Sanierungsfräse
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Eine Sanierungsfräse trägt Putz, Kleberreste, Farbschichten und Estrichbuckel flächig ab – schneller und gleichmäßiger als Hammer und Meißel oder ein Stemmhammer. Dafür dreht ein Fräskopf mit Hartmetallrädchen oder Diamantsegmenten über den Untergrund. Ohne leistungsfähige Absaugung ist sie allerdings ein Staubgenerator, und bei alten Klebern wird dieser Staub gefährlich.
Die drei Bauformen
Turmform. Der Motor steht senkrecht über dem Fräskopf, links und rechts sitzen Handgriffe. Diese Bauform lässt sich mit beiden Händen flach an Wand und Boden führen und ist die klassische Sanierungsfräse für große Flächen.
Winkelschleifer-Bauform. Der Motor liegt parallel zur Fläche, ein Winkelgetriebe lenkt die Kraft auf den Fräskopf um. Handhabung wie bei einem großen Winkelschleifer, mit Bügel- oder Seitengriff. Handlicher an Kanten und in Ecken, aber anstrengender auf großen Flächen.
Bodenfräse. Der Fräskopf läuft unter einer Haube auf dem Boden, geführt über eine Deichsel mit Griff. Für Estrich, Kleberreste und Beschichtungen auf großen Bodenflächen, ohne dass Sie sich bücken müssen.
Die Fräswerkzeuge
| Hartmetall-Frässterne | Lose auf Achsen laufende Rädchen, die das Material abschlagen. Für Putz, Farbe, Kleber, weiche Beschichtungen. |
| Diamant-Topfscheibe | Schleift statt zu schlagen. Für Beton, Estrich und harte Klebereste. |
| PKD-Segmente | Polykristalliner Diamant, für zähe, elastische Beschichtungen, die Diamantscheiben zusetzen. |
| Bürsten | Für Rost, lose Farbe und Strukturen, siehe Bürstenschleifer oder Lackfräse. |
Die Frässterne verschleißen und werden als Satz getauscht. Achten Sie auf Ersatzteile, die einzeln nachgekauft werden können. Das Werkzeug muss zum Untergrund passen, nicht zur Maschine: Dieselbe Fräse arbeitet mit Frässternen auf weichem Putz hervorragend und mit derselben Bestückung auf Beton gar nicht.
Wofür sie sich eignet
- Alten Putz von Innenwänden abtragen, etwa vor einer Neuverputzung oder bei durchfeuchtetem Sockelputz; siehe auch Putz entfernen
- Fliesenkleber nach dem Abschlagen der Fliesen von Wand und Boden entfernen
- Teppich- und Parkettkleber vom Estrich lösen
- Alte Farbschichten und Dispersionsbeschichtungen abtragen
- Estrich- und Betonbuckel egalisieren, siehe Betonschleifer
- Kanten an Fassaden und Wänden bearbeiten, für große Flächen draußen auch die Fassadenfräse
Asbest: erst prüfen, dann fräsen
Viele Fliesenkleber, Spachtelmassen, Bodenbelagskleber und manche Putze aus der Zeit vor 1993 können Asbest enthalten. Schwarze, bitumenhaltige Parkettkleber sind ein typischer Verdachtsfall. Asbesthaltiges Material darf nicht gefräst, geschliffen oder gestrahlt werden – diese Arbeiten sind nur zugelassenen Fachbetrieben erlaubt, und auch diese dürfen nur mit emissionsarmen Verfahren arbeiten. Eine Laborprobe kostet meist 30 bis 80 Euro und ist bei jedem Altbau vor Beginn der Arbeiten sinnvoll.
Absaugung
Eine Sanierungsfräse ohne Absaugung macht einen Raum in Minuten unbenutzbar. Moderne Geräte haben eine Absaughaube mit Bürstenkranz und einen Anschluss für einen Sauger. Für mineralische Stäube ist ein Sauger der Staubklasse M das Mindeste. Ein normaler Haushaltssauger ist überfordert und bläst den Feinstaub durch den Filter wieder aus. Siehe Baustaubsauger.
Worauf Sie beim Kauf achten
- Leistung. Für flächiges Fräsen ist eine Aufnahmeleistung von 1200 Watt und mehr sinnvoll.
- Sanftanlauf und Überlastschutz. Die Maschine reißt beim Einschalten nicht aus der Hand und schützt sich bei Blockade.
- Absaughaube mit Randabdeckung, möglichst mit abklappbarem Segment für das Fräsen bis an die Kante.
- Gewicht. Jedes Kilo spüren Sie über Kopf. Für die Decke zählt jedes Gramm.
- Werkzeugwechsel ohne Spezialwerkzeug und Ersatzteile verfügbar.
Richtig arbeiten
- Den Raum abkleben, Türen mit Staubschutztür oder Folie schließen.
- Leitungen in der Wand orten; Unterputz-Dosen und Kabel liegen oft nur wenige Millimeter tief.
- Fräse im Leerlauf ansetzen, dann in gleichmäßigen Bahnen führen, nicht auf einer Stelle kreisen lassen.
- Mit wenig Druck arbeiten – das Gewicht der Maschine reicht meist aus.
- Regelmäßig Saugerbehälter leeren und Filter abreinigen, sonst sinkt die Saugleistung schnell.
Typische Fehler
- Zu tief fräsen. Wo der Putz dünn ist, fräsen Sie ins Mauerwerk und machen neue Arbeit.
- Falsches Werkzeug. Frässterne auf Beton verschleißen in Minuten, eine Diamantscheibe auf elastischem Kleber setzt sich zu.
- Ohne Atemschutz. Auch mit Absaugung gehört eine FFP2- oder FFP3-Maske dazu.
Kaufen oder mieten
Sanierungsfräsen mit Absaugung kosten ab etwa 300 Euro, Profigeräte deutlich über 1000 Euro. Für eine einzelne Renovierung ist die Miete im Baumaschinenverleih fast immer wirtschaftlicher; dort gibt es passende Sauger gleich dazu. Rechnen Sie bei der Miete die Frässterne oder den Verschleiß der Diamantscheibe mit ein – viele Verleiher berechnen ihn nach Verbrauch. Und planen Sie großzügig: Wer das Gerät für einen halben Tag mietet und dann feststellt, dass der Kleber zäher ist als gedacht, bezahlt den zweiten Tag doch. Wie ein konkretes Gerät aufgebaut ist, zeigt die Rotfuchs XM150.
Häufige Fragen
Unterschied zur Putzfräse?
Keiner in der Sache. Die Begriffe Sanierungsfräse, Putzfräse und Renovierungsfräse bezeichnen dieselben Geräte.
Kann ich damit Fliesen entfernen?
Die Fliesen selbst schlagen Sie besser mit einem Meißelhammer ab. Die Fräse ist für den Kleber darunter.
Wie viel Fläche schafft man am Tag?
Das hängt stark vom Material ab. Bei weichem Kalkputz geht es schnell, bei hartem Zementputz oder zähem Kleber deutlich langsamer.



