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Heimwerker-Berater

Schwerlastregal

Einrichtungvon Andreas4 Min. · 8 Abschnitte
Schwerlastregal
Inhalt8 Abschnitte
  1. Fachlast und Gesamtlast sind nicht dasselbe
  2. Steckregal oder Schraubregal
  3. Die Böden
  4. Standsicherheit: der wichtigste Punkt
  5. Der Untergrund
  6. Maße und Preise
  7. Aufbau Schritt für Schritt
  8. Häufige Fehler

Ein Schwerlastregal trägt, was ein normales Regal nicht mehr schafft: Getränkekisten, Farbeimer, Werkzeugkoffer, Reifen, Konserven. Es ist ein einfaches Produkt, bei dem trotzdem regelmäßig zwei Dinge falsch verstanden werden – die Traglastangabe und die Standsicherheit.

Fachlast und Gesamtlast sind nicht dasselbe

Auf der Verpackung steht meist eine große Zahl, etwa „875 kg“. Das ist fast immer die Gesamttraglast des Regals, verteilt auf alle Böden. Daneben steht kleiner die Fachlast, etwa 175 kg je Boden.

Beides muss eingehalten werden. Ein Regal mit fünf Böden und 175 kg Fachlast trägt insgesamt 875 kg – aber niemals 400 kg auf einem einzigen Boden, auch wenn die anderen leer sind.

Die Angaben gelten außerdem für gleichmäßig verteilte Last. Eine punktuelle Belastung in der Mitte des Bodens ist ungünstiger als dieselbe Masse über die ganze Fläche verteilt. Bei schweren Einzelstücken legen Sie ein zusätzliches Brett oder eine Platte unter, um die Last zu verteilen.

Herstellerangaben beziehen sich auf den korrekt und vollständig montierten Zustand. Ein Regal ohne die vorgesehenen Kreuzstreben trägt deutlich weniger.

Steckregal oder Schraubregal

Steckregale werden ohne Werkzeug zusammengesteckt und sind in einer halben Stunde aufgebaut. Die Böden lassen sich später in der Höhe verstellen. Sie sind die richtige Wahl für Keller, Garage und Hauswirtschaftsraum.

Schraubregale sind aufwendiger im Aufbau, aber steifer und tragfähiger. Wo hohe Lasten stehen oder wo das Regal selten umgebaut wird, sind sie überlegen.

Palettenregale sind eine eigene Klasse für den gewerblichen Bereich mit Traglasten von mehreren Tonnen je Feld. Sie gehören nicht in den Privatkeller und sind ohne Fachkenntnis nicht sicher aufzubauen.

Schwerlastregale können einiges an Gewicht aushalten!
Schwerlastregale können einiges an Gewicht aushalten! | Foto: irinka.teri / Depositphotos.com

Die Böden

Die Fachböden bestehen meist aus Spanplatte, MDF oder Stahlblech.

Spanplatte ist der Standard und günstig. Sie ist feuchtigkeitsempfindlich: In einem feuchten Keller quillt sie an den Kanten auf und verliert Tragfähigkeit. Prüfen Sie ältere Böden regelmäßig, indem Sie an der Kante drücken.

Stahlblech ist unempfindlich, tragfähiger und teurer. Für Öl, Farbe und alles, was auslaufen kann, die bessere Wahl.

Gitterböden lassen Licht und Luft durch – praktisch unter einer Deckenleuchte und in feuchten Räumen. Kleinteile fallen allerdings hindurch.

Standsicherheit: der wichtigste Punkt

Ein hohes, schmales Regal mit schwerer Last oben ist kippgefährdet. Das ist keine theoretische Gefahr: Ein umstürzendes Schwerlastregal mit 400 kg Inhalt ist lebensgefährlich.

Drei Regeln:

Schwer nach unten. Die schwersten Dinge gehören auf die unteren Böden. Das senkt den Schwerpunkt und erspart das Heben in Kopfhöhe.

Kreuzstreben montieren. Die dünnen Diagonalstreben auf der Rückseite sehen unbedeutend aus und sind das Bauteil, das die seitliche Verwindung aufnimmt. Sie werden beim Aufbau am häufigsten weggelassen.

An die Wand verankern. Ab einem Verhältnis von etwa 5:1 zwischen Höhe und Tiefe – also bei einem 2 m hohen und 40 cm tiefen Regal – gehört eine Wandverankerung dazu. Bei Regalen, an denen Kinder vorbeikommen, immer.

Für den gewerblichen Einsatz gelten zusätzliche Pflichten: Regalanlagen sind nach DIN EN 15635 regelmäßig durch eine befähigte Person zu prüfen, und beschädigte Bauteile müssen getauscht werden. Im privaten Keller ist das nicht vorgeschrieben, die jährliche Sichtkontrolle aber trotzdem sinnvoll.

Der Untergrund

Ein voll beladenes Regal von 90 cm Breite mit 875 kg steht auf vier Füßen. Die Flächenpressung darunter ist erheblich.

Auf Estrich und Beton ist das unkritisch. Auf einem Holzboden über einer Balkenlage sollten Sie die Last auf mehrere Balken verteilen – ein Brett unter den Füßen genügt meist. Auf weichem Untergrund wie Bitumen oder PVC drücken sich die Füße ein; dort kommen Lastverteilplatten darunter.

Stellen Sie das Regal nicht direkt an eine feuchte Kellerwand. Etwa 5 cm Abstand sorgen für Luftzirkulation und verhindern, dass Spanplattenböden von hinten Feuchtigkeit ziehen.

Maße und Preise

Gängige Größen sind 180 bis 200 cm Höhe, 75 bis 120 cm Breite und 30 bis 60 cm Tiefe. Die Tiefe ist der Punkt, über den man vorher nachdenken sollte: Bei 60 cm verschwindet alles in der zweiten Reihe im Dunkeln.

Einfache Steckregale mit fünf Böden beginnen bei etwa 40 bis 80 Euro. Modelle mit Stahlböden und höheren Fachlasten liegen bei 100 bis 250 Euro. Achten Sie beim Vergleich immer auf die Fachlast, nicht auf die beworbene Gesamtzahl – dort liegen die eigentlichen Unterschiede.

Aufbau Schritt für Schritt

  1. Teile zählen und sortieren, bevor Sie beginnen. Fehlende Streben fallen sonst erst am Ende auf.
  2. Auf dem Boden vormontieren: Die beiden Seitenrahmen liegend zusammenstecken oder verschrauben.
  3. Aufrichten und den untersten Boden einsetzen – er hält das Regal in Form.
  4. Kreuzstreben auf der Rückseite anbringen. Nicht weglassen.
  5. Restliche Böden einsetzen und auf gleichmäßige Abstände achten.
  6. Regal ausrichten. Ein Regal auf unebenem Kellerboden steht wackelig; Unterlegscheiben oder verstellbare Füße lösen das.
  7. An der Wand verankern.
  8. Beladen von unten nach oben.

Zu zweit dauert das etwa eine Stunde. Steckregale lassen sich allein aufbauen, Schraubregale kaum.

Häufige Fehler

  • Kreuzstreben weggelassen, weil das Regal auch ohne sie steht. Es steht – bis es seitlich belastet wird.
  • Böden verkehrt herum eingelegt. Viele Böden haben eine tragende und eine sichtbare Seite.
  • Regal in eine Ecke geklemmt statt verankert. Die Wand hält es nur, solange der Inhalt gleichmäßig liegt.
  • Schweres oben. Der häufigste und gefährlichste Fehler.
  • Zu tiefe Regale gekauft. Was hinten steht, findet niemand wieder.

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