Handmörtelpumpe

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Eine Handmörtelpumpe ist im Grunde eine große Spritze für Mörtel: ein Zylinder mit Kolben und auswechselbaren Düsen, der Mörtel aufnimmt und punktgenau wieder herausdrückt. Ihr Zweck ist das saubere Füllen von Fugen und Hohlräumen, ohne dass Mörtel auf Stein, Klinker oder Fliese landet. Wer schon einmal eine Klinkerwand mit der Kelle verfugt hat, weiß, was das wert ist.
Wofür man eine Handmörtelpumpe braucht
Klinker- und Natursteinfugen. Der Mörtel kommt tief in die Fuge statt auf die Sichtfläche. Das Nachwaschen von Mörtelschleiern entfällt weitgehend.
Fugen sanieren. Beim Ausbessern ausgewaschener Fugen im Mauerwerk oder an der Gartenmauer lässt sich gezielt nur dort füllen, wo es nötig ist.
Hohlräume und Anschlüsse. Türzargen aus Stahl hinterfüllen, Rohrdurchführungen schließen, Spalten zwischen Fensterbank und Mauerwerk ausfüllen.
Pflasterfugen und Mauerabdeckungen, wo man mit der Kelle kaum hinkommt.
Wie sie funktioniert
Das Gerät besteht aus einem Rohr aus Kunststoff oder Metall, einem Kolben mit Gummidichtung und einem Griff. Man taucht die Spitze in den angerührten Mörtel und zieht den Kolben zurück, sodass der Mörtel wie in einer Spritze angesaugt wird. Alternativ wird der Zylinder von hinten befüllt. Dann wird die passende Düse aufgesetzt und der Mörtel durch Drücken am Kolben oder über einen Hebelmechanismus ausgepresst. Die Düse gibt die Breite des Strangs vor.
Handmörtelpumpe, Mörtelspritze, Fugenpistole
Die Begriffe überschneiden sich. Mörtelspritzen mit Hebelmechanismus funktionieren wie eine große Kartuschenpistole; der Mörtel wird in einen Zylinder gefüllt und per Abzug herausgedrückt. Sie haben einen eigenen Beitrag: Mörtelspritze. Handmörtelpumpen im engeren Sinn arbeiten ohne Hebel, direkt mit dem Kolben, und können Mörtel selbst ansaugen. Fugenbeutel, also Spritzbeutel aus beschichtetem Gewebe, sind die billigste Variante, werden aber schnell unhandlich.

Welcher Mörtel hindurchgeht
Die Konsistenz entscheidet über Erfolg oder Frust. Der Mörtel muss weich genug sein, um durch die Düse zu fließen, und fest genug, um in der Fuge nicht wegzulaufen. Er soll etwa die Konsistenz von dickem Joghurt haben. Grobe Zuschläge verstopfen die Düse; geeignet sind Fugenmörtel und fein gekörnter Mauer- oder Kalkmörtel. Rühren Sie nur so viel an, wie Sie in der Verarbeitungszeit schaffen, und rühren Sie gründlich, damit keine Klumpen im Zylinder landen. Die Grundlagen stehen im Beitrag Mörtel richtig anrühren.
Schritt für Schritt verfugen
- Fugen vorbereiten. Alte, lose Mörtelreste auskratzen, Staub ausbürsten. Die Fugen sollen mindestens so tief wie breit ausgeräumt sein.
- Vornässen. Trockenes Mauerwerk entzieht dem Mörtel das Wasser, er bindet dann schlecht ab. Mit einem feuchten Pinsel oder einer Sprühflasche anfeuchten.
- Düse wählen, etwas schmaler als die Fuge.
- Befüllen – ansaugen oder von hinten einfüllen, ohne Luftblasen.
- Füllen von unten nach oben, erst die Stoßfugen, dann die Lagerfugen. Die Düse tief in der Fuge führen und langsam zurückziehen.
- Verdichten und glätten. Wenn der Mörtel angezogen hat, mit dem Fugeisen nachdrücken und glätten.
Vor- und Nachteile
Dafür
| Dagegen
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Für große Fassaden ist eine motorbetriebene Maschine im Vorteil, siehe Verputzmaschine.
Typische Fehler
- Mörtel zu steif angerührt. Dann braucht man Bärenkräfte am Kolben, und die Dichtung reißt. Lieber etwas weicher anmachen und die Fuge nach dem Anziehen verdichten.
- Mörtel zu flüssig. Er läuft aus der Fuge über die Steinfläche und hinterlässt genau die Schleier, die man vermeiden wollte.
- Fugen nicht ausgeräumt. Mörtel auf losem Altmörtel hält nicht und fällt im nächsten Winter wieder heraus.
- Bei Frost oder praller Sonne gearbeitet. Unter 5 Grad bindet Mörtel kaum ab, in voller Sonne trocknet er zu schnell und reißt. Frische Fugen bei Hitze einige Tage feucht halten.
- Zu große Düse. Der Strang ist breiter als die Fuge und verschmiert die Kanten.
Reinigung – nicht verhandelbar
Mörtel bindet im Zylinder genauso ab wie in der Fuge. Nach jeder Pause über 20 bis 30 Minuten wird die Pumpe mit Wasser durchgespült, am Ende der Arbeit vollständig zerlegt und mit Bürste gereinigt. Die Gummidichtung am Kolben bekommt danach einen Hauch Silikonspray oder Vaseline, damit sie geschmeidig bleibt. Wer das einmal vergisst, kann das Gerät meist wegwerfen.
Worauf man beim Kauf achten sollte
- Griff: ergonomisch geformt, damit der Druck nicht nur auf dem Handballen liegt.
- Gewicht: leer möglichst leicht; befüllt wiegt die Pumpe ohnehin einige Kilo mehr.
- Stabilität: Kunststoffe wie ABS sind leicht und rosten nicht, dünnwandige Rohre verformen sich aber unter Druck.
- Lieferumfang: mehrere Düsen in verschiedenen Breiten, Ersatzdichtungen, eventuell ein Fugeisen.
Häufige Fragen
Was kostet eine Handmörtelpumpe?
Einfache Modelle gibt es ab etwa 20 Euro, gut ausgestattete Geräte mit mehreren Düsen liegen bei 30 bis 60 Euro, Profigeräte darüber.
Kann ich damit einhändig arbeiten?
Bei kleinen Modellen und weichem Mörtel ja. Die meisten Anwender arbeiten mit zwei Händen, weil eine Hand die Düse führt und die andere drückt.
Geht auch Fliesenfugenmörtel?
Ja, für breite Fugen an Bodenfliesen und Natursteinplatten im Außenbereich ist das eine saubere Methode. Bei schmalen Fliesenfugen im Bad bleibt das Gummibrett schneller.



