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Heimwerker-Berater

Fugenpistole

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Fugenpistole
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wie sie funktioniert
  2. Die Bauarten
  3. Kartusche oder Beutel
  4. Rückzug und Tropfschutz
  5. Eine saubere Silikonfuge ziehen
  6. Mörtel mit der Pistole verfugen
  7. Welche Pistole für wen
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Fugenpistole ist ein Sammelbegriff: Gemeint ist meist die Kartuschenpresse für Silikon und Acryl, manchmal auch eine Mörtelpistole zum Verfugen von Mauerwerk und Pflaster. Beide arbeiten nach demselben Prinzip – ein Kolben drückt die Masse durch eine Düse. Worauf es ankommt, ist die Übersetzung und ob die Pistole nach dem Loslassen den Druck zurücknimmt.

Wie sie funktioniert

Eine Zahnstange oder glatte Druckstange wird bei jedem Druck auf den Hebel ein Stück nach vorn geschoben. Sie drückt auf den Boden der Kartusche oder auf einen Kolben im Rohr, und die Masse tritt vorne aus. Die Übersetzung gibt an, wie stark der Hebel die Handkraft verstärkt.

ÜbersetzungGeeignet für
etwa 12:1Silikon, Acryl, Standardmassen
etwa 18:1Montagekleber, zähe Dichtstoffe
ab etwa 26:1sehr zähe Massen, kalte Temperaturen, Mörtel

Mehr Übersetzung heißt weniger Kraft pro Hub, aber auch weniger Masse pro Hub.

Die Bauarten

Skelettpistole. Ein offener Rahmen aus zwei Stäben. Günstig, leicht, aber die Kartusche kann sich verdrehen. Für gelegentliche Arbeiten reicht sie.

Halbschalenpistole. Die Kartusche liegt in einer Halbschale und ist seitlich geführt. Stabiler, der Standard für Handwerker.

Rohrpistole (geschlossen). Ein Rohr nimmt Folienbeutel oder Kartuschen auf, und ein Kolben drückt die Masse aus. Folienbeutel mit 400 oder 600 ml sind im Verbrauch günstiger und hinterlassen weniger Abfall. Auch Mörtelpistolen sind so aufgebaut, nur größer und mit weiten Düsen.

Akku-Pistole. Ein Motor übernimmt das Pumpen und hält einen gleichmäßigen Vorschub. Bei vielen Metern Fuge oder bei zähem Material schont das die Hand erheblich.

Druckluft-Pistole. Leicht und gleichmäßig, aber nur mit Kompressor sinnvoll. Vor allem in der Serienfertigung verbreitet.

Kartusche oder Beutel

Standardkartuschen fassen um 300 ml und passen in fast jede Pistole. Folienbeutel brauchen eine Rohrpistole, sind aber sparsamer und lassen sich restlos ausdrücken. Für einen Heimwerker, der alle paar Monate eine Fuge zieht, ist die Halbschalenpistole mit Kartuschen die einfachste Lösung. Mehr dazu bei der Kartuschenpresse.

Rückzug und Tropfschutz

Nach dem Loslassen steht die Masse in der Kartusche unter Druck und quillt weiter aus der Düse – bei Silikon noch einige Sekunden. Gute Pistolen haben einen automatischen Rückzug, der die Druckstange nach jedem Hub ein wenig zurücknimmt. Bei einfachen Modellen muss man den Rückhaltebügel mit dem Daumen drücken. Wer das vergisst, zieht die Fuge mit Klecksen am Ende.

Eine saubere Silikonfuge ziehen

  1. Untergrund vorbereiten. Alte Fuge vollständig entfernen, siehe Silikonfugen entfernen. Die Flanken müssen sauber, trocken und fettfrei sein.
  2. Hinterfüllen bei tiefen Fugen. Eine Rundschnur verhindert, dass die Masse an drei Seiten haftet. Eine dauerelastische Fuge haftet nur an den Flanken; mehr dazu bei der dauerelastischen Fuge.
  3. Abkleben, wenn Sie unsicher sind. Kreppband links und rechts der Fuge.
  4. Düse schräg anschneiden, etwas kleiner als die Fugenbreite.
  5. Kartusche einsetzen, Rückhaltebügel drücken, Stange zurückziehen, Kartusche einlegen.
  6. Gleichmäßig ziehen. Pistole im Winkel von etwa 45 Grad, gleichmäßiger Druck, zügiges Tempo. Lieber eine Fuge in einem Zug als zwei Ansätze.
  7. Abziehen. Mit Fugenglätter oder angefeuchtetem Finger, Glättmittel sparsam verwenden.
  8. Kreppband sofort abziehen, bevor sich eine Haut bildet.

Welche Masse wohin gehört, steht im Beitrag Acryl oder Silikon.

Mörtel mit der Pistole verfugen

Mörtelpistolen haben ein großes Rohr und mehrere Düsen für unterschiedliche Fugenbreiten. Sie werden mit einem erdfeuchten bis plastischen Fugmörtel befüllt und drücken ihn direkt in die Fuge. Das ist sauberer als mit der Kelle, besonders an Klinker, wo Mörtel auf der Steinoberfläche Flecken hinterlässt. Der Mörtel wird anschließend mit einem Fugeisen verdichtet und geglättet. Eine Alternative ist die Mörtelspritze.

Welche Pistole für wen

Wer im Jahr eine Handvoll Kartuschen verbraucht, kommt mit einer stabilen Halbschalenpistole mit Rückzug bestens aus. Ein Wechsel lohnt sich erst, wenn Sie regelmäßig viele Meter verfugen oder mit zähen Montageklebern arbeiten: Dann spart eine Pistole mit hoher Übersetzung oder ein Akkugerät Kraft und bringt gleichmäßigere Raupen. Billige Skelettpistolen sind oft der Grund für krumme Fugen, weil die Druckstange ruckt und die Kartusche wackelt. Einige Euro mehr sind hier gut angelegt. Für Mörtel brauchen Sie ohnehin ein eigenes Gerät.

Typische Fehler

  • Düse zu groß geschnitten. Zu viel Masse, die beim Abziehen überall landet.
  • Zu langsam gezogen. Es entsteht eine Wurst statt einer Fuge.
  • Kalte Kartusche. Unter etwa 5 °C werden viele Massen zäh. Kartusche vorher bei Raumtemperatur lagern.
  • Silikon auf Naturstein. Normales Silikon kann Randzonen verfärben; dafür gibt es Natursteinsilikon.

Häufige Fragen

Was kostet eine Fugenpistole?

Einfache Skelettpistolen gibt es ab etwa 5 bis 10 Euro, gute Halbschalenpistolen mit Rückzug um 15 bis 40 Euro, Rohrpistolen für Beutel ähnlich. Akku-Pistolen kosten meist ab 100 Euro.

Wie verschließe ich eine angebrochene Kartusche?

Mit einer Verschlusskappe oder einem Nagel in der Düse. Das hält einige Tage bis Wochen. Silikon härtet im vorderen Teil trotzdem aus; diesen Pfropfen vor dem nächsten Gebrauch herausziehen.

Wie reinige ich die Pistole?

Frische Reste mit einem Lappen entfernen, ausgehärtetes Silikon lässt sich abziehen. Bei Mörtelpistolen alles sofort nach der Arbeit mit Wasser ausspülen.

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