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Heimwerker-Berater

Terrassenschrank

Einrichtungvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Terrassenschrank
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wetterfest heißt nicht dicht
  2. Die Materialien
  3. Gängige Maße
  4. Standsicherheit
  5. Die Innenausstattung
  6. Abschließbar?
  7. Selbst bauen
  8. Wo der Schrank stehen sollte
  9. Pflege über das Jahr

Ein Terrassenschrank nimmt auf, was draußen gebraucht wird und drinnen im Weg steht: Grillzubehör, Kissen, Gartengeräte, Spielzeug, Getränkekisten. Anders als eine Kissenbox bietet er stehenden Stauraum mit Einlegeböden – man kommt an alles heran, ohne erst drei Lagen auszuräumen.

Wetterfest heißt nicht dicht

Wie bei allen Gartenmöbeln gilt: Ein wirklich hermetisch dichter Schrank wäre das schlechtere Produkt. Feuchte Gegenstände geben Wasser ab, und das muss entweichen können. Ohne Luftwechsel schimmeln Textilien und Holz innerhalb weniger Wochen.

Achten Sie deshalb auf diese Merkmale:

  • Dachüberstand rundum, damit Regen außen abläuft
  • Gefälle im Dach, sodass keine Pfütze stehen bleibt
  • Belüftungsschlitze oben und unten
  • Bodenfreiheit durch Füße oder Sockel, mindestens 3 bis 5 cm
  • Dichtlippen an der Tür, die Schlagregen abhalten

Prüfen Sie beim Kauf besonders die Türkanten. Dort dringt Wasser am häufigsten ein, weil die Überlappung fehlt oder zu knapp bemessen ist.

Die Materialien

Akazie, Eukalyptus und Lärche sind die gängigen Hölzer im mittleren Preisbereich. Sie halten mehrere Jahre und brauchen alle ein bis zwei Jahre einen Anstrich oder eine Ölung. Lärche ist die heimische Variante und ökologisch die unkritischste.

Teak ist die haltbarste Holzlösung: Sein Eigenöl macht es ohne Anstrich wetterfest. Entsprechend hoch ist der Preis. Achten Sie auf eine nachvollziehbare Herkunft.

Aluminium ist leicht, rostet nicht und braucht praktisch keine Pflege. Der Nachteil ist der Preis und dass dünnes Blech an Türen leicht verbeult.

Edelstahl ist die langlebigste Metalllösung und für Küstennähe die einzig sinnvolle. Er bekommt Flugrost, der sich mit Edelstahlreiniger entfernen lässt.

Stahl, pulverbeschichtet ist günstiger und schwerer. Jeder Kratzer wird mit der Zeit zur Rostquelle; ein Lackstift gehört zur Grundausstattung.

Kunststoff und Polyrattan sind die pflegeleichteste und günstigste Lösung. Entscheidend ist der UV-Schutz – ohne ihn wird das Material nach drei bis fünf Sommern spröde und bricht an den Ecken.

Gängige Maße

Maß (B × T × H)BauformWofür
70 × 35 × 177 cmschmaler HochschrankGeräte, Besen, Schläuche
98 × 48 × 95 cmhalbhochGrillzubehör, Ablage auf Arbeitshöhe
130 × 53 × 140 cmbreiter MittelschrankKissen, Werkzeug, Getränkekisten

Die halbhohe Variante ist oft die praktischste: Die Oberseite dient als Ablage neben dem Grill, und man muss nicht in Kopfhöhe greifen.

Messen Sie den Aufstellort samt geöffneten Türen aus. Flügeltüren brauchen Platz davor; in engen Bereichen sind Schiebetüren oder ein Rollladen die bessere Lösung.

Standsicherheit

Ein hoher, leichter Schrank auf einer freien Terrasse ist windanfällig. Eine leere Kunststoffvariante mit 1,77 m Höhe wiegt oft kaum 25 kg.

Modelle mit Bohrungen im Boden lassen sich auf Platten verschrauben. Alternativ hilft Ballast im untersten Fach – Getränkekisten oder Gehwegplatten senken den Schwerpunkt wirkungsvoll.

Bei Holzschränken mit Rückwand an der Hauswand genügt oft eine Verschraubung nach hinten. Achten Sie darauf, dass dann trotzdem einige Zentimeter Luft zur Wand bleiben.

Die Innenausstattung

Einlegeböden sollten verstellbar sein. Was hineinkommt, ändert sich über die Saison, und ein Schrank mit fest eingebautem Boden auf halber Höhe passt selten zu dem, was man tatsächlich verstauen will.

Prüfen Sie die Tragfähigkeit der Böden. Eine Kiste Mineralwasser wiegt rund 20 kg; dünne Kunststoffböden geben darunter nach.

Praktisch sind außerdem Haken an der Innenseite der Tür für Handschuhe und kleine Geräte sowie eine herausnehmbare Bodenwanne – sie lässt sich ausspülen, wenn Blumenerde oder Grillasche hineingefallen ist.

Abschließbar?

Die meisten Terrassenschränke haben allenfalls eine Öse für ein Vorhängeschloss. Das hält Kinder und Gelegenheitszugriffe ab, nicht mehr.

Wer wertvolle Geräte draußen lagert, sollte über ein Metallgehäuse mit verdeckten Scharnieren nachdenken – oder die Geräte nicht draußen lagern. Ein Kunststoffschrank ist in zehn Sekunden geöffnet, egal welches Schloss davor hängt.

Selbst bauen

Ein Terrassenschrank ist ein dankbares Bauprojekt, weil die Ansprüche an die Optik geringer sind als bei Innenmöbeln.

Bewährt hat sich ein Rahmen aus Konstruktionsvollholz 60 × 60 mm mit einer Beplankung aus Siebdruckplatte oder Rhombusleisten. Das Dach bekommt Gefälle und einen Überstand von mindestens 5 cm, die Rückwand bleibt mit Abstand zur Hauswand.

Verwenden Sie Edelstahlschrauben A2. Verzinkte Schrauben führen in Eiche und Lärche durch die Gerbsäure zu schwarzen Rändern um jeden Schraubenkopf, und im Freien rosten sie ohnehin.

Als Anstrich eignet sich eine offenporige Lasur oder ein Öl. Deckende Lacke platzen auf Außenholz nach wenigen Jahren ab und sind dann aufwendig zu entfernen.

Wo der Schrank stehen sollte

Am besten an einer Wand, die Wetterschutz gibt, und mit der Rückseite nach Norden oder Osten. Direkte Südsonne setzt Kunststoff und Anstrich am stärksten zu.

Nicht direkt an die Hauswand schieben: 5 cm Abstand verhindern, dass sich zwischen Schrank und Putz Feuchtigkeit hält. Bei verputzten Fassaden ist das kein kosmetisches Detail, sondern Schadensvorsorge.

Achten Sie auf den Untergrund. Auf Rasen und Kies sackt ein voller Schrank ungleichmäßig ein, die Türen klemmen und das Dach verliert sein Gefälle. Vier Gehwegplatten lösen das für wenige Euro.

Pflege über das Jahr

Im Frühjahr: ausräumen, innen auswischen, Scharniere und Schlösser mit Silikonspray behandeln, Dichtlippen auf Risse prüfen. Holzschränke auf abblätternde Stellen kontrollieren und nachbessern.

Im Sommer: gelegentlich Türen für ein paar Stunden offen stehen lassen, damit der Innenraum durchlüftet.

Im Herbst: alles Feuchte herausnehmen, was über den Winter drinbleiben soll. Textilien gehören grundsätzlich ins Haus.

Im Winter: bei Schnee das Dach abkehren. Nasse Schneelast auf einem flachen Kunststoffdach summiert sich schnell auf mehrere Dutzend Kilogramm.

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