Zum Inhalt springen
Heimwerker-Berater

Dachrinne abdichten, so schafft man es selbst!

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 11 Abschnitte
Dachrinne abdichten, so schafft man es selbst!
Inhalt11 Abschnitte
  1. Die Ursache finden
  2. Welche Schäden es gibt
  3. Das Material bestimmt die Methode
  4. Vorbereitung
  5. Abdichten mit Dichtstoff
  6. Abdichten mit Reparaturband
  7. Löten
  8. Kunststoffrinnen
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen
  11. Videos zum Thema

Eine undichte Dachrinne tropft meist an denselben Stellen: an den Stößen zwischen zwei Rinnenstücken, am Endstück und am Einlauf zum Fallrohr. Solche Stellen lassen sich mit Dichtstoff, Reparaturband oder durch Löten selbst reparieren. Wichtig ist, erst die Ursache zu finden – wer nur abdichtet, wo es tropft, dichtet oft die falsche Stelle.

Die Ursache finden

Kippen Sie bei trockenem Wetter einen Eimer Wasser am oberen Ende der Rinne aus und beobachten Sie, wo es tropft. Das Wasser läuft oft ein Stück an der Unterseite entlang, bevor es herunterfällt; die undichte Stelle liegt dann weiter oben als der Tropfpunkt. Prüfen Sie außerdem, ob das Wasser überhaupt abfließt oder in der Rinne stehen bleibt.

Stehendes Wasser ist die häufigste Ursache für Undichtigkeiten. Es sammelt Schmutz, fördert Korrosion und belastet die Verbindungen im Winter durch Eis. Die Rinne braucht ein leichtes Gefälle zum Fallrohr, üblich sind etwa 2 bis 3 mm je Meter. Hängt sie durch, muss zuerst ein Rinnenhaken nachgerichtet werden.

Welche Schäden es gibt

SchadenUrsacheReparatur
Tropfender Stoßgealterter Dichtstoff, verrutschte VerbindungDichtstoff erneuern, bei Kunststoff Dichtung tauschen
Undichtes Endstückabgelöste Lötnaht, Dichtung porösnachlöten oder neu abdichten
Kleines Loch, RostpunktKorrosion bei verzinktem StahlReparaturband oder Dichtstoff
RissFrost, MaterialermüdungReparaturband, bei Zink löten
Großflächiger RostAlterRinnenstück ersetzen

Das Material bestimmt die Methode

Vor der Reparatur müssen Sie wissen, woraus die Rinne besteht. Titanzink ist mattgrau und wird traditionell gelötet. Verzinkter Stahl ist glänzender, rostet an beschädigten Stellen und wird gelötet oder abgedichtet. Kupfer färbt sich braun bis grün und wird gelötet. Kunststoff, meist PVC, wird über Verbinder mit Gummidichtungen oder mit Spezialkleber verbunden, aber nie gelötet. Aluminium ist schwer zu löten und wird geklebt oder abgedichtet.

Vorbereitung

  1. Rinne reinigen. Laub, Schlamm und Moos entfernen, die Stelle mit Wasser auswaschen. Mehr dazu unter Dachrinne richtig reinigen.
  2. Trocknen lassen. Kein Dichtstoff und kein Band haftet dauerhaft auf nassem Untergrund, auch wenn die Verpackung anderes verspricht.
  3. Alten Dichtstoff entfernen, lose Farbe und Rost abschleifen, bis blankes Metall zu sehen ist.
  4. Entfetten mit Spiritus oder Reinigungsbenzin.

Abdichten mit Dichtstoff

Für Stöße und kleine Löcher eignen sich Dichtstoffe, die für Metall im Außenbereich freigegeben sind: spezieller Dachrinnenkleber, Hybrid-Dichtstoffe auf MS-Polymer-Basis oder Polyurethan-Dichtstoffe. Normales Sanitärsilikon ist ungeeignet, weil es auf Metall im Außenbereich schlecht haftet und nicht überstreichbar ist. Was die Unterschiede zwischen Acryl und Silikon ausmacht, steht unter Acryl oder Silikon.

Die Masse wird mit der Kartuschenpresse auf die gereinigte Stelle gegeben, bei Stößen von innen in die Überlappung und als Raupe über die Naht. Mit einem nassen Finger oder Spachtel glatt streichen, damit das Wasser darüber hinwegläuft und keine Kante entsteht, an der sich Schmutz fängt.

Ein Dachdecker dichtet eine Dachrinne ab
Ein Dachdecker dichtet eine Dachrinne ab. | Foto: racorn / Depositphotos.com

Abdichten mit Reparaturband

Reparaturbänder aus Butyl mit einer Deckschicht aus Aluminium oder Kunststoff sind die schnellste Lösung für Risse und Löcher. Sie werden auf die trockene, saubere Stelle geklebt und fest angedrückt, am besten mit einer Andrückrolle. Das Band sollte mindestens 3 cm über den Schaden hinausreichen. Innen in der Rinne kleben Sie es so, dass das Wasser über die Kante läuft und nicht darunter. Bänder halten einige Jahre, sind aber eher eine gute Zwischenlösung als eine Reparatur für Jahrzehnte.

Löten

Löten ist die dauerhafteste Reparatur bei Zink, Kupfer und verzinktem Stahl. Dafür brauchen Sie einen Lötkolben, der groß genug für Blech ist, Lötwasser als Flussmittel und Lötzinn. Die Stelle wird blank geschliffen, mit Lötwasser bestrichen und erwärmt, bis das Lot fließt und in die Naht zieht.

Löten auf dem Dach hat zwei Risiken: den Absturz und das Feuer. Eine Gasflamme in der Nähe von trockenem Laub, Holzverschalung oder Dämmung ist gefährlich. Wer noch nie Blech gelötet hat, übt vorher an einem Reststück – oder überlässt die Arbeit einem Klempner.

Kunststoffrinnen

Bei Kunststoffrinnen sitzt die Dichtung meist im Rinnenverbinder. Wird sie spröde, tropft der Stoß. Die Lösung: Verbinder öffnen, Dichtung tauschen oder den ganzen Verbinder ersetzen. Das kostet wenige Euro und hält länger als jeder Dichtstoff auf dem glatten Kunststoff.

Typische Fehler

  • Auf nassem Untergrund abgedichtet. Hält ein paar Wochen, dann tropft es wieder.
  • Dichtstoffwulst in der Rinne. Staut Wasser und Schmutz.
  • Ursache Gefälle ignoriert. Jede Reparatur ist dann nur eine Frage der Zeit.
  • Ohne Sicherung auf der Leiter. Anlegeleitern mindestens 1 m über die Traufe, nie seitlich weit hinauslehnen.

Häufige Fragen

Lohnt sich eine Reparatur überhaupt?

Bei einzelnen Schäden ja. Ist die Rinne an vielen Stellen durchgerostet, ist ein neues Rinnenstück die bessere Investition.

Wie verhindere ich neue Schäden?

Regelmäßig reinigen und Laub fernhalten, etwa mit einem Dachrinnenschutz. Bei häufigem Eis kann eine Dachrinnenheizung helfen.

Darf ich selbst löten?

Am eigenen Haus ja. Beachten Sie den Brandschutz und die Absturzgefahr.

Videos zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren