Die Metabo KGS 216 M im Praxistest

Inhalt10 Abschnitte
Die Metabo KGS 216 M ist eine kompakte Kapp- und Gehrungssäge mit Zugfunktion und einem 216-mm-Sägeblatt. Sie ist für Leisten, Latten, Laminat und Paneele gedacht und wird deshalb oft als Paneelsäge bezeichnet. Mit 13,5 kg ist sie leicht genug für den Transport und schwer genug für einen ruhigen Stand.
Die technischen Daten
| Motor | 1350 W |
| Drehzahl | 5000 U/min im Leerlauf, 3750 U/min unter Nennlast |
| Sägeblatt | 216 mm, Hartmetall, 40 Wechselzähne |
| Schnittbreite | 305 mm bei 90°, 205 mm bei 45° |
| Schnitthöhe | 65 mm bei 90°, 36 mm bei 45° Neigung |
| Gewicht | 13,5 kg |
| Maße | ca. 76 × 34 × 47,5 cm |
Die Angaben beziehen sich auf die beschriebene Ausführung. Metabo hat die Säge über die Jahre in mehreren Versionen gebaut; die Daten des aktuellen Modells stehen im Datenblatt.
Was die Zugfunktion bringt
Eine einfache Kappsäge schneidet nur so breit, wie das Blatt reicht – bei 216 mm Durchmesser etwa 12 bis 13 cm. Bei der KGS 216 M läuft der Sägekopf auf Führungsstangen und lässt sich nach vorn ziehen. Dadurch schafft sie 30 cm breite Bretter in einem Schnitt, obwohl das Blatt klein ist. Das reicht für Laminat, Regalbretter, Stufenbeläge und breite Paneele.
Wofür sie passt
- Laminat und Parkett. Dielen quer kappen, Anschlussstücke zuschneiden. Mehr zur Wahl der Säge unter Laminat schneiden.
- Leisten und Profile. Sockelleisten auf Gehrung, Deckenleisten, Fensterbänke aus Holz.
- Latten und Kanthölzer bis 65 mm Höhe, etwa für Unterkonstruktionen und Gartenmöbel.
- Paneele und Verkleidungen, auch Nut-und-Feder-Profile.
Für dickere Balken ist sie zu klein. Wer Kanthölzer von 8 cm und mehr schneidet, braucht eine Säge mit 254 oder 305 mm Blatt.

Ausstattung
- Laser und LED-Licht. Der Laser zeigt die Schnittlinie auf dem Werkstück, die LED beleuchtet den Schnittbereich. Beide lassen sich getrennt schalten.
- Zwei Tischverbreiterungen, seitlich ausziehbar, damit lange Leisten aufliegen.
- Verschiebbare Anschlagprofile, in der Höhe und seitlich verstellbar – wichtig bei Gehrungs- und Neigungsschnitten.
- Werkstückspannvorrichtung, die das Werkstück beim Schnitt auf dem Tisch hält.
- Transportsicherung für den Sägekopf, Kabelaufwicklung und Tragegriffe.
Der Laser: nützlich mit Einschränkung
Ein Laser ist eine Hilfe, kein Messinstrument. Prüfen Sie vor der ersten Nutzung, ob die Linie wirklich mit der Schnittkante des Blattes übereinstimmt; bei vielen Sägen muss sie nachjustiert werden. In hellem Sonnenlicht ist die rote Linie kaum zu sehen – dann hilft nur der klassische Bleistiftstrich und ein Probeschnitt.

Staub und Späne
Die Säge hat einen Spänefangsack, aber keine eigene Absaugung. Der Sack fängt einen Teil der Späne, die das Blatt nach hinten schleudert; der Rest landet auf Tisch und Boden. Wer in der Wohnung sägt, schließt über den Adapter einen Sauger an. Das reduziert den Reinigungsaufwand erheblich und hält die Luft sauberer. Holzstaub von Buche und Eiche gilt als krebserzeugend; in Innenräumen gehört eine Staubmaske dazu.
Das Sägeblatt
Das mitgelieferte Blatt mit 40 Zähnen ist ein Allrounder für Holz, Laminat und Holzwerkstoffe. Für Metall und Aluminium ist es nicht geeignet. Für sehr saubere Schnitte an beschichteten Paneelen oder Leisten lohnt ein feineres Blatt mit 48 bis 60 Zähnen. Blätter sind Verschleißteile; ein stumpfes Blatt reißt Kanten aus und brennt Spuren ins Holz. Mehr dazu unter Kreissägeblatt.
Gehrung und Neigung einstellen
Die Säge schneidet zwei Winkel: die Gehrung, bei der der Drehteller nach links oder rechts gedreht wird, und die Neigung, bei der der Sägekopf seitlich gekippt wird. Beides zusammen ergibt einen Doppelgehrungsschnitt, wie ihn Deckenleisten brauchen. Für die üblichen Winkel wie 0°, 15°, 22,5°, 30° und 45° hat der Drehteller Raststellungen.
Prüfen Sie die Nullstellung vor dem ersten Einsatz mit einem Tischlerwinkel gegen das Blatt, nicht gegen die Skala. Skalen sind ab Werk oft um ein halbes Grad versetzt – bei einem Bilderrahmen mit vier Gehrungen summiert sich das zu einer sichtbaren Fuge. Ein Probeschnitt an zwei Reststücken zeigt, ob die Ecke schließt.
Sicher arbeiten
Die Säge läuft kräftig an. Halten Sie den Griff beim Einschalten fest und warten Sie, bis das Blatt die volle Drehzahl hat, bevor Sie schneiden. Stellen Sie die Säge auf eine stabile Unterlage oder einen Sägetisch, der bei Anlauf und Zugschnitt nicht wandert.
Beim Zugschnitt ziehen Sie den Kopf nach vorn, senken ihn ab und schieben ihn dann durch das Werkstück nach hinten. Andersherum – vom Körper weg ziehen – kann die Säge auf das Werkstück klettern.
Häufige Fragen
Reicht die Säge für Terrassendielen?
Für Dielen bis 30 cm Breite und 65 mm Stärke ja. Für Hartholz ist ein hochwertiges Blatt empfehlenswert.
Kann ich Aluminium schneiden?
Nur mit einem speziellen Blatt für Nichteisenmetalle und dünne Profile. Die Drehzahl ist nicht regelbar, deshalb nicht für Vollmaterial.
Welche Alternativen gibt es?
Vergleichbare Paneelsägen bauen Bosch, Makita und andere. Einen Überblick bietet der Beitrag Kapp- und Gehrungssäge.



