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Heimwerker-Berater

Magerbeton

Haus & Bauvon Andreas4 Min. · 9 Abschnitte
Magerbeton
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was Magerbeton ist
  2. Wofür man ihn braucht
  3. Mischungsverhältnis und Körnung
  4. Anmischen
  5. Wie lange er zum Aushärten braucht
  6. Gewicht
  7. Was er kostet
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Magerbeton ist Beton mit wenig Zement. Er ist nicht besonders fest, dafür billig, schnell gemischt und für alles, was nur stützen, ausgleichen oder sauber halten soll, völlig ausreichend. Für tragende Fundamente und Bodenplatten ist er nicht gedacht – für Randsteine, Sauberkeitsschichten und Rohrbettungen ist er genau richtig.

Was Magerbeton ist

Beton besteht aus Zement, Gesteinskörnung und Wasser. Beim Magerbeton ist der Zementanteil gering, typisch sind etwa 1 Teil Zement auf 8 bis 10 Teile Kiessand. Das Ergebnis erreicht nur niedrige Festigkeitsklassen, meist um C8/10 oder darunter, während Konstruktionsbeton bei C20/25 und mehr liegt. Die Mischung wird häufig erdfeucht verarbeitet, also mit so wenig Wasser, dass sie sich wie feuchter Sand anfühlt und in der Hand gerade zusammenhält.

Eine Einordnung gegenüber Mörtel, Putz und Normalbeton bietet Zement, Mörtel, Putz oder Beton.

Wofür man ihn braucht

  • Randsteine und Bordsteine setzen. Der Stein wird in ein Bett aus erdfeuchtem Magerbeton gesetzt und hinten mit einer Rückenstütze gesichert, damit er nicht wegkippt.
  • Sauberkeitsschicht. Eine Schicht von etwa 5 bis 10 cm unter Bodenplatten und Fundamenten, damit die Bewehrung nicht im Dreck liegt und der Untergrund eben ist. Mehr dazu unter Aufbau einer Bodenplatte.
  • Pfosten und leichte Zaunpfosten einbetonieren, wenn keine große Last wirkt.
  • Hinterfüllung beim Einbau von Pools, Schächten und Wasserbecken, damit die Wände gleichmäßig gestützt werden.
  • Rohrbettung und Ausgleichsschichten, etwa im Kellerboden, wie unter Kellerboden abdichten beschrieben.
Magerbeton
Magerbeton ist beliebt bei Pflaster-Arbeiten. | Foto: artalis / Depositphotos.com

Mischungsverhältnis und Körnung

EinsatzMischung (Raumteile)Körnung
Randsteine, Rückenstütze1 Zement : 8 Kiessand0/16
Sauberkeitsschicht1 Zement : 8–10 Kiessand0/16 oder 0/32
Pool-Hinterfüllung1 Zement : 8–10 Kiessand0/16
Wasserdurchlässiger Magerbeton (Dränbeton)1 Zement : 6–8 Splitt oder Einkornkiesz. B. 2/8 oder 8/16, ohne Sand

Kiessand enthält Sand und Kies in abgestufter Größe. Die Zahl 0/16 bedeutet, dass die Körner zwischen 0 und 16 mm groß sind. Der Sandanteil füllt die Lücken zwischen den Steinen. Beim Dränbeton fehlt der Sand bewusst: Die Lücken bleiben offen, und Wasser kann durchfließen. Das ist praktisch unter wasserdurchlässigem Pflaster oder als Bettung für Rinnen.

Verwenden Sie gewaschenen Kiessand vom Baustoffhändler, keinen Spielsand. Lehmige Anteile verringern die Festigkeit.

Anmischen

  1. Trocken vormischen. Kiessand und Zement in der Schubkarre oder im Mischer gleichmäßig vermischen, bis die Farbe einheitlich grau ist.
  2. Wasser zugeben, schrittweise. Für erdfeuchten Magerbeton nur so viel, dass sich die Masse in der Faust zu einem Ballen drücken lässt, der nicht tropft und nicht zerfällt.
  3. Zügig verarbeiten. Je nach Temperatur in etwa ein bis zwei Stunden. Angesteifter Beton darf nicht mit Wasser wieder aufgerührt werden.
  4. Verdichten. Mit Stampfer, Kelle oder Rüttelplatte, je nach Menge. Erdfeuchter Beton muss verdichtet werden, sonst bleibt er porös.

Bei größeren Mengen lohnt ein Betonmischer aus dem Verleih. Ab etwa einem Kubikmeter ist Transportbeton meist wirtschaftlicher.

Wie lange er zum Aushärten braucht

Magerbeton zieht innerhalb weniger Stunden an. Begehbar ist er meist nach ein bis zwei Tagen, Randsteine sind dann auch belastbar. Für stärkere Belastung sollten Sie etwa eine Woche warten. Die volle Normfestigkeit erreicht Beton nach 28 Tagen. Bei Temperaturen unter 5 °C verlangsamt sich die Erhärtung stark, bei Frost kann frischer Beton geschädigt werden. Im Sommer den frischen Beton feucht halten oder abdecken, damit er nicht zu schnell austrocknet.

Gewicht

Magerbeton wiegt etwa 2.000 bis 2.200 kg je Kubikmeter, also etwas weniger als Normalbeton mit rund 2.400 kg. Für die Planung heißt das: Ein Kubikmeter entspricht grob 1,8 bis 2 Tonnen Kiessand plus Zement. Für eine Schubkarre mit rund 60 Litern Inhalt kommen gut 120 kg zusammen.

Was er kostet

Selbst gemischt ist Magerbeton sehr günstig, weil der teure Zementanteil gering ist. Pro Kubikmeter brauchen Sie etwa 150 bis 200 kg Zement, also sechs bis acht Sack zu 25 kg, dazu knapp zwei Tonnen Kiessand. Fertig gemischte Trockenbeton-Säcke sind bequem, aber auf den Kubikmeter gerechnet deutlich teurer. Transportbeton kostet je nach Region ab etwa 100 Euro je Kubikmeter, dazu kommen Anfahrt und oft ein Zuschlag für kleine Mengen.

Typische Fehler

  • Magerbeton für tragende Fundamente. Garagen, Mauern und Häuser brauchen Konstruktionsbeton mit Bewehrung nach Statik.
  • Zu nass angemischt. Der Randstein sinkt ein, die Rückenstütze sackt ab.
  • Nicht verdichtet. Hohlräume schwächen den Beton und lassen ihn bei Frost abplatzen.
  • Bei Frost verarbeitet. Gefrorenes Wasser sprengt das junge Gefüge.

Häufige Fragen

Ist Magerbeton wasserdurchlässig?

Normaler Magerbeton nur wenig. Wasserdurchlässig wird er erst als Dränbeton ohne Sandanteil.

Kann ich Magerbeton für Pflaster verwenden?

Als Bettung für Randsteine und Rinnen ja. Pflastersteine selbst werden meist in Splitt oder Sand verlegt, siehe Pflastersteine.

Welcher Zement eignet sich?

Ein normaler Portlandzement oder Portlandkompositzement aus dem Baustoffhandel. Für Naturstein-Randsteine ist Trasszement besser, weil er weniger Verfärbungen verursacht.

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