Bitumenschindeln verlegen

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Bitumenschindeln sind die übliche Deckung für Gartenhäuser, Carports, Pavillons und kleine Nebengebäude. Sie sind leicht, günstig und mit Hammer und Cuttermesser zu verlegen. Entscheidend für ein dichtes Dach sind drei Dinge: die richtige Dachneigung, eine durchgehende Holzschalung und genug Nägel an der richtigen Stelle.
Was Bitumenschindeln sind
Bitumenschindeln bestehen aus einer Trägereinlage aus Glasvlies, die mit Bitumen getränkt und auf der Oberseite mit mineralischem Granulat bestreut ist. Das Granulat schützt vor UV-Strahlung und gibt die Farbe. Auf der Rückseite haben die meisten Schindeln Klebestreifen oder Klebepunkte, die unter Sonnenwärme mit der darunterliegenden Reihe verkleben. Jede Schindel hat mehrere Laschen, die im Verband eine Ziegel- oder Schindeloptik ergeben.
Formen und Farben
| Form | Optik | Hinweis |
| Rechteck | klassische Schindeldeckung | am einfachsten zu verlegen |
| Biberschwanz | abgerundete Laschen wie Biberschwanzziegel | wirkt weicher, beliebt bei Gartenhäusern |
| Sechseck oder Wabe | geometrisch | verlangt genaues Ausrichten |
Üblich sind Schwarz, Rot, Grün, Braun und Grau. Ein Paket enthält meist 21 Schindeln und deckt etwa 3 m²; gerechnet wird mit rund 7 Schindeln je Quadratmeter, plus Verschnitt und Firstschindeln.
Wo sie passen – und wo nicht
Bitumenschindeln sind für geneigte Dächer gemacht, üblich ist eine Dachneigung von 15 bis 85 Grad. Darunter läuft Wasser zu langsam ab und kann bei Wind unter die Laschen gedrückt werden. Für flachere Dächer eignen sich Bahnen wie selbstklebende Dachpappe oder EPDM-Dachfolie. Einen Überblick über Flachdächer gibt Flachdach abdichten.
Der Untergrund
Schindeln brauchen einen durchgehenden, nagelbaren Untergrund: eine Schalung aus gespundeten Brettern oder Holzwerkstoffplatten wie OSB. Die Platten müssen trocken, eben und fest verschraubt sein. Darauf kommt eine Unterdeckbahn aus Bitumen, die von der Traufe aufwärts mit Überlappung verlegt und mit Dachpappstiften befestigt wird. Sie ist die zweite wasserführende Ebene, falls einmal Wasser unter die Schindeln gerät.
An Traufe und Ortgang kommen Tropfbleche, die das Wasser in die Rinne oder vom Giebel weg leiten.
Werkzeug und Material
- Hammer, Cuttermesser mit Hakenklinge, Zollstock, Kreide oder Schlagschnur.
- Verzinkte Dachpappstifte mit breitem Kopf, Länge passend zur Schalung.
- Unterdeckbahn, Trauf- und Ortgangbleche.
- Bitumenkaltkleber für Ortgang, First und windexponierte Stellen.
- Eine sichere Leiter oder ein Gerüst. Siehe Dachleiter.
Verlegen Schritt für Schritt
- Hilfslinien ziehen. Mit der Schlagschnur waagerechte Linien für jede Reihe markieren. Ohne Linien läuft die Deckung schon nach wenigen Reihen schief.
- Traufreihe legen. Die erste Reihe entsteht aus Schindeln, deren Laschen abgeschnitten werden oder die umgedreht verlegt werden, sodass die Traufe durchgehend geschlossen ist. Sie steht etwa 1 cm über die Traufkante.
- Erste sichtbare Reihe bündig darüber legen, sodass die Laschen die Traufreihe vollständig abdecken.
- Nageln. In der Regel vier Nägel je Schindel, knapp oberhalb der Laschenschlitze, sodass die nächste Reihe sie abdeckt. Die Nägel werden bündig eingeschlagen, nicht durch den Kopf ins Bitumen gedrückt. Bei sehr steilen Dächern schreiben Hersteller mehr Nägel vor.
- Versatz einhalten. Jede Reihe um eine halbe Laschenbreite versetzen, damit keine Schlitze übereinander liegen.
- Weiter nach oben Reihe für Reihe, die Klebestreifen der unteren Reihe werden dabei überdeckt.
- Ortgang mit Kaltkleber verkleben und die Schindeln bündig abschneiden.
- First mit Firstschindeln abdecken, die aus normalen Schindeln geschnitten werden. Sie werden quer über den First gelegt, in Hauptwindrichtung überlappend, mit je zwei Nägeln befestigt und mit etwas mehr als 10 cm Überdeckung.

Temperatur und Wetter
Bitumen wird bei Kälte steif und bricht beim Biegen. Verlegen Sie Schindeln deshalb bei milden Temperaturen, idealerweise über 10 °C, und lagern Sie die Pakete vorher warm. Die Klebestreifen aktivieren sich erst durch Sonnenwärme; bei Verlegung im Herbst kleben sie oft erst im nächsten Frühjahr, bis dahin halten nur die Nägel. An windigen Standorten deshalb zusätzlich mit Kaltkleber punkten. Nicht bei Regen verlegen, und die Schalung muss trocken sein.
Typische Fehler
- Zu wenige Nägel. Der erste Sturm hebt die Schindeln ab.
- Nägel zu tief oder zu hoch. Zu tief liegen sie offen, zu hoch halten sie die Schindel nicht.
- Keine Hilfslinien. Schiefe Reihen sind auf dem fertigen Dach nicht mehr zu korrigieren.
- Direkt auf Latten statt auf Schalung. Die Schindeln hängen durch und reißen.
- Bei Frost verlegt. Gebrochene Laschen und fehlende Verklebung.
Häufige Fragen
Was kosten Bitumenschindeln?
Ein Paket für etwa 3 m² kostet meist zwischen 30 und 60 Euro, je nach Form und Qualität. Dazu kommen Unterdeckbahn, Nägel, Bleche und Kleber.
Wie lange halten Bitumenschindeln?
Bei fachgerechter Verlegung und ausreichender Neigung viele Jahre, gute Qualitäten deutlich über zehn Jahre. Schattige, feuchte Lagen mit Moos verkürzen die Lebensdauer.
Kann ich Schindeln über alte Dachpappe legen?
Wenn die alte Pappe flach, trocken und fest ist und die Schalung darunter intakt, oft ja. Bei Wellen, Blasen oder morscher Schalung zuerst sanieren. Mehr zum Gartenhausbau unter Ratgeber Gartenhaus.



