Terrassenheizstrahler

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Ein Terrassenheizstrahler verlängert die Saison um mehrere Wochen im Frühjahr und Herbst. Die Auswahl teilt sich in zwei Gruppen, die technisch kaum etwas gemeinsam haben – und deren Betriebskosten sich anders verhalten, als die meisten erwarten.
Wie ein Heizstrahler überhaupt wirkt
Im Freien lässt sich Luft nicht heizen; sie zieht sofort ab. Ein Heizstrahler erwärmt deshalb nicht die Luft, sondern direkt die Gegenstände und Personen im Strahlungskegel – so, wie die Sonne im Winter wärmt, obwohl die Luft kalt ist.
Daraus folgt eine praktische Regel: Was der Strahler nicht direkt anstrahlt, wird auch nicht warm. Die Ausrichtung ist wichtiger als die Leistung.

Gasbetrieb
Gasstrahler arbeiten mit Propan oder Butan aus einer Flasche, meist 5 bis 11 kg. Die Wärme entsteht an einem Brennerkopf und wird über einen Reflektorschirm nach unten verteilt. Typische Leistungen liegen bei 5 bis 13 kW.
Der große Vorteil: Sie brauchen keinen Stromanschluss und lassen sich überall aufstellen. Die Wärme ist spürbar kräftiger als bei Elektrostrahlern, und der Wirkbereich ist größer – bei einem Pilzstrahler etwa 3 bis 4 m Durchmesser.
Die Nachteile sind ebenso deutlich. Beim Verbrennen entsteht Kohlendioxid, bei unvollständiger Verbrennung auch Kohlenmonoxid. Ein Gasstrahler gehört deshalb ausschließlich ins Freie – niemals in ein geschlossenes Zelt, eine Garage oder einen Wintergarten mit geschlossenen Fenstern. Außerdem bläst Wind die Flamme aus oder lenkt die Wärme weg.
Elektrische Infrarotstrahler
Elektrostrahler erzeugen Infrarotstrahlung über einen Heizstab. Übliche Leistungen liegen bei 1.500 bis 3.000 Watt.
Es gibt drei Bauarten. Halogenstrahler leuchten hell rot und reagieren sofort, blenden aber. Karbonstrahler sind etwas gedämpfter und haben eine längere Lebensdauer. Dunkelstrahler arbeiten im langwelligen Bereich, leuchten kaum und sind die angenehmste Variante – sie brauchen ein bis zwei Minuten Vorlauf.
Elektrostrahler lassen sich an der Wand oder unter dem Terrassendach montieren, sind wartungsfrei, geräuschlos und erzeugen vor Ort keine Abgase. Sie brauchen dafür eine Steckdose und sind in ihrer Reichweite begrenzt: Über etwa 2 m Abstand wird es spürbar kühler.
Die Betriebskosten – die Überraschung
Hier liegt die verbreitetste Fehleinschätzung. Gas gilt als günstig, Strom als teuer. Bei Heizstrahlern ist es meist umgekehrt:
| Gasstrahler | Elektrostrahler | |
| Leistung | ca. 10 kW | ca. 2 kW |
| Verbrauch | ca. 0,7 kg Propan/h | 2 kWh/h |
| Preis Energie | ca. 2,50 Euro/kg | ca. 0,35 Euro/kWh |
| Kosten je Stunde | ca. 1,75 Euro | ca. 0,70 Euro |
Die Zahlen sind Größenordnungen und hängen von Ihren tatsächlichen Preisen ab. Der Unterschied bleibt aber bestehen: Ein Gasstrahler liefert mehr Wärme und kostet dabei mehr je Stunde. Wer nur zwei bis drei Personen am Tisch wärmen will, fährt mit einem gezielt ausgerichteten Elektrostrahler günstiger.
Eine 11-kg-Gasflasche reicht bei mittlerer Stufe für etwa 15 bis 20 Betriebsstunden.
Sicherheit beim Gasstrahler
Drei Bauteile müssen vorhanden sein, und bei Billiggeräten fehlt gelegentlich eines:
Thermoelektrische Zündsicherung. Sie unterbricht die Gaszufuhr, wenn die Flamme erlischt. Ohne sie strömt bei ausgeblasener Flamme unverbranntes Gas aus.
Kippschalter. Er schaltet das Gerät ab, sobald es umfällt.
Standsicherer Fuß, meist mit Ballastmöglichkeit. Ein Pilzstrahler ist hoch und kopflastig.
Prüfen Sie den Druckminderer und den Schlauch jedes Jahr. Gasschläuche altern und werden spröde; nach spätestens fünf Jahren gehören sie getauscht, auch wenn sie heil aussehen. Dichtheit prüfen Sie mit Lecksuchspray oder Seifenlauge – niemals mit einer Flamme.
Halten Sie mindestens 1 m Abstand nach oben und zu allen Seiten zu brennbaren Materialien, mehr, wenn der Hersteller es angibt. Markisentücher, Sonnenschirme und Holzdecken sind die häufigsten Schadensquellen.

Schutzart beim Elektrostrahler
Ein Gerät im Freien braucht eine ausgewiesene IP-Schutzart. Unter einem Dach genügt meist IP24, bei freier Bewitterung sollten es IP65 sein.
Der Anschluss muss über einen Stromkreis mit Fehlerstromschutzschalter (RCD, 30 mA) erfolgen. Verlängerungskabel für den Außenbereich müssen dafür zugelassen sein – eine Innenraumtrommel auf der nassen Terrasse ist eine ernsthafte Gefahr.
Aufstellen und Ausrichten
Stellen Sie den Strahler nicht in die Mitte, sondern seitlich versetzt und leicht von oben auf die Sitzgruppe gerichtet. So trifft die Strahlung Rücken und Schultern, wo sie am meisten bringt.
Bei windiger Lage hilft ein Windschutz auf der Wetterseite mehr als eine höhere Leistungsstufe. Schon eine halbhohe Seitenwand verändert das Ergebnis deutlich.
Rechtliches und Umwelt
Ein Gasstrahler setzt pro Kilogramm Propan rund 3 kg Kohlendioxid frei. Ein Elektrostrahler verursacht am Aufstellort keine Emissionen; wie hoch sie insgesamt sind, hängt vom Strommix ab – mit Ökostrom oder eigener Photovoltaik ist er die deutlich sauberere Lösung.
Mehrere deutsche Städte haben gasbetriebene Heizstrahler in der Außengastronomie eingeschränkt oder verboten. Für Privatterrassen gilt das in der Regel nicht, kann aber in Miet- und Gemeinschaftsordnungen geregelt sein.
Reparieren oder tauschen
Wenn ein Gasstrahler nicht zündet, liegt es meist an einer Kleinigkeit: leere Flasche, geschlossenes Ventil, verstopfte Düse, defekter Piezozünder oder ein Thermoelement, das keinen Kontakt mehr hat. Düsen lassen sich mit Druckluft reinigen, Piezozünder und Thermoelemente sind als Ersatzteile erhältlich.
Bei Elektrostrahlern ist der Heizstab das Verschleißteil. Er ist bei guten Geräten austauschbar – ein Punkt, der beim Kauf nachzufragen lohnt.



