Streichputz auftragen

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Streichputz ist eine pastöse, mit feinem Sand gefüllte Beschichtung, die wie Farbe mit Rolle oder Bürste aufgetragen wird und eine leicht körnige Struktur hinterlässt. Er ist der einfachste Weg zu einer verputzt wirkenden Wand, auch für Heimwerker ohne Kellenerfahrung. Entscheidend für das Ergebnis sind drei Dinge: ein sauberer Untergrund, eine Grundierung und das Arbeiten ohne Unterbrechung.
Was Sie brauchen
- Streichputz in der gewünschten Körnung, als fertige Paste im Eimer.
- Putzgrundierung, möglichst im Farbton des Putzes oder weiß.
- Strukturrolle oder Lammfellrolle mit langem Flor, dazu ein Abstreifgitter.
- Pinsel oder Quast für Ecken und Kanten.
- Malerkrepp und Abdeckfolie.
- Rührquirl für die Bohrmaschine.
- Wer eine besondere Struktur möchte: Strukturbürste, Schwamm oder Kelle.
Den Untergrund vorbereiten
Streichputz haftet auf Putz, Beton, Gipskarton, Raufaser und tragfähigen Altanstrichen. Er haftet nicht auf losen Tapeten, kreidender Farbe, Leimfarbe oder fettigen Flächen. Prüfen Sie die Wand mit einem Klebebandtest: Band fest aufdrücken und ruckartig abziehen. Bleibt Farbe daran hängen, muss der Altanstrich runter oder mit einem Tiefgrund verfestigt werden. Löcher und Risse vorher spachteln, die Stellen nach dem Trocknen glatt schleifen.
Feuchte Wände, Salzausblühungen oder Schimmel gehören vorher saniert. Streichputz deckt Probleme ab, er löst keine.
Grundieren
Die Grundierung ist der Schritt, den viele weglassen – und der am meisten ausmacht. Sie gleicht die Saugfähigkeit der Wand an, damit der Putz überall gleich schnell trocknet. Ohne sie entstehen auf gespachtelten Stellen und auf der ursprünglichen Wand unterschiedliche Strukturen und Farbtöne. Eine Putzgrundierung mit Quarzzusatz verbessert außerdem die Haftung. Sie muss vor dem Putzauftrag vollständig trocken sein, in der Regel mindestens zwölf Stunden.
Abdecken und Raum vorbereiten
Streichputz spritzt beim Rollen mehr als Farbe. Böden vollflächig mit Folie oder Malervlies abdecken, Fenster, Türen, Steckdosenrahmen und Lichtschalter abkleben oder abschrauben. Die Raumtemperatur sollte zwischen etwa 10 und 25 °C liegen, pralle Sonne und Zugluft verkürzen die Verarbeitungszeit. Heizkörper während der Arbeit herunterdrehen.
Schritt für Schritt auftragen
- Material aufrühren. Den Streichputz gründlich durchmischen, bis er gleichmäßig ist. Bei zu steifer Konsistenz nur so viel Wasser zugeben, wie der Hersteller erlaubt.
- Ecken vorlegen. Mit dem Pinsel Ecken und Kanten in einem schmalen Streifen vorstreichen.
- Fläche rollen. Die Rolle satt füllen, gut abstreifen und in Bahnen von etwa einem Meter Breite auftragen, zuerst senkrecht, dann quer verteilen.
- Nass in nass arbeiten. Jede neue Bahn in die noch feuchte vorige hineinrollen. Trocknet eine Kante an, bleibt ein Ansatz sichtbar.
- Struktur ausarbeiten. Mit der Rolle zum Schluss in einer Richtung oder mit Bürste und Schwamm, solange das Material noch feucht ist.
- Eine Wand am Stück. Pausen nur an Ecken, nie mitten in der Fläche.
- Klebeband abziehen, solange der Putz noch feucht ist.
Strukturen erzeugen
| Rollstruktur | Mit der Strukturrolle in eine Richtung abrollen. Gleichmäßig, unauffällig, gut für große Flächen. |
| Bürstenstruktur | Mit einer groben Bürste in Bögen oder gekreuzt streichen. Lebhaft und handwerklich. |
| Schwammtechnik | Mit einem Naturschwamm tupfen. Wolkig, ideal für Lasuren danach. |
| Kellenzug | Leicht mit der Glättkelle über den angezogenen Putz ziehen. Ähnelt einem Spachtelputz. |
Probieren Sie die Technik vorher auf einer Gipskartonplatte. Auf der Wand muss jeder Zug gleich aussehen, sonst wirkt die Fläche fleckig.
Mengen und Trocknung
Je nach Körnung und Struktur werden etwa 0,5 bis 1 kg Streichputz je Quadratmeter verbraucht, eine Angabe, die jeder Hersteller auf dem Eimer nennt. Grobe Strukturen brauchen mehr. Oberflächlich trocken ist der Putz meist nach einigen Stunden, überstreichbar nach etwa 24 Stunden. Welche Körnung für welche Wirkung sorgt, steht unter Streichputz fein; welche Bindemittel in Wohnräumen sinnvoll sind, unter Streichputz innen.
Werkzeug reinigen
Rollen, Pinsel und Eimer sofort nach der Arbeit mit Wasser auswaschen, solange der Putz noch frisch ist. Angetrockneter Streichputz lässt sich aus einer Rolle praktisch nicht mehr entfernen. Das Waschwasser gehört nicht in den Gully, sondern wird in einem Eimer gesammelt, damit sich der Sand absetzt. Den eingetrockneten Bodensatz entsorgen Sie mit dem Restmüll, angebrochene Gebinde luftdicht verschlossen und frostfrei lagern.
Typische Fehler
- Ohne Grundierung. Ergebnis: Flecken, unterschiedliche Struktur, schlechte Haftung.
- Ansätze. Trocknende Kanten, Pausen mitten in der Wand oder zu wenig Material auf der Rolle.
- Zu dick aufgetragen. In dicken Schichten bilden sich Schwundrisse.
- Chargen gemischt. Eimer aus verschiedenen Produktionen können leicht abweichen. Mehrere Eimer vorher in einem großen Gefäß zusammenrühren.
- Zu kalt oder zu warm. Unter etwa 5 °C bindet der Putz nicht richtig ab, bei Hitze trocknet er zu schnell.
Häufige Fragen
Kann ich Streichputz auf Tapete auftragen?
Auf fest haftender Raufaser in der Regel ja, auf Vinyl- und Papiertapeten eher nicht. Im Zweifel die Tapete vorher entfernen, siehe Tapeten ablösen.
Brauche ich zwei Schichten?
Meist genügt eine gleichmäßige Schicht. Bei stark saugenden Wänden oder grober Struktur kann eine zweite Schicht nötig sein, die erst nach vollständiger Trocknung aufgetragen wird.
Worin liegt der Unterschied zu Rollputz?
Die Begriffe werden oft gleich verwendet. Rollputz ist meist etwas gröber gefüllt und wird ausschließlich gerollt, siehe Rollputz auftragen.



