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Heimwerker-Berater

Pressspanplatte

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Pressspanplatte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wie eine Spanplatte aufgebaut ist
  2. Die Plattentypen nach EN 312
  3. Stärken
  4. Emissionen
  5. Roh oder beschichtet
  6. Vorteile und Schwächen
  7. Richtig verarbeiten
  8. Spanplatte, OSB oder Multiplex
  9. Spanplatten als Fußboden
  10. Häufige Fragen

Was im Baumarkt als Pressspanplatte gesucht wird, heißt fachlich Spanplatte: Holzspäne, mit Leim verpresst zu einer großen, ebenen Platte. Echter Pressspan ist übrigens etwas anderes – ein harter Karton, der in Elektrogeräten isoliert. Die Spanplatte dagegen steckt in fast jedem Möbelkorpus, in Fußböden und im Innenausbau, und sie ist genau so gut wie der Plattentyp, den Sie wählen.

Wie eine Spanplatte aufgebaut ist

Die Späne stammen meist aus Nadelholz und Resthölzern der Sägewerke. Sie werden getrocknet, mit Leim benetzt und unter Hitze gepresst. Die Deckschichten bestehen aus feinen Spänen, die Mittelschicht aus groben. Dadurch sind die Oberflächen glatt und gut zu beschichten, der Kern leichter. Die Rohdichte liegt meist zwischen 600 und 750 kg/m³, eine 19-mm-Platte wiegt damit rund 12 bis 14 kg je Quadratmeter.

Die Plattentypen nach EN 312

TypEinsatz
P1allgemeine Zwecke, trocken
P2Inneneinrichtung und Möbel, trocken
P3nicht tragend, im Feuchtbereich
P4tragend, trocken
P5tragend, im Feuchtbereich
P6 / P7hoch belastbar, trocken bzw. feucht

Ältere Bezeichnungen sind noch geläufig: V20 für trockene Räume, V100 für feuchtebeständige Platten, oft mit grün eingefärbtem Kern. „Feuchtebeständig“ heißt allerdings nicht wasserfest. Eine Spanplatte, die dauerhaft nass wird, quillt auf und verliert ihre Festigkeit – im Freien hat sie nichts verloren.

Stärken

Gängig sind Dicken von 8 bis 38 mm. Die wichtigsten:

  • 10 bis 13 mm: Rückwände, Schubkastenböden, Verkleidungen.
  • 16 und 19 mm: Standard für Möbelkorpusse und Regalseiten.
  • 22 und 25 mm: Verlegeplatten für Fußböden mit Nut und Feder, Arbeitsflächen, Regalböden mit Last.
  • 28 bis 38 mm: Arbeitsplatten, Tischplatten.

Für Fußböden auf Balkenlage kommen Verlegeplatten ab 22 mm infrage; wie dick genau, hängt vom Balkenabstand ab. Bei 62,5 cm Achsabstand liegen Sie mit 22 mm meist richtig, bei größeren Abständen mit 25 mm.

Emissionen

Spanplatten werden mit Leimen gebunden, die Formaldehyd enthalten können. Alle in Deutschland verkauften Platten müssen die Emissionsklasse E1 einhalten; seit 2020 gilt dafür ein strengeres Prüfverfahren, das mancher Hersteller als „E05“ oder „E1E05“ ausweist. Für Kinderzimmer und Schlafräume lohnt der Blick auf formaldehydfrei verleimte Platten oder solche mit Blauem Engel.

Pressspanplatten lassen sich sehr leicht verarbeiten
Pressspanplatten lassen sich sehr leicht verarbeiten | Foto: charlos.ukr.net / Depositphotos.com

Roh oder beschichtet

Rohe Spanplatten sind billig und gut für Verkleidungen, Unterböden und alles, was später verschwindet. Melaminbeschichtete Platten (Dekorspanplatten) haben eine harte Oberfläche in Weiß, Farbe oder Holzoptik und brauchen nur noch eine Kante. Furnierte Platten tragen echtes Holz auf der Oberfläche. Beschichtete Platten sollten Sie mit einem Blatt mit vielen Zähnen oder mit Vorritzer sägen, sonst splittert die Beschichtung an der Unterseite aus.

Vorteile und Schwächen

Stärken
  • günstig und überall zu haben
  • maßhaltig, verzieht sich kaum
  • große, ebene Flächen
  • leicht zu sägen und zu beschichten
Schwächen
  • quillt bei Nässe, besonders an Schnittkanten
  • Schrauben halten schlechter als in Vollholz
  • schwer im Verhältnis zur Festigkeit
  • biegt sich unter Dauerlast durch

Das Durchbiegen ist die bekannteste Schwäche: Ein 80 cm breiter Regalboden aus 16-mm-Spanplatte hängt unter Büchern nach einiger Zeit sichtbar durch. Abhilfe schafft eine dickere Platte oder eine Mittelstütze.

Richtig verarbeiten

  1. Sägen mit Handkreissäge und Führungsschiene oder Tischkreissäge. Die gute Seite liegt bei der Handkreissäge unten, bei der Tischkreissäge oben.
  2. Kanten versiegeln. Offene Schnittkanten nehmen Feuchtigkeit auf wie ein Schwamm. Umleimer, Lack oder zumindest Grundierung verhindern das.
  3. Vorbohren, besonders nah am Rand. Mindestens 2 bis 3 cm Abstand zur Kante halten, sonst platzt die Platte.
  4. Passende Schrauben verwenden: Spanplattenschrauben haben ein grobes Gewinde, das in den Spänen greift. Für Verbindungen, die oft gelöst werden, sind Einschraubmuffen besser.

Spanplatte, OSB oder Multiplex

OSB besteht aus großen, gerichteten Spänen, ist tragfähiger und feuchteunempfindlicher, aber rauer. Sperrholz und Multiplex aus verleimten Furnierlagen sind fester und halten Schrauben besser, kosten aber deutlich mehr. MDF hat eine feinere, gleichmäßige Struktur für lackierte Fronten. Einen Überblick gibt der Artikel zu OSB-, MDF- und Spanplatten.

Spanplatten als Fußboden

Verlegeplatten für Böden haben ringsum Nut und Feder und werden schwimmend auf Dämmung oder direkt auf eine Balkenlage geschraubt. Die Stöße müssen immer auf einem Balken oder einer Unterkonstruktion liegen oder durch die Nut-Feder-Verbindung verleimt werden, sonst federt der Boden. Lassen Sie zu allen Wänden einen Randabstand von etwa 10 bis 15 mm, damit die Platten bei wechselnder Luftfeuchte arbeiten können. Die Querstöße werden versetzt angeordnet wie bei einem Mauerverband. In Bädern und Küchen gehören P5-Platten hin, deren Oberfläche vor dem Belag abgedichtet wird. Auf feuchtem Estrich oder direkt auf Beton ohne Sperrschicht haben Spanplatten nichts zu suchen – die Feuchtigkeit von unten lässt sie über die Jahre aufquellen, ohne dass man es sieht, bis der Boden nachgibt.

Häufige Fragen

Was kostet eine Spanplatte?

Rohe Platten sind die günstigsten Holzwerkstoffe überhaupt; Dekorspanplatten und Verlegeplatten kosten mehr. Viele Baumärkte schneiden gegen geringe Gebühr zu, was den Transport erheblich erleichtert.

Kann ich Spanplatten streichen?

Ja, mit Grundierung. Rohe Platten saugen stark und stellen die Späne auf. Zwischenschliff nicht vergessen.

Eignet sich Spanplatte fürs Bad?

Nur die feuchtebeständigen Typen P3 oder P5 und nur dort, wo sie nicht direkt nass werden. Kanten und Bohrlöcher dann besonders sorgfältig versiegeln.

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