Schraubenregal

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Schrauben, Dübel, Muttern und Unterlegscheiben sind der Teil der Werkstatt, an dem die meiste Zeit verloren geht. Nicht, weil die Teile fehlen – sondern weil sie da sind und niemand sie findet. Ein Schraubenregal löst genau dieses Problem.
Erst sortieren, dann kaufen
Bevor Sie ein System anschaffen, kippen Sie alles auf den Tisch. Das ist unangenehm und der einzige Weg, der funktioniert.
Die bewährte Sortierlogik geht in drei Stufen: zuerst nach Art (Holzschraube, Spanplattenschraube, Maschinenschraube, Dübel, Mutter, Scheibe), dann nach Durchmesser, dann nach Länge. Ein Fach enthält am Ende genau eine Sorte in genau einer Größe.
Trennen Sie dabei konsequent aus: verbogene Schrauben, Einzelstücke in Sondergrößen, Beschläge aus Möbelbausätzen, die Sie nie wieder brauchen. Eine Sortierung, die zu 40 Prozent aus Einzelstücken besteht, hilft niemandem.
Die vier Systeme
Sichtlagerkästen. Offene Kunststoffkästen mit abgeschrägter Front, in Regale oder auf Lochwände gehängt. Der Klassiker in Werkstätten, weil der Zugriff einhändig funktioniert und der Inhalt sichtbar ist. Gängige Größen reichen von etwa 10 × 9 × 5 cm bis 35 × 20 × 20 cm.
Der Nachteil: Sie sind offen. Staub setzt sich ab, und bei einem Sturz ist der Inhalt auf dem Boden.
Kleinteilemagazine mit Schubladen. Ein Schrank mit 20 bis 60 kleinen Klarsichtschubladen. Sehr platzsparend und staubdicht. Die Schubladen sind allerdings flach, und wer sie vollständig herauszieht, hält sie schnell in der Hand statt im Schrank.
Sortimentskoffer. Ein Koffer mit einstellbaren Fächern, meist stapelbar. Die richtige Lösung für alles, was mitgenommen wird. Achten Sie auf durchgehende Trennwände bis zum Deckel – sonst vermischt sich der Inhalt beim Tragen.
Systemboxen. Stapelbare, verriegelbare Koffersysteme der Werkzeughersteller. Teuer, aber wenn Sie ohnehin in einem System arbeiten, fügen sie sich nahtlos ein.

Beschriften
Ohne Beschriftung fällt jedes System innerhalb weniger Monate zusammen. Zwei Dinge haben sich bewährt.
Schreiben Sie auf das Etikett Maß und Art, nicht den Verwendungszweck: „4 × 40 Spanplatte“ statt „für Regale“. Das Maß bleibt richtig, der Zweck ändert sich.
Und kleben Sie zusätzlich eine Musterschraube neben das Etikett auf. Dann sehen Sie im Vorbeigehen, was drin ist, ohne lesen zu müssen – das ist beim Suchen deutlich schneller.
Selbst bauen
Eine funktionierende Lösung kostet wenig. Zwei einfache Varianten:
Das Brett mit Schraubgläsern. Die Deckel von Schraubgläsern werden an die Unterseite eines Regalbodens geschraubt, die Gläser hängen daran und werden zum Öffnen abgedreht. Klassisch, sehr übersichtlich, und die Gläser kosten nichts. Nachteil: Glas zerbricht.
Der Kastenrahmen. Ein Rahmen aus 18-mm-Multiplex mit eingenuteten Querbrettern nimmt handelsübliche Sichtlagerkästen auf. Der Vorteil gegenüber dem Kaufregal ist, dass Sie Höhe und Tiefe exakt auf Ihre Kästen und Ihre Wand abstimmen können.
Bei beiden gilt: Schrauben sind schwer. Ein Brett mit 40 gefüllten Gläsern kommt schnell auf 20 kg, ein gefülltes Sichtlagerregal auf 100 kg und mehr. In Gipskarton gehört die Befestigung in den Ständer, nicht in die Platte.
Wo das Regal stehen sollte
In Reichweite der Werkbank, aber nicht darüber. Was über dem Arbeitsplatz hängt, bekommt Staub und Späne ab, und heruntergefallene Kästen landen im Werkstück.
Gut ist die Wand seitlich der Bank in Griffhöhe zwischen etwa 80 und 170 cm. Darüber und darunter kommen die Sorten hin, die selten gebraucht werden.
Nachschub organisieren
Der letzte Schritt, der das System am Leben hält: Legen Sie in jedes Fach der häufig gebrauchten Größen einen Reservebeutel nach unten. Ist der Beutel angebrochen, kommt die Größe auf den Einkaufszettel – dann stehen Sie nie wieder samstags mit zwei fehlenden Schrauben da.
Für die gängigsten Größen lohnt der Kauf in Großpackungen. 4 × 40 und 4,5 × 50 Spanplattenschrauben, 6-mm- und 8-mm-Dübel sowie Unterlegscheiben gehen immer.
Was in ein gutes Grundsortiment gehört
Wer ein Regal einrichtet, stellt schnell fest, dass die Hälfte der Fächer selten gebraucht wird. Diese Sorten decken den allergrößten Teil aller Arbeiten ab:
| Sorte | Größen | Wofür |
| Spanplattenschrauben | 3,5 × 30 / 4 × 40 / 4,5 × 50 / 5 × 70 | Holz, Möbelbau, Montage |
| Universaldübel | 6 mm und 8 mm | Wandbefestigung |
| Schrauben für Dübel | 4,5 × 50 und 6 × 70 | passend zum Dübel |
| Maschinenschrauben | M4, M5, M6 in je zwei Längen | Metall, Beschläge |
| Unterlegscheiben | M4 bis M8 | Lastverteilung |
Beachten Sie bei Holzschrauben die Faustregel zur Länge: Die Schraube sollte etwa zwei Drittel ihrer Länge im tragenden Teil sitzen. Bei einem 18 mm dicken Brett auf einem Rahmen heißt das mindestens 45 bis 50 mm.
Rostschutz beachten
In feuchten Räumen und im Außenbereich gehören verzinkte Schrauben nicht in jedes Fach. Im Freien und überall dort, wo Feuchtigkeit hinkommt, brauchen Sie Edelstahl A2, in Küstennähe und bei Kontakt mit Chlor oder Salz A4.
Ein verbreiteter Fehler: verzinkte Schrauben in Eiche oder Lärche. Die Gerbsäure dieser Hölzer greift den Zink an, und um jeden Schraubenkopf bildet sich innerhalb von Monaten ein schwarzer Ring. Dort ist Edelstahl Pflicht, nicht Luxus.



