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Heimwerker-Berater

Gartenofen

Gartenvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Gartenofen
Inhalt10 Abschnitte
  1. Die Bauarten im Überblick
  2. Gusseisen, Stahl, Ton und Schamotte
  3. Heizen oder backen?
  4. Der richtige Standort
  5. Was ins Feuer darf
  6. Rauch und Nachbarn
  7. Anheizen mit Gefühl
  8. Pflege und Winter
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen

Unter Gartenofen versteht man jeden Ofen, der im Freien befeuert wird: den gusseisernen Terrassenofen mit Rohr, den bauchigen Tonofen, den gemauerten Pizzaofen. Sie haben unterschiedliche Aufgaben. Der eine wärmt, der andere backt – und kaum ein Modell macht beides gut.

Die Bauarten im Überblick

BauartHauptzweckMaterial
TerrassenofenWärme, Feuer schauenGusseisen oder Stahl, mit Rauchrohr
Aztekenofen, ChimineaStimmung, etwas WärmeTon, Terrakotta, seltener Gusseisen
Pizza- und HolzbackofenBacken bei hoher HitzeSchamotte, Beton, Stein
Grillofen, KombigerätGrillen, Kochen, WärmeStahl, oft mit Backfach

Der Terrassenofen ähnelt einem kleinen Kaminofen mit Schornstein. Das Rohr führt den Rauch über Kopfhöhe ab, das ist sein größter Vorteil. Der Aztekenofen hat eine offene Front und einen kurzen Hals; mehr dazu beim Aztekenofen. Der Holzbackofen speichert Wärme in dicken Wänden und wird zum Backen, nicht zum Heizen gebaut.

Gusseisen, Stahl, Ton und Schamotte

Gusseisen speichert Wärme gut und strahlt sie lange ab. Es ist schwer und verträgt hohe Hitze gut, ist aber spröde: Ein Stoß oder kaltes Wasser auf heißem Metall kann es reißen lassen. Außerdem rostet es an der Oberfläche. Stahlblech ist leichter und günstiger, gibt Wärme schneller ab, verzieht sich bei dünnen Wandstärken aber leichter. Ton sieht schön aus, reagiert aber empfindlich auf schnelles Aufheizen und auf Frost. Schamotte ist das Material der Back- und Pizzaöfen: feuerfest, speicherfähig und für Temperaturen weit über 400 °C gemacht.

Outdoor Gusseisenofen
Outdoor Gusseisenofen | Foto: HarryWolverson / Depositphotos.com

Heizen oder backen?

Ein Terrassenofen wärmt im Umkreis von wenigen Metern spürbar, vor allem durch Strahlung von der heißen Oberfläche. Wer eine Sitzgruppe von sechs Personen wärmen will, sollte den Ofen in die Mitte stellen, nicht an den Rand. Ein Pizzaofen braucht dagegen eine Stunde oder mehr Vorheizzeit, bis Boden und Kuppel die nötigen 350 bis 450 °C erreichen. Dann backt eine Pizza in zwei bis drei Minuten. Als Wärmequelle für den Abend taugt er kaum, weil die Hitze im Inneren bleibt. Wer beides will, kombiniert – oder greift für die Wärme zum Gasheizstrahler. Einen Einstieg in das Backen bietet der Holzbackofen-Bausatz.

Der richtige Standort

  1. Nicht brennbarer Untergrund. Pflaster, Steinplatten, Kies oder eine Funkenschutzplatte. Auf Holzterrassen und WPC nur mit breiter Unterlage aus Stein oder Stahl.
  2. Abstand zu Brennbarem. Mindestens 3 m zu Hecken, Holzfassaden, Markisen und Sonnenschirmen sind eine vernünftige Richtgröße, sofern der Hersteller nichts anderes angibt.
  3. Nicht unter eine Überdachung. Rauch und Hitze stauen sich, und ein Polycarbonatdach verformt sich schon bei moderaten Temperaturen.
  4. Windrichtung beachten. Der Rauch sollte nicht zur eigenen Sitzecke oder zum Nachbarfenster ziehen.
  5. Standsicher. Ein kippender Ofen mit Glut ist die gefährlichste Situation überhaupt.

Was ins Feuer darf

Verbrennen Sie nur trockenes, naturbelassenes Holz. Die 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung schreibt für Scheitholz eine Restfeuchte unter 25 Prozent vor, besser sind unter 20. Frisches Holz qualmt, rußt und bringt kaum Wärme. Tabu sind behandeltes oder lackiertes Holz, Spanplatten, Paletten mit Aufdruck, Pappe in Mengen und Gartenabfälle. Holzkohle nur, wenn der Hersteller das ausdrücklich erlaubt, denn sie wird deutlich heißer als Holz. Eine saubere Alternative sind Hartholzbriketts. Wie Holz richtig trocknet, steht unter Brennholz lagern.

Rauch und Nachbarn

Ein Gartenofen ist grundsätzlich erlaubt, darf die Nachbarn aber nicht erheblich belästigen. Dichter, beißender Rauch, der über Stunden in das Nachbarschlafzimmer zieht, ist ein Grund für berechtigte Beschwerden. Manche Gemeinden regeln offenes Feuer in einer eigenen Satzung, und bei hoher Waldbrandgefahr werden Feuer im Freien vielerorts ganz untersagt. Das Wichtigste gegen Ärger ist trockenes Holz. Es brennt fast rauchfrei.

Anheizen mit Gefühl

Gusseiserne Öfen vertragen ein zügiges Anfeuern. Tonöfen nicht: Erhitzt man sie schnell, entstehen Spannungsrisse. Beginnen Sie mit einem kleinen Feuer und legen Sie über eine halbe Stunde langsam nach. Eine Schicht Sand oder Kies im Boden des Tonofens schützt vor direkter Glut. Zum Anzünden eignen sich Anzündwürfel aus Holzwolle und Wachs, kein Spiritus und kein Grillanzünder aus der Flasche.

Pflege und Winter

Gusseisen und Stahl bekommen vor dem Winter eine Reinigung und bei Bedarf eine Schicht hitzebeständigen Ofenlack. Flugrost lässt sich mit einer Drahtbürste entfernen. Tonöfen müssen frostfrei stehen oder mindestens vor Nässe geschützt werden, denn Wasser in den Poren sprengt das Material beim Gefrieren. Eine Abdeckhaube hilft allen Bauarten, sollte aber erst über den vollständig abgekühlten Ofen.

Typische Fehler

  • Zu viel Holz auf einmal. Überhitzt dünnwandige Öfen und verzieht das Blech.
  • Asche mit Restglut in die Mülltonne. Asche braucht mindestens einen Tag, bis sie wirklich kalt ist.
  • Kinder und Haustiere ohne Aufsicht. Die Oberfläche eines Gusseisenofens wird mehrere Hundert Grad heiß.
  • Feuer unbeaufsichtigt ausbrennen lassen. Ein Eimer Sand oder Wasser gehört immer in Reichweite.

Häufige Fragen

Was kostet ein Gartenofen?

Einfache Terrassenöfen aus Stahl gibt es ab etwa 50 Euro, solide Gusseisenmodelle kosten 150 bis 400 Euro, gemauerte Pizzaöfen und Bausätze deutlich mehr.

Kann ich auf Fliesen heizen?

Auf Steinzeug- und Feinsteinzeugfliesen meist ja, mit Abstandshalter oder Unterlage gegen Hitzeflecken. Bei Kunststein und empfindlichen Beschichtungen lieber eine Funkenschutzplatte unterlegen.

Darf ich darin Gartenabfälle verbrennen?

Nein. Das Verbrennen von Gartenabfällen ist in den meisten Bundesländern untersagt oder nur mit Ausnahmegenehmigung erlaubt.

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