Ein Gewürzregal selbst bauen: Eine Anleitung

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Ein Gewürzregal ist ein ideales Einsteigerprojekt: wenig Material, überschaubare Zuschnitte, ein sichtbares Ergebnis nach einem halben Tag. Und es ist eines der wenigen Möbel, die man kaum kaufen kann, weil die Maße von den eigenen Gläsern abhängen.
Die Maße kommen aus Ihren Gläsern
Messen Sie zuerst, dann planen Sie. Gängige Größen zur Orientierung:
| Gefäß | Durchmesser | Höhe |
| Streuer klein (Supermarkt) | ca. 40–45 mm | ca. 85–100 mm |
| Schraubglas mittel | ca. 50–60 mm | ca. 100–120 mm |
| Mühle | ca. 50–60 mm | ca. 150–220 mm |
Daraus ergeben sich die zwei wichtigen Maße: Fachhöhe = höchstes Glas + 20 mm Griffraum, Regaltiefe = größter Durchmesser + 10 mm. Bei üblichen Streuern landen Sie bei etwa 120 mm Fachhöhe und 70 mm Tiefe.
Planen Sie mindestens ein Fach höher für Mühlen und große Gläser. Und rechnen Sie Reserve ein – eine Gewürzsammlung wächst.
Material
Für ein Regal in der Küche eignen sich Buche, Eiche und Esche: hart, dicht, unempfindlich. Fichte und Kiefer sind günstiger und leichter zu bearbeiten, nehmen aber Fett und Farbe schneller auf und bekommen früher Druckstellen.
Verwenden Sie Leimholz in 18 mm Stärke. Dünneres Material biegt sich unter vollen Gläsern durch, dickeres wirkt bei diesen kleinen Abmessungen klobig.
Sperrholz und Multiplex funktionieren ebenfalls und zeigen an den Kanten die Schichten – das kann man mögen oder mit einer Anleimer-Leiste verdecken.
Schritt 1: Planen und aufzeichnen
Zeichnen Sie das Regal maßstäblich auf Papier, mit allen Maßen. Ein Beispiel für ein Wandregal mit drei Böden:
- 2 Seitenteile 500 × 70 × 18 mm
- 3 Böden 464 × 70 × 18 mm (bei 500 mm Außenbreite abzüglich zweimal 18 mm)
- 1 Rückwand aus 5-mm-Sperrholz, 500 × 500 mm, optional
- 3 Brüstungsleisten 464 × 20 × 10 mm gegen das Herausrutschen
Der Abzug von zweimal 18 mm ist der Punkt, an dem die meisten Selbstbauten schiefgehen. Rechnen Sie ihn einmal sauber aus und schreiben Sie ihn auf den Zuschnittzettel.
Schritt 2: Zuschneiden
Lassen Sie im Baumarkt zuschneiden, wenn Sie keine Tischkreissäge haben – der Zuschnitt ist genauer als mit der Handkreissäge, und bei diesen kleinen Teilen kommt es auf einen Millimeter an.
Wer selbst sägt: Führungsschiene verwenden, Sägeblatt scharf, von der späteren Sichtseite her mit feinen Zähnen arbeiten, damit nichts ausreißt.
Brechen Sie anschließend alle Kanten leicht mit Schleifpapier der Körnung 120. Scharfe Kanten splittern und fühlen sich unangenehm an.
Schritt 3: Verbinden
Drei Wege, vom einfachsten zum saubersten:
Schrauben durch die Seitenwand. Vorbohren mit 3 mm, ansenken, Schraube 4 × 40 mm. Schnell und fest, die Köpfe sind sichtbar oder werden verdübelt.
Holzdübel 8 mm. Unsichtbar, erfordert aber eine Dübellehre, damit die Löcher fluchten. Zwei Dübel je Boden genügen bei dieser Breite.
Nut in der Seitenwand. Die schönste Lösung: eine 9 mm tiefe Nut mit der Oberfräse, der Boden liegt darin und trägt sich selbst. Braucht eine Fräse und eine sauber gespannte Führung.
In jedem Fall gilt: Leim gehört dazu. Weißleim D2 genügt in der Küche; nur in Spritzwassernähe brauchen Sie D3.
Schritt 4: Oberfläche
In der Küche wird gekleckert. Unbehandeltes Holz nimmt Kurkuma und Paprika dauerhaft auf.
Am besten eignet sich Hartwachsöl oder ein reines Pflanzenöl, das für Lebensmittelkontakt freigegeben ist. Zwei bis drei dünne Aufträge, jeweils nach 20 Minuten den Überschuss abnehmen, zwischen den Schichten mit Körnung 240 anschleifen.
Lack ist ebenfalls möglich, ist aber bei Beschädigung schwerer auszubessern – eine geölte Fläche schleift man einfach an und ölt nach.
Schritt 5: An die Wand
Das Gewicht wird unterschätzt: Zwanzig volle Gläser wiegen mit Regal schnell 6 bis 8 kg. In Beton und Vollziegel genügen normale Dübel, in Gipskarton brauchen Sie Hohlraumdübel oder eine Verschraubung im Ständer.
Bohren Sie die Löcher waagerecht aus – ein schiefes Gewürzregal fällt in einer Küche sofort auf. Und prüfen Sie vorher mit einem Leitungssucher, ob an dieser Stelle Strom oder Wasser in der Wand liegt.
Varianten
Das Schubladeneinsatz-Regal. Statt an die Wand kommt eine Stufenleiste flach in die Schublade. Gewürze liegen dann sichtbar gestaffelt statt hintereinander. Bauen Sie die Stufen mit 30 mm Höhenversatz, dann sind alle Etiketten lesbar.
Das Magnetregal. Eine Stahlplatte an der Wand oder an der Kühlschrankseite, dazu Gewürzdosen mit Magnetboden. Platzsparend und dekorativ, aber nur für kleine Mengen und nicht neben dem Herd – Wärme und Fett setzen den Magneten zu.
Der Innentürbeschlag. Ein schmales Regal an der Innenseite der Hängeschranktür nutzt tote Fläche. Rechnen Sie den Platz für die Regalböden dahinter ab, sonst schließt die Tür nicht mehr.
Die Schiene mit Klemmdeckeln. Eine Alu-Profilschiene unter dem Hängeschrank, Gläser mit passenden Deckeln hängen kopfüber darin. Sehr platzsparend, aber nur für einheitliche Gläser geeignet.
Wo Gewürze wirklich hingehören
Das schönste Regal nützt nichts, wenn es am falschen Ort hängt. Gewürze verlieren Aroma durch Licht, Wärme und Feuchtigkeit – in dieser Reihenfolge.
Der Platz direkt über dem Herd ist deshalb der schlechteste, obwohl er der naheliegendste ist: Aufsteigender Wasserdampf lässt gemahlene Gewürze verklumpen, und die Wärme treibt die ätherischen Öle aus.
Besser ist eine Wand abseits von Herd und Fenster, in Griffweite der Arbeitsfläche. Wer das Regal trotzdem in die Nähe des Herds bauen will, sollte dunkle Gläser oder eine Tür davor vorsehen.
Gemahlene Gewürze halten etwa ein Jahr, ganze Körner und Schoten zwei bis drei. Ein kleiner Aufkleber mit dem Kaufdatum auf dem Glasboden beantwortet die Frage später zuverlässiger als Erinnerung oder Geruch.



