Zum Inhalt springen
Heimwerker-Berater

Sägeketten Schleifgerät

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Sägeketten Schleifgerät
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wie das Gerät aufgebaut ist
  2. Die Scheibe muss zur Kette passen
  3. Die Winkel
  4. Schritt für Schritt
  5. Der vergessene Tiefenbegrenzer
  6. Gerät oder Feile
  7. Typische Fehler
  8. Sicherheit und Pflege
  9. Häufige Fragen
  10. Video zum Thema

Ein elektrisches Sägeketten-Schleifgerät schärft die Kette einer Motorsäge mit einer rotierenden Schleifscheibe, Zahn für Zahn im immer gleichen Winkel. Das Ergebnis ist gleichmäßiger als mit der Feile, und bei stark beschädigten Ketten ist es oft die einzige vernünftige Rettung. Für den Heimwerker mit einer Säge und einem Ster Brennholz im Jahr ist es aber keine Pflicht.

Ein vollautomatisiertes Sägeketten Schleifgerät
Ein vollautomatisiertes Sägeketten Schleifgerät. | Foto: cookelma / Depositphotos.com

Wie das Gerät aufgebaut ist

Das Schleifgerät besteht aus einem kleinen Elektromotor mit Schleifscheibe, der an einem Schwenkarm hängt, und einem Kettenschraubstock darunter. Die Kette liegt in einer Führung und wird Zahn für Zahn weitergeschoben. Ein Anschlag sorgt dafür, dass jeder Zahn an derselben Stelle steht. Der Schwenkarm wird heruntergedrückt, die Scheibe schleift den Zahn, fertig.

Einfache Geräte haben 85 bis 250 Watt und kosten 40 bis 150 Euro. Werkstattgeräte mit gusseisernem Unterbau und genauerer Einstellung kosten 200 bis 500 Euro.

Die Scheibe muss zur Kette passen

Sägeketten unterscheiden sich in der Teilung – dem Abstand zwischen den Nieten – und in der Treibgliedstärke, die in die Nut der Schiene passt. Übliche Teilungen sind 1/4 Zoll, 3/8 Zoll Low Profile, .325 Zoll, 3/8 Zoll und .404 Zoll. Die Schleifscheibe muss in ihrer Stärke zur Teilung passen; die meisten Geräte werden deshalb mit zwei Scheiben unterschiedlicher Dicke geliefert. Welche zu Ihrer Kette gehört, steht in der Anleitung des Schleifgeräts.

Teilung und Treibgliedstärke sind meist auf dem Treibglied eingeprägt und stehen auch auf der Schiene.

Die Winkel

SchärfwinkelWinkel der Schneide zur Kettenlaufrichtung, von oben gesehen. Meist 25 bis 35 Grad, üblich 30 Grad.
BrustwinkelNeigung der Schneide von der Seite gesehen. Wird über die Scheibenneigung eingestellt, meist um 60 Grad.
TiefenbegrenzerDie Nase vor jedem Zahn, die bestimmt, wie tief der Zahn ins Holz greift.

Die richtigen Werte stehen in den Unterlagen der Kette oder beim Hersteller der Säge. Weicht der Winkel ab, schneidet die Kette schief, rupft oder wird schnell wieder stumpf.

Schritt für Schritt

  1. Kette abnehmen und reinigen. Harz und Öl setzen die Scheibe zu.
  2. Kette einspannen, Schneiden in Richtung Scheibe. Die Kettenlaufrichtung ist auf den Zähnen erkennbar.
  3. Winkel einstellen und Anschlag setzen.
  4. Kürzesten Zahn suchen und die Schleiftiefe daran ausrichten. Alle Zähne werden auf seine Länge geschliffen, sonst läuft die Kette schief.
  5. Alle Zähne einer Seite schleifen, dann den Schwenkkopf auf die andere Seite stellen und die Gegenseite schleifen.
  6. Kurz und leicht schleifen. Blaue Anlauffarben am Zahn heißen: zu lange oder zu fest geschliffen. Der Stahl ist dann weich geworden.
  7. Tiefenbegrenzer prüfen – siehe nächster Abschnitt.

Der vergessene Tiefenbegrenzer

Mit jedem Schärfen wird der Zahn kürzer und niedriger, der Tiefenbegrenzer davor aber nicht. Irgendwann steht er höher als die Schneide, und die Kette greift nicht mehr – egal wie scharf. Nach etwa drei bis fünf Schärfvorgängen muss der Tiefenbegrenzer mit einer Flachfeile und einer Lehre nachgefeilt werden. Einige Schleifgeräte können das mit einer schmalen Scheibe ebenfalls, die meisten nicht.

Gerät oder Feile

Mit der Rundfeile und einer Feilenführung schärfen Sie direkt an der Säge, auch mitten im Wald. Das dauert wenige Minuten und reicht für eine leicht stumpfe Kette. Das elektrische Gerät spielt seine Stärken aus, wenn eine Kette Steinkontakt hatte, Zähne ungleich lang sind oder mehrere Ketten regelmäßig geschärft werden müssen. Einen Überblick über alle Varianten gibt der Beitrag zum Sägekettenschärfgerät, die Handfeile ist unter Sägeketten schärfen beschrieben.

Typische Fehler

  • Zu viel Druck. Der Zahn wird heiß, verfärbt sich und verliert seine Härte.
  • Zähne unterschiedlich lang. Die Kette zieht dann zur Seite mit den längeren Zähnen.
  • Falsche Scheibendicke. Der Zahngrund wird zu tief oder zu flach geschliffen.
  • Keine Schutzbrille. Schleiffunken und Scheibenbruchstücke gehören nicht ins Auge.

Sicherheit und Pflege

Das Gerät fest auf die Werkbank schrauben. Schutzbrille tragen, lange Haare zurückbinden. Schleifscheiben vor dem Einbau auf Risse prüfen: Mit einem Schraubendreher leicht anklopfen – eine intakte Scheibe klingt hell, eine gerissene dumpf. Die Scheibe nutzt sich ab und muss nachgestellt werden, damit der Zahngrund stimmt. Nach dem Schleifen die Kette in Öl tauchen, bevor sie wieder auf die Säge kommt; welches Öl sich eignet, steht beim Sägekettenöl.

Häufige Fragen

Wie oft kann man eine Kette schärfen?

Bis der Zahn die Mindestlänge erreicht, die der Kettenhersteller angibt; viele Ketten haben dafür eine Verschleißmarke am Zahndach. Je nach Kette sind das zehn bis zwanzig Schärfvorgänge.

Lohnt sich ein Gerät für eine einzige Säge?

Wenn Sie viel Brennholz machen oder die Kette oft Steinkontakt hat: ja. Sonst sind Feile und Feilenführung günstiger und schneller.

Kann ich Hartmetallketten damit schärfen?

Nein, dafür braucht man Diamantscheiben und spezielle Geräte. Das übernimmt in der Regel ein Fachbetrieb.

Video zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren