 (AlMg4,5Mn) | fester, sehr korrosionsbeständig | Fahrzeug- und Maschinenbau |
| EN AW-6082 (AlMgSi1) | hohe Festigkeit, gut zu fräsen | Maschinenteile, Konstruktionen, dicke Platten |
Hinter der Legierung steht oft ein Zustand, etwa H111 (weichgeglüht, gut biegbar) oder T6 (ausgehärtet, fest, aber spröde beim Biegen). Wer eine Platte kanten will, braucht einen weichen Zustand; eine 6082 T6 bricht an der Biegekante.
Formen und Oberflächen
- Glattblech: walzblank, gebürstet oder geschliffen, auch mit Schutzfolie.
- Eloxiert: elektrochemisch verdichtete Oberfläche, hart und farbecht, in Natur, Schwarz oder Farbtönen.
- Pulverbeschichtet: lackierte Oberfläche in RAL-Farben.
- Riffel- oder Tränenblech: mit erhabenem Muster für Trittflächen, Rampen und Anhänger; siehe auch Warzenblech.
- Lochblech: für Gitter, Lüftungsabdeckungen und Deko.
- Aluminium-Verbundplatte: zwei dünne Aluschichten mit Kunststoffkern, leicht, steif und eben. Standard für Schilder und Werbetafeln.

Gewicht schnell berechnen
Aluminium hat eine Dichte von etwa 2,7 g/cm³, rund ein Drittel von Stahl. Je Millimeter Stärke wiegt ein Quadratmeter Aluplatte also etwa 2,7 kg.
| 1 mm | ca. 2,7 kg/m² |
| 2 mm | ca. 5,4 kg/m² |
| 3 mm | ca. 8,1 kg/m² |
| 5 mm | ca. 13,5 kg/m² |
| 10 mm | ca. 27 kg/m² |
Riffelbleche sind durch das Muster etwas schwerer als glatte Bleche derselben Grundstärke.
Welche Stärke wofür
Für Verkleidungen und Blenden reichen 0,5 bis 1 mm. Küchenrückwände und Schilder aus Vollaluminium haben meist 1,5 bis 3 mm, als Verbundplatte 3 bis 4 mm. Trittflächen und Anhängerböden brauchen je nach Stützweite Riffelblech ab 2,5 bis 4 mm. Für Konstruktionsteile und Bodenplatten von Vorrichtungen nimmt man 5 mm und mehr, meist in 6082.
Sägen, bohren, biegen
Sägen: Dünne Bleche bis 1 mm schneidet man mit der Blechschere, dickere mit der Stichsäge und einem Blatt für Aluminium oder NE-Metalle. Für gerade Schnitte in dicken Platten eignet sich eine Kreis- oder Tauchsäge mit einem Sägeblatt für Aluminium mit negativem Spanwinkel. Weitere Werkzeuge beschreibt Bleche zuschneiden.
Bohren: HSS-Bohrer mit mittlerer Drehzahl, etwas Spiritus oder Schneidöl als Schmierung, damit das weiche Material nicht am Bohrer klebt. Für größere Löcher in dünnem Blech ist ein Stufenbohrer ideal.
Biegen: Weiche Legierungen lassen sich mit Biegebank oder zwischen zwei Kanthölzern im Schraubstock kanten. Der Biegeradius sollte mindestens der Blechstärke entsprechen. Mehr dazu unter Blech biegen.
Entgraten: Schnittkanten sind scharf. Mit Feile oder Entgrater brechen.
Kontaktkorrosion vermeiden
Aluminium bildet an der Luft eine schützende Oxidschicht und ist deshalb witterungsbeständig. Gefährlich wird es im Kontakt mit edleren Metallen wie Kupfer, Messing oder unbehandeltem Stahl bei Feuchtigkeit: Dann korrodiert das Aluminium an der Kontaktstelle. Außen daher Edelstahlschrauben mit Kunststoffunterlegscheiben verwenden und Kupferrohre oder Regenrinnen aus Kupfer nicht auf Aluplatten entwässern lassen.
Wärmeausdehnung beachten
Aluminium dehnt sich bei Wärme etwa doppelt so stark aus wie Stahl, rund 2,3 mm je Meter bei 100 Kelvin Temperaturunterschied. Bei großen Platten in der Sonne sind das spürbare Werte. Langlöcher statt runder Bohrungen und etwas Luft an den Rändern verhindern, dass sich die Platte wölbt oder die Schrauben abscheren.
Typische Fehler
- Falsche Legierung zum Biegen. Harte, ausgehärtete Platten reißen an der Kante. Beim Kauf nach einem biegbaren Zustand fragen.
- Schutzfolie zu früh abgezogen. Aluminium verkratzt leicht, und Kratzer in eloxierten Flächen lassen sich nicht ausbessern.
- Mit Holzsägeblatt geschnitten. Grobe Zähne haken im Metall und reißen die Kante aus. Immer ein Blatt für NE-Metalle verwenden.
- Ohne Schmierung gebohrt. Die Späne verkleben am Bohrer, das Loch wird unsauber und der Bohrer bricht.
Was Aluplatten kosten
Kleine Zuschnitte im Baumarkt gibt es ab etwa 10 Euro. Größere Platten werden im Metallhandel meist nach Gewicht und Legierung berechnet; eloxierte und beschichtete Platten kosten mehr als walzblanke. Online-Zuschnittdienste liefern Platten auf Maß, oft mit Schutzfolie, was bei sichtbaren Flächen Kratzer spart. Passende Profile für Kanten und Rahmen finden Sie unter Aluwinkel.
Häufige Fragen
Ist eine Aluplatte wetterfest?
Ja, Aluminium rostet nicht. Blanke Oberflächen werden mit der Zeit matt und grau; wer das nicht will, wählt eloxierte oder beschichtete Platten. Für Außenanwendungen ist AlMg3 die sichere Wahl.
Kann ich Aluminium kleben?
Ja, mit geeigneten Zweikomponenten- oder MS-Polymer-Klebern. Die Fläche vorher anschleifen und entfetten. Mehr unter Metallkleber.
Kann ich Aluplatten schweißen?
Mit WIG- oder MIG-Schweißgeräten ja, allerdings braucht es Erfahrung und die richtige Ausrüstung. Für Heimwerker sind Nieten, Schrauben und Kleben meist einfacher.

